ChatGPT Work: OpenAI startet autonomen Agent mit GPT-5.6
Veröffentlicht am: 12.07.2026 um 07:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Konzern OpenAI hat mit ChatGPT Work einen intelligenten Assistenten vorgestellt, der selbstständig komplexe Projekte über mehrere Anwendungen hinweg ausführen kann. Das zwischen dem 9. und 11. Juli 2026 gestartete Tool basiert auf den neuesten GPT-5.6-Modellen und der integrierten Codex-Engine. Anders als herkömmliche Chatbots kann der Agent eigenständig handeln – etwa E-Mails und Kalender verwalten, vollständige Dokumente erstellen oder Webanwendungen entwickeln.
Dauerhafte Cloud-Ausführung und App-Integration
Der neue Dienst läuft auf einer persistenten Cloud-VM, sodass der Agent stundenlang an komplexen Projekten arbeiten kann – ohne ständige Überwachung durch den Nutzer. ChatGPT Work verbindet sich mit Unternehmenswerkzeugen wie Slack, Microsoft Teams, Gmail, Google Drive und verschiedenen CRM-Plattformen. Möglich macht das ein einheitliches Plugin-Verzeichnis auf Basis des Model Context Protocol (MCP).
Produktmanager Ty Geri demonstrierte die Fähigkeiten des Agenten, indem er innerhalb weniger Minuten mehrere technische Events – sogenannte Bug Bashes – plante. Laut OpenAI kann das Tool langfristige Projektzeitpläne drastisch verkürzen: Was früher Monate an manueller Koordination erforderte, erledigt der Agent nun in einer einzigen Woche. Zusätzliche Funktionen umfassen „Scheduled Tasks" für Hintergrundautomatisierung sowie „Sites" zur Erstellung funktionaler Web-Apps direkt aus der Benutzeroberfläche.
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Technische Leistungsfähigkeit und Codex-Integration
Der Start von ChatGPT Work fällt mit der Integration von Codex in die ChatGPT-Desktopanwendung zusammen. Diese bietet erweiterte Programmierfunktionen wie Inline-Editing, Pull-Request-Reviews und Multi-Repository-Unterstützung. Im Zuge der Umstellung stellt OpenAI den Atlas-Browser ein – die Abschaltung ist für den 9. August vorgesehen.
Das zugrunde liegende Modell GPT-5.6 Sol erzielte in mehreren Branchen-Benchmarks Spitzenwerte:
- Agents‘ Last Exam: Sol erreichte 53,6 Punkte – 13,1 Punkte mehr als Claude Fable 5
- Coding Agent Index: Mit 80,0 Punkten setzte das Modell einen neuen Bestwert für Programmieragenten
- Terminal-Bench 2.1: Erfolgsquote von 88,8 Prozent
- Sicherheit und Compliance: 96,7 Prozent bei internen Capture-the-Flag-Tests, 71,2 Prozent beim SEC-Bench Pro
Um Sicherheitsbedenken beim Browser- und Plugin-Zugriff zu begegnen, implementierte OpenAI eine „Auto-Review"-Schicht. Das Unternehmen gibt an, dass diese Sicherheitsebene während der Tests sämtliche Red-Team-Angriffe erfolgreich abwehrte.
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Ausrollstrategie und Unternehmenszahlen
OpenAI führt ChatGPT Work schrittweise ein. Den Anfang machten Pro-, Enterprise- und Education-Nutzer, Plus- und Business-Abonnenten sollen in Kürze folgen. Während die Web- und Mobilversionen gestaffelt verfügbar sind, bleibt die ChatGPT-Desktopanwendung für alle Nutzer kostenlos – unabhängig vom Tarif.
Für Entwickler liegen die API-Preise für das Sol-Modell bei 5 Euro pro Million Input-Token und 30 Euro pro Million Output-Token. Zu den ersten Unternehmenskunden der neuen Agententechnologie zählen NVIDIA, Virgin Atlantic, RingCentral und Zapier.
Die Produkteinführung erfolgt zeitgleich mit Berichten über einen vertraulich eingereichten Börsengang von OpenAI. Schätzungen zufolge hat das Unternehmen einen annualisierten Umsatz von über 23 Milliarden Euro erreicht. Die angestrebte Bewertung liegt zwischen 680 und 790 Milliarden Euro.
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