ChatGPT-Phishing: 100.000 Konten angegriffen mit gefälschten Rechnungen
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 00:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Cofense Phishing Defense Center hat eine neue Phishing-Kampagne identifiziert, bei der Cyberkriminelle gefälschte Rechnungen im Namen von ChatGPT beziehungsweise OpenAI versenden.
Wie aus einem Bericht vom 18. September 2026 hervorgeht, fordern die Angreifer in den betrügerischen E-Mails die Zahlung eines Betrags in Höhe von 23,80 US-Dollar. Um den Druck auf die Empfänger zu erhöhen, setzen die Täter eine knappe Frist von 48 Stunden für den Ausgleich der vermeintlich offenen Forderung.
Technische Analyse der Betrugsmasche
Die betroffenen Nachrichten sind optisch professionell gestaltet, weisen jedoch bei genauerer Betrachtung deutliche Merkmale eines Betrugsversuchs auf. Sicherheitsanalysten stellten fest, dass die verwendete Absenderadresse nicht von einer offiziellen Domain des Unternehmens OpenAI stammt. In dokumentierten Fällen trat unter anderem die Adresse 9527db6e1a.nxcli.io als Absender in Erscheinung.
Innerhalb der E-Mail befindet sich eine Schaltfläche, die die Nutzer zur vermeintlichen Rechnungsbegleichung auffordert. Klickt ein Anwender auf diesen Button, wird er nicht direkt zu den Zahlungsdiensten weitergeleitet.
Stattdessen erfolgt die Umleitung über eine Seite, die einen Google-API-Wrapper nutzt. Ziel dieses Redirects ist eine gefälschte Anmeldeseite, die auf der Domain nxcli.io gehostet wird. Dort kommen spezifische Skripte wie login.php und key.php zum Einsatz, um die eingegebenen Daten abzugreifen.
Sobald ein Nutzer seine Zugangsdaten auf der manipulierten Website eingibt, werden diese unmittelbar an die Hintermänner der Kampagne übermittelt. Um den Diebstahl zu verschleiern, erscheint für den Anwender im Anschluss lediglich eine generische Fehlerseite. Dies soll verhindern, dass Opfer den Betrug sofort bemerken und ihre Passwörter umgehend ändern.
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Internationales Ausmaß und betroffene Regionen
Die Reichweite der Kampagne ist nach Einschätzung von Branchenexperten erheblich. Laut Daten von Microsoft Threat Intelligence wurden an einem einzigen Tag bis zu 100.000 Postfächer weltweit angegriffen. Die Kampagne konzentrierte sich dabei schwerpunktmäßig auf drei Länder.
Berichten zufolge entfielen allein 4.500 der identifizierten Phishing-Mails auf Südafrika. Neben dieser Region standen insbesondere europäische Länder im Fokus der Angreifer. Zu den primären Zielen gehörten demnach auch Nutzer in der Schweiz und in Österreich. Die massenhafte Verbreitung der E-Mails deutet auf eine automatisierte und gut koordinierte Infrastruktur der Täter hin.
Warnsignale und Sicherheitsempfehlungen
Sicherheitsexperten des Cofense Phishing Defense Center weisen darauf hin, dass es klare Indikatoren gibt, um diese Phishing-Versuche zu entlarven. Ein wesentliches Warnzeichen sei demnach jede Verlinkung, die außerhalb der offiziellen Authentifizierungs-Domain auth.openai.com liegt.
Nutzer sollten grundsätzlich misstrauisch gegenüber Zahlungsaufforderungen sein, die über unbekannte oder kryptische Absenderadressen eingehen, die keinen direkten Bezug zum Dienstleister aufweisen.
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Analysten raten dazu, Rechnungen und Kontostände ausschließlich über die offiziellen Portale der Anbieter zu prüfen und niemals Zugangsdaten auf Seiten einzugeben, die über Links in unangeforderten E-Mails erreicht wurden. Die aktuelle Welle verdeutlicht erneut, dass die Popularität von KI-Diensten wie ChatGPT verstärkt von Kriminellen für Social-Engineering-Angriffe genutzt wird.
