ChatGPT-Sicherheit: ESET warnt vor Phishing durch KI-Suchergebnisse
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 11:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Sicherheitsunternehmen ESET warnt vor einer neuen Entwicklung im Bereich der Cyberkriminalität, bei der KI-Assistenten Nutzer zunehmend auf betrügerische Internetseiten leiten. Diese Erkenntnisse widerlegen die bisher verbreitete Annahme, dass durch künstliche Intelligenz generierte Suchergebnisse grundsätzlich eine sicherere Alternative zu herkömmlichen Suchmaschinen darstellen.
Manipulierte Suchresultate durch ChatGPT
Ein von ESET durchgeführtes 30-tägiges Monitoring hat gezeigt, dass Suchresultate von ChatGPT Nutzer gezielt auf Webseiten führen, die bereits als unsicher eingestuft wurden. Die Analysen belegen, dass die KI-generierten Antworten Verweise auf Fake-Shops, Kryptowährungs-Betrugsmaschen und gefälschte Login-Seiten enthalten. In einigen Fällen wurden Anwender zudem direkt zu Downloads von Schadcode geleitet.
Diese Forschungsergebnisse verdeutlichen, dass die Algorithmen hinter den KI-Modellen aktuell nicht zuverlässig zwischen legitimen Quellen und bösartigen Inhalten unterscheiden können. Für Angreifer eröffnet dies neue Wege, ihre Kampagnen direkt in den Workflow von Nutzern zu integrieren, die sich auf die Filterleistung der KI verlassen.
Hohe Betroffenheit in der Nutzerbasis
Die Untersuchung der Experten bezog sich unter anderem auf die Situation in Neuseeland, wo die Verbreitung von KI-Technologien weit fortgeschritten ist. Laut ESET nutzen dort vier von five Personen künstliche Intelligenz in ihrem Alltag oder Berufsleben. Parallel dazu bleibt die Bedrohungslage durch klassische Betrugsversuche auf einem hohen Niveau.
Angesichts der manipulierten Suchergebnisse und gefälschten Webseiten wird der Schutz vor digitalem Betrug immer wichtiger. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt in vier praktischen Schritten, wie Sie Phishing-Angriffe und psychologische Manipulationstaktiken rechtzeitig entlarven. Anti-Phishing-Paket jetzt kostenlos herunterladen
Daten von ESET Neuseeland zeigen, dass im Juli 2026 genau 34,9 % der registrierten Cyber-Bedrohungen in der Region phishing-bezogen waren. Ein Bericht aus Mitte September bestätigte zudem, dass damit über ein Drittel der Bedrohungen innerhalb der lokalen Nutzerbasis auf Phishing-Versuche entfiel. Die Verknüpfung von hoher KI-Nutzung und der automatisierten Ausspielung von Phishing-Links stellt demnach ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
Beschleunigte Ausnutzung von Sicherheitslücken
Ein weiterer kritischer Faktor in der aktuellen Bedrohungslandschaft ist die Geschwindigkeit, mit der Schwachstellen ausgenutzt werden. ESET verweist hierbei auf die sogenannte „Zero Day Clock“, welche die Zeitspanne bis zur ersten Ausnutzung einer Sicherheitslücke misst.
Wer sich mit der zunehmenden Geschwindigkeit von Cyber-Bedrohungen befasst, sollte seine proaktive Absicherung verstärken. Ein aktueller Experten-Report liefert fundierte Informationen zu neuen Bedrohungslagen und zeigt kostengünstige Wege auf, Sicherheitslücken effektiv zu schließen. Gratis E-Book zum Schutz vor Cyberangriffen sichern
Die statistischen Auswertungen zeigen eine drastische Verkürzung dieser Zeiträume: Während der Median im Jahr 2018 noch bei 771 Tagen lag, ist dieser Wert im Jahr 2026 auf 0 Tage gesunken. Dies bedeutet, dass Sicherheitslücken heute unmittelbar nach ihrem Bekanntwerden – oder sogar zeitgleich – für Angriffe instrumentalisiert werden.
Die Integration von aktuellen, aber potenziell schädlichen Webinhalten in KI-Suchergebnisse verschärft diese Problematik zusätzlich, da die Verifizierungsmechanismen der KI mit dieser Geschwindigkeit nicht Schritt halten können.
