ChatGPT: Sam Altman kündigt Screen-Überwachung in sechs Monaten an
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
OpenAI-Chef Sam Altman hat angekündigt, dass eine zukünftige Version von ChatGPT den Bildschirm, Meetings und Anrufe von Nutzern beobachten und auf E-Mails, Dokumente sowie Slack zugreifen könnte. In einem Interview mit Cory Levy von Z Fellows sowie bei der Veranstaltung Internapalooza sagte Altman, eine solche Funktion könnte innerhalb der nächsten sechs Monate verfügbar sein.
„Eine Modellgeneration von echtem Nutzen entfernt“
Altman beschrieb die aktuelle Entwicklungsstufe der KI als nur eine Modellgeneration von unglaublicher Nützlichkeit entfernt. Er äußerte, man stehe kurz vor einer Welt, in der ein Nachfolger von ChatGPT den Computerbildschirm des Nutzers durchgehend beobachten könne. Zudem stellte er in Aussicht, dass die KI sich künftig an das gesamte Leben der Nutzer erinnern und dadurch einen perfekten Kontext für Antworten und Unterstützung liefern könnte.
Der OpenAI-Chef betonte gleichzeitig, dass die Nutzer selbst kontrollieren sollen, welche Daten die KI erhält. Details zur konkreten technischen Umsetzung oder zum Umfang der Kontrollmöglichkeiten nannte er nicht.
Erster Schritt bereits umgesetzt
Ein erster Baustein dieser Vision ist bereits verfügbar: OpenAI hat die Funktion „Computer History“ für ChatGPT auf dem Mac eingeführt. Sie verfolgt Mausklicks, Tastatureingaben und App-Wechsel in ausgewählten Anwendungen und erstellt daraus eine durchsuchbare Zeitleiste der Nutzeraktivitäten.
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Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert und aktuell nur für Pro-, Business- und Enterprise-Nutzer verfügbar, bei Unternehmenskonten zudem nur nach Freigabe durch Administratoren. Sie ist als Opt-in konzipiert und schließt privates Browsen aus. Nutzer können einzelne Apps von der Aufzeichnung ausschließen, die Erfassung pausieren und bereits gespeicherte Einträge löschen.
Technisch speichert „Computer History“ die erfassten Daten lokal als unverschlüsselten Klartext. Die Rohdateien werden nach 48 Stunden gelöscht, und die Daten fließen laut OpenAI nicht in das Training der KI-Modelle ein. In der Europäischen Union, der Schweiz und Großbritannien ist die Funktion derzeit nicht verfügbar; eine Einführung dort ist jedoch geplant.
Kritik an Sicherheitsarchitektur
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Die unverschlüsselte lokale Speicherung der Aktivitätsdaten hat bei Beobachtern Bedenken ausgelöst. Kritisiert wird insbesondere, dass andere Anwendungen auf dem Gerät theoretisch Zugriff auf die im Klartext abgelegten Daten erhalten könnten, solange diese nicht gelöscht sind.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der ChatGPT nach Angaben von OpenAI weltweit auf etwa 1 Milliarde monatlich aktive Nutzer kommt. Eine Funktion, die dauerhaft Bildschirminhalte, Meetings und Kommunikationskanäle wie E-Mail oder Slack einbezieht, würde die Reichweite der Datenerfassung gegenüber der bisherigen „Computer History“-Funktion erheblich ausweiten.
Wie genau Nutzer künftig festlegen können, welche Informationen die KI verarbeitet, und welche Sicherheitsvorkehrungen für eine derart umfassende Überwachung greifen sollen, ließ Altman offen.
