Check-ups, Frauen

Check-ups: Nur 67 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer gehen regelmäßig

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Gesundheitszentren und digitale Programme erweitern das Präventionsangebot, während viele Versicherte Vorsorgeuntersuchungen nicht regelmäßig nutzen.
Ein heller, moderner Trainingsraum mit hochwertigen Geräten und natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Gesetzliche Krankenkassen und Sozialversicherungsträger setzen verstärkt auf den Ausbau von Präventionszentren und weisen auf oft unbekannte, aber kostenlose Früherkennungsleistungen hin.

Obwohl viele Kassen weit mehr Vorsorgeuntersuchungen übernehmen, als Versicherten bewusst ist, klafft zwischen der Befürwortung von Früherkennung und der tatsächlichen Inanspruchnahme weiterhin eine spürbare Lücke. Zu den zentralen Schwerpunkten der Vorsorge zählen vor allem Untersuchungen zu Blutdruck, Haut und Krebs.

Neue Zentren und lokale Gesundheitsangebote

Die AOK Hochrhein-Bodensee hat im Rahmen eines internen Gebäudeumzugs ein Gesundheitszentrum in Konstanz in der Max-Stromeyer-Straße 116 auf der fünften Etage eröffnet. Die Einrichtung bietet ein betreutes Training ausschließlich für AOK-Versicherte, die eine ärztliche Empfehlung vorweisen können.

Das Programm umfasst zunächst 24 Trainingseinheiten, die nach Möglichkeit zweimal wöchentlich absolviert werden sollen, wobei rund sechs Trainierende von einer Fachkraft betreut werden.

Pressesprecherin Cordelia Steffek erläuterte, dass die Präventionsangebote für AOK-Versicherte grundsätzlich kostenfrei sind. Dies gilt auch für Ernährungsberatungen, bei denen mit ärztlicher Empfehlung zwischen zwei und fünf Termine übernommen werden, während Kurse auch ohne Empfehlung zugänglich sind.

Zusammen mit den weiteren Standorten in Waldshut und Lörrach verzeichnet die Krankenkasse nach Angaben von Carsten Schrankel jährlich rund 30.000 Trainingseinheiten. Landrat Zeno Danner verbindet mit dem neuen Gesundheitszentrum in Konstanz die Hoffnung auf eine Entlastung der regionalen Krankenhäuser.

Auch Rentenversicherungsträger verstärken ihr Engagement: Die DRV Bayern Süd stellte beim Bayerischen Präventionstag im Einkaufszentrum PEP Neuperlach ihr Programm RV Fit vor. Das kostenfreie Angebot richtet sich an berufstätige Versicherte mit ersten gesundheitlichen Beschwerden und basiert auf den Säulen Bewegung, Ernährung sowie Stressbewältigung.

Das Konzept sieht eine mehrtägige Startphase in einer ambulanten oder stationären Rehaeinrichtung vor, gefolgt von berufsbegleitenden wöchentlichen Aktivitäten in Trainingszentren sowie einer abschließenden Phase in der Rehaeinrichtung.

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Investitionen in digitale und zielgruppenspezifische Programme

Neben stationären Standorten wachsen digitale Angebote. Die AOK Bayern erreichte im Jahr 2025 mit ihren Präventionsangeboten rund 1,35 Millionen Menschen und verdoppelte diesen Wert damit nahezu im Vergleich zu 2021. Insgesamt investierte die Kasse im Freistaat 41,8 Millionen Euro in die Prävention, davon flossen rund 1,39 Millionen Euro in digitale Formate.

In der betrieblichen Gesundheitsförderung sind dort 82 Prozent der Angebote digital oder hybrid umsetzbar. Zudem verzeichnete die Kasse im Jahr 2025 rund 85.000 Kursbuchungen im Bereich der Individualprävention, darunter knapp 10.000 Online- und Digitalkurse.

Für das Jahr 2026 plant die AOK Bayern Investitionen von mehr als zwei Millionen Euro in digitale Präventionslösungen. Beim 25. AOK-Forum in Nürnberg, das sich dem Thema der digitalen Prävention widmete, nahmen rund 80 Gäste vor Ort und 190 Personen im Livestream teil. Darüber hinaus nahmen seit 2024 mehr als 50 Schulen am Programm „clever.gesund“ teil.

Auch die Kooperation von IKK Südwest und dem Fußballverband Rheinland zielt auf den Bildungsbereich: Ihre seit 2012 bestehende Initiative „Fußball macht Schule“ umfasst aktuell 114 Fußball-Arbeitsgemeinschaften an 73 Ganztagsschulen im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Seit Beginn wurden mehr als 33.000 Kinder erreicht, jährlich nehmen über 2.400 Schülerinnen und Schüler teil. Neben knapp 3.000 vermittelten Vereinsmitgliedschaften – rund 250 pro Schuljahr – finden pro Schuljahr Gesundheitstrainings zu Ernährung, Bewegung und Entspannung an vier ausgewählten Schulen statt.

Lücke zwischen Akzeptanz und Wahrnehmung von Vorsorge

Trotz des breiten Leistungsspektrums werden viele Untersuchungen nicht regelmäßig genutzt. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der IKK classic unter 1.004 gesetzlich Versicherten im Alter von 35 bis 75 Jahren ergab, dass 97 Prozent der Befragten Vorsorgeuntersuchungen für sinnvoll halten.

Regelmäßig wahrgenommen werden Check-ups jedoch nur von etwa 67 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer. Als Hürde nannten 29 Prozent Schwierigkeiten bei der Terminvergabe, während 57 Prozent angaben, dass Bonusprogramme sie etwas stärker motivieren würden.

Die SVLFG beziehungsweise Landwirtschaftliche Krankenkasse verweist auf konkrete Leistungsansprüche bei der Krebsfrüherkennung: Für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren wird alle zwei Jahre das Mammographie-Screening übernommen.

Ab einem Alter von 30 Jahren steht Versicherten jährlich eine ärztliche Untersuchung der Brust und der Lymphknoten inklusive Anleitung zur Selbstuntersuchung zu; bei familiärem Risiko sind spezialisierte Diagnostik und genetische Beratungen möglich.

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Digitale Hinweise und Stärkung der Gesundheitskompetenz

Um die Teilnahmequoten zu verbessern, befürwortet BIG direkt gesund eine verantwortungsvolle Nutzung von Gesundheitsdaten auf Basis gesetzlicher Regelungen wie dem GeDIG.

Vorstandsvorsitzender Peter Kaetsch betonte, dass Krankenkassen Versicherte künftig gezielter auf ausstehende Untersuchungen, Impfungen oder Risiken hinweisen könnten. Dies ergänze die ärztliche Versorgung, ersetze sie jedoch nicht; Ärztinnen und Ärzte blieben die zentralen Ansprechpartner, und Versicherte behielten ihr Widerspruchsrecht.

Auch bei der BKK24 steht die Stärkung der Eigenverantwortung im Fokus. Vorstandsvorsitzender Jörg Nielaczny hob hervor, dass Gesundheitskompetenz und Bildung mehr Relevanz erhalten müssten, um einen informierten Umgang mit Prävention und Therapien zu ermöglichen.

Über Angebote wie den monatlichen Podcast „einfach gesund!“ mit NDR-Moderator Christian Haacke wird vermittelt, dass Eigenverantwortung keine medizinische Expertise ersetzt und anhaltende Beschwerden stets in ärztliche Hände gehören.

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