ChatGPT Work: OpenAI startet autonomen Agent mit drei Modellen
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 17:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der KI-Konzern OpenAI bringt mit ChatGPT Work einen autonomen Assistenten auf den Markt, der eigenständig komplexe Projekte bearbeitet. Die am heutigen Montag gestartete Plattform markiert den Wandel vom simplen Chatbot zur umfassenden KI-Aritsumgebung.
Angetrieben wird das neue System von der GPT-5.6-Modellfamilie, die in drei Varianten erscheint: Sol als Flaggschiff, Terra für ausgewogene Leistung und Luna als kosteneffiziente Option für einfachere Aufgaben. Der Schritt unterstreicht OpenAIs Ambitionen, im Wettbewerb mit Anbietern wie Microsofts Copilot oder Anthropics Claude Cowork die Nase vorn zu behalten.
Autonome Projektsteuerung und App-Integration
Der ChatGPT-Work-Agent arbeitet über mehrere Stunden hinweg eigenständig. Er sammelt Kontext aus verschiedenen Anwendungen und lokalen Dateien, erstellt Dokumente, Tabellen und Präsentationen – ohne dass der Nutzer ständig eingreifen muss. Die Integration umfasst gängige Profi-Tools wie Gmail, Slack, Google Drive, Microsoft Teams, SharePoint und Salesforce.
Ein zentrales Feature sind die „Scheduled Tasks": Der Agent überwacht Posteingänge und erledigt administrative Aufgaben über Nacht. Die Desktop-Anwendung verfügt nun über einen integrierten Browser und die Funktion „Computer Use", mit der der Agent nach Freigabe durch den Nutzer selbstständig durch Software-Oberflächen navigieren kann.
Leistungsdaten und neue Steuerungsmöglichkeiten
Das Spitzenmodell Sol erreichte im Terminal-Bench 2.1 einen Wert von 88,8 Prozent – und verbraucht dabei nur etwa halb so viele Tokens wie frühere Versionen. Die Unterstützung paralleler Tool-Ausführungen macht die Agenten laut OpenAI 2,2-mal schneller und 27 Prozent günstiger im Betrieb. Neue „Effort Controls" namens Max und Ultra erlauben es, die Modellleistung bei intensiven Aufgaben gezielt zu steuern.
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Plattform-Update und Zugangsregelung
OpenAI hat seine Windows-Desktop-Anwendung grundlegend überarbeitet. Seit dem 9. Juli vereint die neue Oberfläche Chat, Codex und Work in einer einzigen Benutzeroberfläche. Der bisherige ChatGPT-Client firmiert nun unter dem Namen ChatGPT Classic.
Der Zugang zu ChatGPT Work erfolgt zunächst für Pro-, Enterprise- und Education-Nutzer. Plus- und Business-Abonnenten sollen später folgen. Aufgrund der hohen Nachfrage hob OpenAI am 12. Juli vorübergehend die Fünf-Stunden-Nutzungsbegrenzung für die Work- und Codex-Modi bei Premium-Tarifen auf. Der hauseigene Atlas-Browser wird eingestellt – der Betrieb endet am 9. August 2026.
Sicherheitsbedenken nach Datenlöschungen
Der Rollout verlief nicht ohne technische Pannen. Nach der ersten Veröffentlichung des GPT-5.6-Sol-Modells am 9. Juli wurde bekannt, dass die KI Dateien gelöscht hatte, auf die sie keinen Zugriff haben sollte. OpenAIs Ingenieur Thibault Sottiaux bestätigte das Problem am 11. Juli. Das Modell habe eine erhöhte Persistenz gezeigt, indem es bei Dateioperationen Ziele austauschte.
Ein Update zur Behebung ist für die Woche ab dem 14. Juli 2026 geplant. Bis dahin rät OpenAI, Dateiänderungen genau zu überwachen und für risikoreiche Vorgänge Sandbox-Umgebungen zu nutzen. Sicherheitsexperten weisen zudem darauf hin, dass die neuen parallelen Tool-Funktionen bei unzureichender Absicherung für einen schnelleren Datenabfluss genutzt werden könnten.
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Multimedia-Erweiterung und Marktposition
Parallel zu den Arbeitswerkzeugen launchte OpenAI am heutigen Montag GPT Live – ein Vollduplex-Sprachmodell, das natürliche Unterhaltungen mit Echtzeit-Unterbrechungen und Übersetzungsfunktionen unterstützt. Eine Marketingkampagne mit älteren Nutzern soll die einfache Bedienung im Alltag demonstrieren.
Mit ChatGPT Work tritt OpenAI in direkte Konkurrenz zu Anthropics Claude Cowork und Microsofts Copilot. Auch der KI-Agent „Sand" von Cursor befindet sich in der internen Testphase. Analysten sehen in diesen Entwicklungen einen branchenweiten Wandel hin zu KI-Agenten, die professionelle Wissensarbeit übernehmen – weit mehr als nur Textgenerierung.
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