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ChatGPT Computer History: OpenAI speichert Aktivitäten unverschlüsselt

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 21:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ChatGPTs neue Computer-History-Funktion speichert Nutzeraktivitäten unverschlüsselt lokal. Sicherheitsexperten warnen vor Datenmissbrauch und Prompt-Injection-Risiken.

ChatGPT für macOS: Neue Computer-History-Funktion wirft Datenschutzfragen auf
Ein moderner, schwach beleuchteter Arbeitsplatz mit einem Laptop auf einem Schreibtisch bei Nacht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

OpenAI hat die Funktionsweise seiner ChatGPT-Anwendung für macOS um das Feature „Computer History“ erweitert. Die neue Funktion, die seit dem 20. August 2026 im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), der Schweiz und Großbritannien verfügbar ist, ermöglicht eine umfassende Protokollierung von Nutzeraktivitäten.

Aktuelle Untersuchungen werfen nun jedoch kritische Fragen zur Datensicherheit auf, da die aufgezeichneten Informationen teilweise unverschlüsselt auf dem lokalen Dateisystem verbleiben.

Weitreichende Protokollierung und lokale Sicherheitsrisiken

Die Funktion „Computer History“, die als Nachfolger des Formats Codex Chronicle gilt, erfasst Nutzerinteraktionen wie Tastatur- und Mauseingaben über die Bedienungshilfen-Berechtigungen des Betriebssystems.

Während das Tool keine Screenshots erstellt, speichert es Aktionsprotokolle für einen Zeitraum von bis zu 48 Stunden. Die Funktion steht Nutzern der Abonnements Pro (zu einem Preis von 100 US-Dollar pro Monat), Business und Enterprise zur Verfügung, sofern die Erinnerungsfunktion aktiviert ist.

Ein zentraler Kritikpunkt von Sicherheitsexperten betrifft die lokale Speicherung der sogenannten Memory-Dateien. Diese werden im Dateisystem unter dem Pfad .codex/memories/extensions/skysight/resources abgelegt.

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Analysen zeigen, dass diese Dateien als unverschlüsselter Klartext im Markdown-Format gespeichert und nicht automatisch gelöscht werden. Dies stellt ein potenzielles Risiko dar, da lokale Angreifer oder Schadsoftware mit Zugriff auf das Dateisystem diese Informationen auslesen könnten. Zudem wird vor der Gefahr von Prompt-Injection-Angriffen gewarnt, die durch die ungeschützten Markdown-Strukturen begünstigt werden könnten.

In praktischen Tests wurde deutlich, wie detailliert die Erfassung arbeitet. So ließen sich über den Befehl „@Computer History“ Informationen über zuvor besuchte sensible Websites, private Notizen sowie Aktivitäten während Pausenzeiten abrufen. Der Abrufvorgang dieser Daten nimmt nach Beobachtungen etwa fünd bis sechs Minuten in Anspruch.

Zugriffsberechtigungen und Datenschutzvorkehrungen

Die Funktionalität von „Computer History“ setzt tiefgreifende Systemberechtigungen voraus. Um unter anderem Apple-Nachrichten lesen, durchsuchen, zusammenfassen oder senden zu können, benötigt die Anwendung Vollzugriff auf die Festplatte sowie Berechtigungen für Kontakte und Automatisierungen.

OpenAI nutzt hierfür eine Kombination aus lokaler Verarbeitung und AppleScript. Obwohl das Unternehmen keinen vollständigen Index aller Nachrichten speichert, wird darauf hingewiesen, dass der geforderte Festplattenzugriff weit über den Bereich der Messaging-Dienste hinausgeht.

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Hinsichtlich der Art der erfassten Daten gibt es Einschränkungen: Sensible Informationen wie URLs und Codes für die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) werden protokolliert. Passwörter sollen hingegen nicht erfasst werden, sofern das Systemmerkmal „Secure Input“ aktiv ist. OpenAI selbst warnt vor der Speicherung sensibler Informationen und weist auf die fehlende Verschlüsselung sowie das Risiko von Prompt-Injections hin.

Der während der Nutzung entstehende Ereignisstrom wird zur Verarbeitung an OpenAI übermittelt. Das Unternehmen betont dabei, dass diese Datenströme dort weder dauerhaft gespeichert noch für das Training künftiger KI-Modelle verwendet werden.

Während die temporären Protokolldaten serverseitig nach 48 Stunden gelöscht werden sollen, bleiben die lokalen Memory-Dateien auf dem Endgerät des Nutzers bestehen, bis sie manuell entfernt werden. Das Feature erfordert für die Interaktion mit iMessages zudem die ausdrückliche Zustimmung des Anwenders für jedes genutzte Plugin.

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