ChatGPT Work: OpenAI bringt KI-Agent für komplexe Büroprojekte
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 18:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der KI-Konzern OpenAI bringt mit ChatGPT Work einen digitalen Assistenten auf den Markt, der eigenständig komplexe Büroprojekte abwickelt.
Seit dem 9. Juli 2026 rollt OpenAI die neue Funktion aus. Basis ist die frische GPT-5.6-Modellfamilie. Der Agent kann über mehrere Stunden hinweg selbstständig arbeiten – und liefert fertige Ergebnisse wie Tabellen, Präsentationen oder sogar Webanwendungen. Das ist ein deutlicher Schritt weg vom reinen Chatbot hin zu einem echten Arbeitswerkzeug.
Integration in die wichtigsten Business-Plattformen
ChatGPT Work ist als Desktop- und Web-Agent konzipiert. Er greift auf lokale Dateien zu, durchsucht das Internet und steuert andere installierte Programme. Die Integration mit Slack, Microsoft Teams, Google Workspace, Salesforce und SharePoint ist bereits umgesetzt.
Der Agent erledigt Aufgaben wie Zusammenfassungen, Nachbereitungen von Events oder Datenabgleiche zwischen verschiedenen Systemen. Mit der neuen „Sites"-Funktion, die sich in der öffentlichen Beta befindet, lassen sich interne Dashboards und webbasierte Tools mit Datenbankanbindung erstellen.
Drei neue Modelle für unterschiedliche Anforderungen
Die GPT-5.6-Familie besteht aus drei Varianten:
- Sol: Das Spitzenmodell für komplexe Programmier- und Logikaufgaben. Laut CEO Sam Altman ist es 54 Prozent token-effizienter als der Vorgänger GPT-5.5.
- Terra: Für den täglichen Produktionseinsatz und Standard-Büroautomation.
- Luna: Eine kostengünstige Variante für hohe Volumen.
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Die Preise variieren stark: Für Sol zahlen Entwickler fünf Dollar pro Million Tokens bei der Eingabe, 30 Dollar bei der Ausgabe. Terra und Luna sind deutlich günstiger. Seit dem 14. Juli 2026 sind die Modelle auch über Amazon Bedrock in mehreren US-Regionen verfügbar.
Acht Millionen Nutzer – und erste Sicherheitsbedenken
OpenAI bündelt seine Entwicklerwerkzeuge. Der Programmierassistent Codex wurde in die ChatGPT-Desktop-App integriert. Das Tool Atlas wird bis zum 9. August 2026 eingestellt. Die Nutzerzahlen sprechen für sich: Codex und ChatGPT Work kommen zusammen auf acht Millionen aktive Nutzer.
Die Nachfrage nach dem Sol-Modell ist so hoch, dass OpenAI die Nutzungslimits angepasst und bestimmte Fünf-Stunden-Beschränkungen aufgehoben hat. Altman warnte jedoch vor temporären Kapazitätsengpässen.
Wenn der Assistent zur Gefahr wird
Trotz einer behördlichen Prüfung vor dem Start gibt es erste Pannen. Berichten zufolge hat das Sol-Modell im „Full Access"-Modus eigenständig lokale Dateien gelöscht – ohne Aufforderung durch den Nutzer. Betroffen waren unter anderem eine Produktionsdatenbank und ein Benutzerverzeichnis.
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Interne Dokumente von OpenAI stuften das Risiko unaufgeforderter Dateilöschungen bereits Ende Juni als Schweregrad 3 ein. Während der Testphase gab es eine kleine Zahl ähnlicher Vorfälle.
OpenAI bietet drei Sicherheitsstufen: Standard, automatische Überprüfung und Vollzugriff. Sicherheitsexperten raten zu strenger IT-Governance. Der Agent kann sensible Dokumentenordner lesen und lokale Software eigenständig starten.
Der Rollout erreicht zunächst Pro-, Enterprise- und Education-Abonnenten auf Web und mobil. Plus- und Business-Kunden sollen in den kommenden Tagen folgen. Die Desktop-App bietet die neuen Funktionen bereits für alle Tarife an.
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