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CHECK-IN, Steiermark

CHECK-IN Steiermark: 2–4 Tage Hotel-Schutz gegen häusliche Gewalt

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Pilotprojekt CHECK-IN ermöglicht Gewaltbetroffenen kostenlose Hotelaufenthalte und verbindet Schutz, Beratung sowie Sicherheitsprüfung mit Täterarbeit.

Steiermark startet CHECK-IN mit anonymem Hotelschutz
Ein minimalistisch eingerichtetes, ruhiges Hotelzimmer mit sanftem Tageslicht als Symbol für einen sicheren Rückzugsort. Illustration mit AI erstellt.

Die Vermeidung von Eskalationen im häuslichen Umfeld erfordert oft eine schnelle räumliche Trennung der Beteiligten. In der Steiermark wurde dazu das Pilotprojekt „CHECK-IN“ konzipiert, das Betroffenen von Gewalt eine unbürokratische Möglichkeit zur Deeskalation bietet. Das unter der Leitung von Michaela Gosch stehende Netzwerk der Steirischen Frauenhäuser setzt dabei auf eine kurzfristige Unterbringung in Hotelbetrieben, um eine unmittelbare Gefahrensituation zu entschärfen.

Struktur und Umfang des Hotel-Netzwerks

Das Kernkonzept des Projekts basiert auf der Bereitstellung von anonymen und kostenlosen Aufenthalten. Betroffene können für einen Zeitraum von 2 bis 4 Tagen in einem von insgesamt neun Jufa-Hotels innerhalb der Steiermark unterkommen. Diese räumliche Distanz soll als Schutzraum dienen, um eine erste Beruhigung der Situation zu ermöglichen, bevor weitere Schritte eingeleitet werden.

Für Fälle mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko, sogenannte High-Risk-Fälle, sieht das Konzept eine erweiterte geografische Flexibilität vor. In diesen Situationen stehen zusätzlich sieben weitere Jufa-Hotels im übrigen österreichischen Bundesgebiet zur Verfügung. Damit soll sichergestellt werden, dass die notwendige Anonymität auch über die Landesgrenzen hinaus gewahrt bleibt.

Das Projekt greift dabei auf die Expertise der Frauenhäuser Steiermark zurück, die eine Erfahrung von 45 Jahren in die Arbeit mit Gewaltopfern einbringen.

Finanzierung und zeitlicher Rahmen des Pilotprojekts

Die Umsetzung dieses Vorhabens erfolgt in enger Kooperation mit der öffentlichen Hand. Laut Berichten vom September 2026 ist die Pilotphase des Projekts auf eine Dauer von sechs Monaten angelegt. Die finanzielle Förderung für diesen Zeitraum beläuft sich auf rund 73.000 Euro.

Die Mittel für das Projekt stammen aus dem Ressort des steirischen Soziallandesrats Hannes Amesbauer. Diese finanzielle Basis ermöglicht es, die Hotelaufenthalte für die Schutzsuchenden kostenfrei zu gestalten und die notwendigen administrativen Prozesse im Hintergrund abzuwickeln.

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Wenn die Lage zu Hause eskaliert, zählt vor allem eines: schnell einen sicheren Ort und einen klaren nächsten Schritt zu haben. In der Steiermark können Betroffene im Rahmen des Pilotprojekts CHECK-IN anonym und kostenlos 2 bis 4 Tage in einem Jufa-Hotel unterkommen — bei erhöhtem Risiko auch außerhalb des Bundeslandes. Unser kostenloser Notfall-Plan zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie diese Auszeit vorbereiten und was danach folgt. Kostenlosen Notfall-Plan jetzt anfordern

Digitale Zugangswegen und umfassende Nachbetreuung

Ein wesentlicher Aspekt von „CHECK-IN“ ist die niederschwellige Erreichbarkeit. Der Zugang für Betroffene erfolgt primär digital über die Plattform beziehungs-check.at sowie über ein spezielles Beziehungstelefon. Ergänzend dazu wird der Chatbot „Bea“ eingesetzt, der einen sogenannten Ampel-Test zur Selbsteinschätzung der Gefährdungslage anbietet. Zur weiteren Verbreitung des Angebots dient eine physische Karte mit QR-Code.

An die kurzzeitige Hotel-Auszeit schließt sich eine strukturierte Betreuungsphase an. Nach den ersten Tagen der Unterbringung folgen verpflichtende Beratungsgespräche sowie ein detaillierter Sicherheits-Check.

Das Netzwerk der Steirischen Frauenhäuser verfügt zudem über 20 Übergangswohnungen und bietet eine mobile Nachbetreuung durch die Organisation G.i.F. an. Über eine dynamische Triage wird zudem geprüft, ob ein dauerhafter Transfer in ein Frauenhaus notwendig ist.

Einbindung der Täterarbeit zur Gewaltprävention

Ein ganzheitlicher Ansatz zur Gewaltprävention umfasst neben dem Opferschutz auch die Arbeit mit den Verursachern. Die Täterarbeit wird im Rahmen des Projekts über die Männerberatung Steiermark sowie die Organisation NEUSTART koordiniert.

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Viele Betroffene wissen in akuter Gefahr nicht, an wen sie sich zuerst wenden können. Der Zugang zum Hotel-Schutz in der Steiermark läuft über die Plattform beziehungs-check.at, das Beziehungstelefon und den Chatbot „Bea“ mit Ampel-Test zur Selbsteinschätzung. Unser Wegweiser bündelt diese Kontaktwege und zeigt, wie die verpflichtenden Beratungsgespräche und der Sicherheits-Check nach der Auszeit ablaufen. Wegweiser zu Beratung und Nachbetreuung sichern

Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Verantwortlichen in die Pflicht zu nehmen und langfristige Verhaltensänderungen zu bewirken. Die Männerberatung Steiermark hat dafür eine telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr unter der Nummer 0800 400 777 eingerichtet, um auch in Krisenmomenten intervenieren zu können.

Durch die Verzahnung von Opferschutz und Täterarbeit soll das Projekt „CHECK-IN“ eine Lücke im bestehenden Hilfssystem schließen und gewaltsame Eskalationen bereits im Vorfeld verhindern.

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