ChatGPT-Traffic, Milliarden

ChatGPT-Traffic: 5,9 Milliarden Besuche, doch der Marktanteil sinkt

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 19:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im September 2026 entfielen 56,4 Prozent der Browser-Besuche auf ChatGPT; Gemini und Claude gewannen binnen Jahresfrist hinzu.
Reihen von dunklen Server-Schränken in einem modernen, minimalistischen Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt.

Der Web-Traffic von ChatGPT hat sich in den drei Monaten bis Oktober 2026 nach einem von Schwankungen geprägten ersten Halbjahr wieder spürbar stabilisiert. Wie Daten des Analysehauses Similarweb zeigen, bleibt das System von OpenAI zwar der weltweit führende KI-Chatbot bei den Website-Besuchen, büßte im Vergleich zum Vorjahr jedoch Anteile an konkurrierende Plattformen ein.

Laut Auswertungen von Similarweb und Visual Capitalist verzeichnete ChatGPT im September 2026 rund 5.900 Millionen Web-Besuche, was einem weltweiten Marktanteil von 56,4 Prozent im Browser-Segment entspricht.

Zwar stiegen die absoluten Aufrufzahlen ausgehend von etwa 5.700 Millionen Besuchen im Januar 2026 wieder an, elf Monate zuvor hatte der Marktanteil von ChatGPT allerdings noch bei 71,8 Prozent gelegen.

Nach einem Zwischentief im April 2026, als der Anteil auf 53,7 Prozent gesunken war, gelang OpenAI zuletzt wieder eine leichte Erholung auf die aktuellen 56,4 Prozent. Die zugrunde liegenden Erhebungen beziehen sich ausschließlich auf den direkten Browser-Traffic und schließen App- oder Schnittstellennutzungen (API) aus.

Gemini und Claude gewinnen im Jahresvergleich

Hauptprofiteure der langfristigen Marktanteilsverschiebung waren Google und Anthropic. Im Zeitraum von Oktober 2025 bis September 2026 konnten Gemini und Claude als einzige Plattformen Marktanteile hinzugewinnen.

Gemini erreichte im September 2026 insgesamt 2.615 Millionen Web-Besuche und kam damit auf einen Marktanteil von 25,0 Prozent, nachdem der Wert im April 2026 zwischenzeitlich bei 26,7 Prozent gelegen hatte.

Anzeige

Die rasante Verbreitung von Systemen wie ChatGPT oder Gemini stellt Unternehmen vor neue regulatorische Herausforderungen. Welche Risikoklassen und Dokumentationspflichten der EU AI Act konkret vorschreibt, erklärt dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Visual Capitalist führt dieses Wachstum auf die Integration in das Google-Ökosystem und den Start von Gemini 3 zurück. Nach Informationen von TechCrunch verzeichnet die Gemini-App zudem mehr als 750 Millionen monatlich aktive Nutzer.

Claude steigerte sein monatliches Web-Volumen auf rund 1.000 Millionen Besuche (9,6 Prozent) und rückte damit von Rang fünf auf Platz drei der meistbesuchten KI-Plattformen vor. Gemeinsam vereinigen ChatGPT, Gemini und Claude inzwischen mehr als 80 Prozent des gesamten Web-Traffics im Chatbot-Segment auf sich.

Dahinter rangieren DeepSeek mit 356 Millionen Besuchen (3,4 Prozent), Grok mit 2,3 Prozent, Microsoft Copilot mit 1,5 Prozent sowie Perplexity mit 0,9 Prozent. Der gemeinsame Anteil dieser vier Plattformen sank binnen Jahresfrist von 11,4 Prozent auf 8,1 Prozent.

Anzeige

Während die Nutzung von KI-Plattformen weltweit steigt, warnen Experten vor rechtlichen Risiken bei der gewerblichen Anwendung. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und wie Sie die neuen EU-Regeln rechtssicher umsetzen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act herunterladen

Technische Umstellungen und wachsende Crawler-Sperren

Rund um die Traffic-Messung von OpenAI kam es zuletzt zudem zu statistischen Verzerrungen. Wie der Analysedienst Evertune auf Basis von mehr als 25.000 Antworten im Zeitraum vom 15. September bis 15. Oktober 2026 beobachtete, entfernte ChatGPT ab dem 9. Oktober 2026 zeitweise den Tracking-Zusatz „utm_source=chatgpt.com“ aus ausgegebenen Hyperlinks.

Adobe-Manager Cedric Huesler bestätigte diesen Umstand als technischen Fehler, für den ein Fix angekündigt wurde. Eine Messung von Adobe bei 500 Webseiten ergab infolge des Fehlers einen rechnerischen Rückgang um 31.000 ChatGPT-Referral-Besuche pro Tag, während Direktbesuche gleichzeitig um 26.000 täglich anstiegen. Zeitgleich vollzog OpenAI den Rollout von GPT-6 und einer überarbeiteten intelligenten Benutzeroberfläche.

Gleichzeitig verschärfen Website-Betreiber ihre Abwehrmaßnahmen gegen KI-Systeme. Eine Auswertung von Startup Fortune vom 2. August 2026 ergab, dass von 1.530 analysierten Domains mit erreichbarer robots.txt-Datei 292 Angebote – mithin 19,1 Prozent – mindestens einen der vor großen KI-Crawler sperrten.

Zudem blockiert der Netzwerkinfrastrukturanbieter Cloudflare seit dem 15. September 2026 standardmäßig Trainings- und Agenten-Bots auf Werbeseiten. Einer Analyse von Axios zufolge blockieren inzwischen mehr als 40 Prozent der größten US-Verlage Crawler, die Daten für das Modelltraining sammeln, während nur 25 Prozent von ihnen auch KI-Such-Crawler aktiv aussperren.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70349210 |