ChatGPT, PowerPoint

ChatGPT in PowerPoint: OpenAI startet Präsentations-Tool seit Mai

25.05.2026 - 18:09:27 | boerse-global.de

OpenAI integriert ChatGPT tief in Microsoft PowerPoint. Nutzer generieren komplette Präsentationen aus Notizen und Screenshots.

ChatGPT in PowerPoint: OpenAI startet Präsentations-Tool seit Mai - Foto: über boerse-global.de
ChatGPT in PowerPoint: OpenAI startet Präsentations-Tool seit Mai - Foto: über boerse-global.de

Microsoft und OpenAI vertiefen ihre Partnerschaft: Seit dem 24. Mai 2026 können Nutzer Präsentationen per Sprachbefehl erstellen.

Der Markt für KI-gestützte Bürosoftware erlebt einen grundlegenden Wandel. Mit der Beta-Version des ChatGPT-Add-Ins für Microsoft PowerPoint betritt OpenAI nun direkt die Bühne der Präsentationssoftware. Das Tool, das über eine Seitenleiste gesteuert wird, erlaubt es Nutzern, komplette Folien aus Notizen, Dokumenten oder sogar Screenshots zu generieren. Möglich macht dies eine neu strukturierte Vereinbarung zwischen Microsoft und OpenAI, die eine nicht-exklusive Lizenz bis 2032 für solche tiefen Integrationen vorsieht.

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Damit positioniert sich ChatGPT als direkter Konkurrent zu Microsofts eigenem Copilot und zu Anthropics Claude innerhalb der Office-Umgebung. Ein spannender Schachzug, denn eigentlich sitzen Microsoft und OpenAI im selben Boot.

ChatGPT als Präsentations-Coach

Die Beta-Version steht zunächst für Business-, Enterprise- und Bildungskunden sowie verschiedene Pro-Tarife zur Verfügung. Ein Rollout für Free-Nutzer soll in den kommenden Wochen folgen. Das Add-In verbindet sich mit Gmail, Outlook und SharePoint und kann aus Besprechungsnotizen oder Bildern ganze Folienreihen erstellen.

Besonders interessant: Die KI analysiert die Präsentation auf inhaltliche Lücken und antizipiert mögliche Fragen des Publikums. Screenshots lassen sich in bearbeitbare Folienelemente umwandeln. Noch nicht vollständig unterstützt werden komplexe Vorlagen, spezifische Schriftarten oder aufwendige Diagramme. Der Schritt kommt nicht überraschend – Anthropic hatte Claude bereits Ende 2024 und 2025 in ähnliche Workflows integriert.

Microsoft rüstet Windows-Suche auf

Parallel zur OpenAI-Integration arbeitet Microsoft an der Verbesserung des Kernsystems. Seit dem 24. Mai testet der Konzern in der Insider Experimental Preview Build 26300.8493 eine optimierte Windows-11-Suche. Lokale Dateien und Anwendungen werden künftig bevorzugt angezeigt, wenn sie besser zum Suchbegriff passen als Web-Ergebnisse. Die Internetvorschläge bleiben erhalten, ihre Priorität wurde jedoch gesenkt – eine Reaktion auf jahrelange Nutzerkritik.

Einen Tag zuvor veröffentlichte Microsoft Research zudem eine neue Familie browserbasierter KI-Agenten namens Fara1.5. Die Modelle mit 4 bis 27 Milliarden Parametern navigieren autonom durch das Web. Das größte Modell, Fara1.5-27B, erreichte beim Online-Mind2Web-Benchmark eine Erfolgsquote von 72 Prozent und übertraf damit Modelle von OpenAI und Googles Gemini 2.5.

Nischenlösungen und Spezialtools

Neben den großen Plattformen entstehen zunehmend spezialisierte Lösungen. Ein Beispiel: Granola AI, ein Meeting-Assistent, der Gespräche transkribiert und Notizen in Plattformen wie Notion und HubSpot integriert. Der Dienst kostet 14 Euro pro Nutzer im Business-Tarif und 35 Euro für Enterprise-Kunden.

Das Startup IrisGo, gegründet von ehemaligen Apple-Ingenieuren, sicherte sich kürzlich 2,8 Millionen US-Dollar (rund 2,6 Millionen Euro) Seed-Finanzierung vom AI-Fund des bekannten KI-Forschers Andrew Ng. Das Unternehmen entwickelt einen proaktiven Desktop-Assistenten für macOS und Windows, der Arbeitsabläufe durch Beobachtung erlernt.

Der Preis der Automatisierung

Der Trend zur Rund-um-die-Uhr-Automatisierung wird durch Googles Ankündigung von Gemini Spark auf der I/O 2026 am 19. Mai unterstrichen. Der cloudbasierte Agent soll E-Mails, Termine und Einkäufe eigenständig erledigen. Die US-Beta startet im Mai 2026 für Abonnenten des AI-Ultra-Tarifs – zu einem stolzen Preis von 250 US-Dollar monatlich.

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Doch nicht alle ziehen mit. Berichte vom 24. Mai zeigen, dass einige Nutzer bewusst den Rückzug antreten: Sie wechseln von komplexen Setups mit Slack und Notion zu einheitlicheren Plattformen wie Basecamp, um der „Tool-Müdigkeit" zu entkommen. Andere nutzen schlichte Texteditoren wie VS Code für Notizen und Logs – ein bewusster Verzicht auf proprietäre Zwänge.

Ausblick: Die Grenzen verschwimmen

Die rasante Expansion der KI-Fähigkeiten im Microsoft-Office-Ökosystem lässt die Grenzen zwischen Betriebssystem und Anwendungsebene zunehmend verschwimmen. Für OpenAI, das einem möglichen Börsengang entgegensieht, ist die tiefe Integration in etablierte Geschäftsabläufe wie PowerPoint ein strategischer Schritt, um sich dauerhaft im Enterprise-Markt zu verankern.

In den kommenden Monaten wird der Wettbewerb weiter an Fahrt aufnehmen. Während Google Gemini Spark in den US-Markt drängt und Microsoft seine Suchoptimierungen auf die allgemeine Windows-11-Bevölkerung ausrollt, verschiebt sich der Fokus für Unternehmen von einfachen Generierungsaufgaben hin zu komplexen, autonomen Workflows. Die hohen Kosten der Premium-Agenten – Googles 250-Dollar-Angebot ist nur ein Beispiel – könnten jedoch die Geschwindigkeit der Adoption bei kleineren Organisationen bremsen.

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