Cheat-Software-Skandal: 64.000 Nutzer-Daten auf GitHub geleakt
02.06.2026 - 04:31:07 | boerse-global.deEin Sicherheitsvorfall bei einem Anbieter von Cheat-Software für Grand Theft Auto V und Counter-Strike 2 hat schwerwiegende Folgen: Im Mai 2026 gelangten die Daten von rund 64.000 Nutzern an die Öffentlichkeit – veröffentlicht auf GitHub.
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Massive Datenpanne mit weitreichenden Folgen
Der Vorfall betrifft den Dienst Atlas Menu, der sich selbst mit fortschrittlichem Datenschutz und sicherer Authentifizierung beworben hatte. Genau 63.926 Nutzerkonten sind betroffen, wie die Datenbank Have I Been Pwned bestätigte. Die Plattform für geleakte Zugangsdaten nahm den Vorfall am 30. Mai 2026 in ihr Register auf.
Die gestohlenen Daten sind umfangreich: Neben E-Mail-Adressen, Benutzernamen und IP-Adressen gelangten auch bcrypt-gehashte Passwörter in die Hände der Angreifer. Besonders brisant: Auch Support-Tickets, Lizenzschlüssel, interne Administrator-Protokolle und technische Kennungen wie Rockstar-Account-IDs wurden auf GitHub veröffentlicht.
Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass die bcrypt-Verschlüsselung zumindest einen gewissen Schutz bietet – dennoch sollten betroffene Nutzer umgehend ihre Passwörter ändern und auf verdächtige Anmeldeversuche achten.
Rachefeldzug oder Spionage?
Der Verantwortliche für den Angriff gab als Motiv Rache an einem bestimmten Betrüger an. Er behauptet, vollständigen Zugriff auf sämtliche internen Systeme von Atlas Menu erlangt zu haben.
Noch schwerer wiegen die Vorwürfe, die der Hacker gegen den Cheat-Dienst erhebt: Atlas Menu soll seine eigenen Kunden ausspioniert haben. Die Software sei demnach in der Lage gewesen, heimlich Screenshots von den Bildschirmen der Nutzer anzufertigen. Ein schwerer Vertrauensbruch – und ein krasser Gegensatz zu den Datenschutzversprechen des Anbieters.
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Dienst offline – Anbieter schweigt
Seit Bekanntwerden des Vorfalls ist der Atlas-Menu-Dienst nicht mehr erreichbar. Die Betreiber haben sich bis Anfang Juni 2026 nicht öffentlich zu der Sicherheitslücke oder den Spionagevorwürfen geäußert.
Cybersicherheitsanalysten sehen in dem Vorfall erhebliche rechtliche Konsequenzen – sowohl nach der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) als auch nach dem kalifornischen CCPA. Der Fall zeigt einmal mehr die Risiken der milliardenschweren Cheat-Software-Industrie: Nutzer installieren Programme mit tiefen Systemberechtigungen von Anbietern, die keiner Regulierung unterliegen.
Was betroffene Nutzer jetzt tun sollten
Sicherheitsexperten raten allen Betroffenen dringend, die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle verknüpften Gaming- und E-Mail-Konten zu aktivieren. Besonders die geleakten Support-Tickets und internen Logs bereiten Fachleuten Sorgen: Sie enthalten oft persönliche Details, die für gezielte Phishing-Angriffe genutzt werden könnten.
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