ChatGPT, Enterprise

ChatGPT Enterprise: iManage verbindet KI mit Governance-Strukturen

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 12:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

iManage verknüpft ChatGPT Enterprise mit geschützten Inhalten, während Marloo Finanzberatern automatisierte Portfolioanalysen ermöglicht.

iManage und Marloo bringen KI-Agenten in Fachsoftware
Ein minimalistisch gestalteter Archivraum mit ordentlichen Holzregalen und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

In der Softwarebranche zeichnet sich eine verstärkte Integration von KI-Agenten in spezialisierte Wissensmanagementsysteme ab. Die Unternehmen iManage und Marloo haben neue Anwendungen vorgestellt, die darauf abzielen, künstliche Intelligenz direkt in die Arbeitsabläufe von Rechts- und Finanzexperten einzubinden.

Während iManage auf die Verknüpfung von Governance-Strukturen mit ChatGPT Enterprise setzt, fokussiert sich Marloo auf die automatisierte Auswertung umfangreicher Kundenportfolios im Finanzsektor.

iManage verbindet Governance mit generativer KI

Der Softwareanbieter iManage hat die Einführung eines sogenannten Governed-AI-Plugins für ChatGPT Enterprise angekündigt. Diese Erweiterung soll es ermöglichen, direkt innerhalb der ChatGPT-Umgebung auf geschützte Inhalte aus iManage zuzugreifen. Dabei wurde betont, dass bestehende Sicherheitsvorkehrungen wie Zugriffsberechtigungen, ethische Barrieren (Ethical Walls) und Audit-Trails vollständig erhalten bleiben.

Technologische Basis für diese Anbindung ist die iManage Context Fabric. Kunden können das Plugin nach Angaben des Unternehmens direkt in ChatGPT Enterprise aktivieren. Als mögliches Einsatzszenario nannte der Anbieter die Überprüfung von Verträgen.

Hierbei könnten aktuelle Vereinbarungen, die zugehörige Korrespondenz sowie Ergänzungen in iManage identifiziert, bearbeitet und anschließend wieder im entsprechenden Workspace gesichert werden. CEO Neil Araujo erklärte dazu, dass Kunden eine freie Wahl ihrer KI-Werkzeuge anstreben, ohne dabei Kompromisse bei der Governance eingehen zu müssen.

Marloo automatisiert Wissensabfrage für Finanzberater

Parallel dazu hat das Unternehmen Marloo einen KI-Assistenten unter dem Namen „Ask Marloo“ auf den Markt gebracht. Das Tool richtet sich an Finanzberater und ermöglicht es, Fragen über das gesamte Kundenbuch hinweg zu stellen. Das System nutzt Large-Language-Model-Technologie (LLM) und greift auf CRM-Systeme, Meeting-Notizen, Dokumente, E-Mails sowie externe Quellen zu, um innerhalb weniger Sekunden Antworten zu generieren.

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Das Ziel der Entwicklung sei es, den Zeitaufwand für die Überprüfung der Finanzlage, von Versicherungen und Investments signifikant zu senken. Insbesondere bei der Übernahme von Kundenbeständen soll das Werkzeug detaillierte Übersichten, Beratungsprotokolle und offene Aufgaben auf Abruf bereitstellen.

Co-Founder Hardy Michel wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Beratung in der Branche bisher stark auf dem persönlichen Gedächtnis basiere. Kailee Maloney, die das Australien-Geschäft leitet, ergänzte, dass das Tool eine neue Startseite und Funktionen für E-Mail-Entwürfe umfasse.

In der Praxis lassen sich laut Marloo spezifische Abfragen durchführen, etwa nach Versicherungen mit einer Erneuerung im laufenden Monat, der Exposition gegenüber Zinsanstiegen oder Kunden, die nach einer Erbschaft seit drei Monaten keinen Kontakt mehr zum Berater hatten.

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Strategische Einordnung und Marktentwicklung

Die Einführung von „Ask Marloo“ erfolgt rund ein Jahr nach einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 4,2 Mio. USD, die von Blackbird Ventures angeführt wurde. Zum damaligen Zeitpunkt verzeichnete das Unternehmen ein monatliches Wachstum von 45 % in den Märkten Australien, Neuseeland und Großbritannien.

Vor der Einführung des neuen Assistenten lag der Schwerpunkt des Unternehmens auf der Automatisierung von Aktennotizen, der Kundenkommunikation und der Erstellung von Beratungsdokumenten.

Das neue KI-Tool soll Beratungsfirmen zudem dabei unterstützen, institutionelles Wissen zu bewahren, wenn Berater aus dem Unternehmen ausscheiden oder in den Ruhestand treten. Durch den Zugriff auf historische Interaktionen und Beratungsprotokolle sollen Übergabeprozesse gestrafft und die Kontinuität in der Kundenbetreuung sichergestellt werden. Das Tool ist vollständig in die bestehende Marloo-Plattform integriert.

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