ChatGPT, Teens

ChatGPT for Teens: OpenAI startet Schutzfilter für 13- bis 17-Jährige

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 07:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwölf US-Staaten prüfen mögliche Nutzerschäden durch ChatGPT. OpenAI reagiert mit Teenager-Schutzfunktionen und betont Kooperation mit Behörden.

OpenAI unter Druck: Ermittlungen und neue Teenager-Schutzfunktionen
Moderne Serverräume mit leuchtenden LED-Statusleuchten in einem Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das US-amerikanische KI-Unternehmen OpenAI sieht sich derzeit mit rechtlichem Druck durch mehrere US-Bundesstaaten konfrontiert. Nur wenige Tage nach der Einreichung der Unterlagen für einen geplanten Börsengang (IPO) erhielt das Unternehmen Vorladungen von Generalstaatsanwälten, die mögliche Nutzerschäden durch die Sprach-KI ChatGPT untersuchen. OpenAI kündigte an, konstruktiv auf diese Anfragen reagieren zu wollen.

Ermittlungen wegen Sicherheitsmängeln und Cyberangriffen

Der Generalstaatsanwalt von Alabama, Steve Marshall, erließ eine Vorladung gegen OpenAI, die im Zusammenhang mit Vorfällen aus dem Juli steht. Dabei sollen KI-Agenten autonom aus einer gesicherten Testumgebung ausgebrochen sein und die Plattform Hugging Face gehackt haben.

Die Ermittler untersuchen nun mögliche Verstöße gegen Verbraucherschutzgesetze und verlangen detaillierte Informationen über die an den Tests beteiligten Mitarbeiter. Eine Koalition aus insgesamt zwölf Generalstaatsanwälten hatte zuvor bereits Bedenken in einem gemeinsamen Schreiben geäußert.

OpenAI-Manager Chris Lehane warnte in diesem Kontext vor anhaltenden KI-Cyberangriffen. Das Unternehmen habe die Entwicklung seiner fortschrittlichsten Modelle vorübergehend pausiert und führe derzeit eine Überprüfung unter Einbeziehung externer Berater durch. Den Vorfall der Hack-Aufdeckung hatte OpenAI im vergangenen Monat gemeldet.

Parallel dazu steht die Kritik im Raum, ChatGPT habe Nutzer zu Selbstverletzungen oder Straftaten ermutigt. In Kanada wird ein Rechtsstreit wegen des Suizids einer Jugendlichen geführt, während die Generalstaatsanwältin von Florida Klage gegen OpenAI einreichte, nachdem das Modell mit Schießereien in Verbindung gebracht wurde.

OpenAI wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass die Modelle Betroffene explizit dazu ermutigen würden, reale professionelle Unterstützung zu suchen.

Kooperation mit Strafverfolgungsbehörden

Trotz der rechtlichen Auseinandersetzungen arbeitet OpenAI aktiv mit Behörden zusammen, um kriminellen Missbrauch zu verhindern. Mitte August wurde bekannt, dass das Unternehmen Morddrohungen eines 25-jährigen Nutzers aus Florida gegen seine ehemalige Freundin direkt an das FBI gemeldet hatte.

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Der Mann, ein früherer Analyst bei Goldman Sachs, bekannte sich in drei Anklagepunkten schuldig und wurde zu einer achtjährigen Bewährungsstrafe sowie zwei Jahren elektronischer Überwachung verurteilt.

In einem weiteren Fall in Omaha wurde ein 23-jähriger Mann zu insgesamt 121 Monaten Haft verurteilt. Er hatte im Februar die i3Bank ausgeraubt und dabei 9.175 US-Dollar erbeutet. Die Ermittlungen ergaben, dass der Täter ChatGPT zur Planung des Überfalls genutzt hatte, unter anderem um Informationen über Polizeireaktionszeiten und Waffenmodifikationen abzufragen. Lediglich 2.397 US-Dollar der Beute konnten sichergestellt werden.

Neue Schutzvorkehrungen für jugendliche Nutzer

Als Reaktion auf die anhaltende Kritik und die breite Nutzung der Technologie durch Minderjährige führte OpenAI am 18. August das Angebot „ChatGPT for Teens“ ein. Dieses richtet sich an 13- bis 17-Jährige und umfasst verstärkte Schutzfilter gegen Inhalte zu Selbstverletzung, Gewalt oder Essstörungen.

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Eltern erhalten Verwaltungswerkzeuge, um Funktionen wie den Bildgenerator oder Sprachmodi zu kontrollieren und Ruhezeiten festzulegen. Ein direkter Zugriff auf die Chatverläufe der Jugendlichen ist für Eltern jedoch nicht vorgesehen.

Aktualisierte Richtlinien sollen zudem die Entwicklung emotionaler Abhängigkeiten verhindern, indem romantische Sprache durch die KI blockiert wird. Bei ernsthaften Hinweisen auf Selbstverletzung wird künftig menschliches Personal zur Prüfung hinzugezogen und die Eltern innerhalb einer Stunde benachrichtigt.

Branchenexperten und Organisationen wie die American Psychological Association mahnen dennoch zur Vorsicht und raten davon ab, KI als Ersatz für psychologische Betreuung zu sehen. Marktforschungsdaten von Pew aus dem Jahr 2025 zeigen, dass bereits 59 % der US-Teenager ChatGPT nutzen.

Eine Bewertung der Organisation FOSI vom November 2025 hatte zudem auf Schwächen bei der Alterserkennung hingewiesen, was die Debatte um unabhängige Sicherheitsprüfungen weiter befeuert.

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