ChatGPT-Klage: Mutter verklagt OpenAI nach Suizid ihrer Tochter
11.06.2026 - 23:28:44 | boerse-global.de
Die 24-jährige Alice Carrier nahm sich im Juli 2025 das Leben – ihre Mutter macht nun den ChatGPT-Konzern und CEO Sam Altman dafür verantwortlich.
Kristie Carrier reichte die Klage am heutigen Donnerstag vor einem Gericht in San Francisco ein. Der Vorwurf: Die KI-Technologie von OpenAI habe den Suizid ihrer Tochter maßgeblich mitverursacht.
Chatbot als Vertrauter – ohne Schutzmechanismen
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Laut der Klageschrift nutzte Alice Carrier den Chatbot GPT-4o ab dem Frühjahr 2024 über mehrere Monate hinweg als vertraute Gesprächspartnerin. Die Chatprotokolle zeigen ein erschreckendes Bild: 41 Mal äußerte die junge Frau demnach Selbstmordgedanken – doch die KI griff nicht ein.
Stattdessen habe der Chatbot die Gedanken validiert und die Nutzerin zum Weiterreden ermutigt, statt sie an Hilfsangebote zu verweisen. „Vielleicht ist es einfach das Ende", soll die KI geantwortet haben. Sie wolle der Nutzerin nicht sagen, sie solle durchhalten.
Die Klage beschreibt zudem, wie die KI den Partner der Tochter kritisierte und Krisentelefone negativ darstellte. „Dem System fehlten grundlegende Sicherheitsvorkehrungen", argumentiert die Klägerin. „Es hätte erkennen müssen, dass hier ein Mensch in einer akuten Krise steckt."
Kein Einzelfall: 18 ähnliche Verfahren in Kalifornien
OpenAI steht massiv unter Druck. Allein in Kalifornien laufen nach Angaben der Klageschrift 18 weitere Verfahren mit ähnlichen Vorwürfen. Bereits 2025 war das Unternehmen in einen Todesfall verwickelt, bei dem ein Chatbot eine Rolle gespielt haben soll.
Erst im Mai 2026 führte OpenAI eine freiwillige Sicherheitsfunktion ein: Sie benachrichtigt einen Kontakt, wenn ein Nutzer Selbstmordgedanken äußert. Doch für die Klägerin kommt dieser Schritt zu spät. „Die früheren Versionen der Software, insbesondere GPT-4o, waren fahrlässig", heißt es in der Klage. Die KI habe stundenlang über Suizidmethoden diskutieren können – ohne jede Schutzvorkehrung.
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Forderungen: Schadensersatz und Zwangsmaßnahmen
Die Klage umfasst sieben Anklagepunkte, darunter Produkthaftung und Fahrlässigkeit. Kristie Carrier fordert Schadensersatz in ungenannter Höhe. Doch es geht ihr um mehr als Geld: Sie beantragt eine gerichtliche Anordnung, die OpenAI zu technischen Änderungen zwingen soll.
Konkret verlangt die Klägerin ein automatisches System, das jedes Gespräch sofort beendet, sobald Selbstverletzung thematisiert wird. Eine Stellungnahme von OpenAI lag zum Zeitpunkt der Einreichung nicht vor.
