ChatGPT, Codex

ChatGPT Codex: OpenAI-Tool erreicht Marktparität mit Claude Code

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 11:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

OpenAIs Codex erreicht ähnliche Nutzerzahlen wie Claude Code. Cloud-Infrastruktur und neue Standards prägen die Zukunft der KI-Entwicklung.

OpenAI Codex holt zu Claude Code auf: Marktparität bei KI-Entwicklertools erreicht
Ein moderner Arbeitsplatz für Softwareentwicklung mit leuchtendem Programmcode auf einem Bildschirm. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Anfang August verzeichnete die Entwicklerplattform ChatGPT Codex von OpenAI eine deutliche Annäherung an den wichtigsten Wettbewerber Claude Code in Bezug auf die Zugriffszahlen. Daten des Analysedienstes Similarweb belegen, dass Codex am 1. August 2026 etwa 213.000 tägliche Besuche erreichte, während Claude Code auf 197.000 Zugriffe kam. Damit hat das OpenAI-Tool im Bereich der KI-gestützten Programmierung die Marktparität mit dem Konkurrenzprodukt von Anthropic erreicht.

Die Entwicklung in den vergangenen Wochen zeigt eine hohe Dynamik im Markt für KI-Entwicklerwerkzeuge. Während Claude Code im Juli zunächst mit über 200.000 täglichen Besuchen führte und Codex zu diesem Zeitpunkt noch weniger als 100.000 Zugriffe verzeichnete, kam es Mitte Juli zu einer Trendwende. Ab dem 13. Juli stiegen die Zugriffszahlen für Codex auf über 300.000 an, womit das Tool Claude Code zeitweise überholte. Zum Monatsende pendelten sich beide Dienste in einem Bereich zwischen 260.000 und 290.000 täglichen Besuchen ein.

Technologischer Wandel hin zur Cloud-Infrastruktur

Trotz des aktuellen Erfolgs sieht OpenAI die derzeitige Architektur von Codex als Übergangslösung. OpenAI-Produktmanager Thibault Sottiaux prognostizierte, dass Codex in wenigen Monaten als vergleichsweise primitives Werkzeug angesehen werden dürfte. Die derzeitige lokale Architektur, die auf dem sogenannten Harness-System basiert, stoße bei Rechenleistung, Speicher und der Bearbeitung komplexer, langwieriger Aufgaben an ihre Grenzen.

Sottiaux betonte, dass die nächste Generation von KI-Agenten eine Cloud-Infrastruktur benötige, da herkömmliche Laptops für diese Anforderungen unzureichend seien. Codex unterstützt bereits heute den asynchronen Cloud-Betrieb, während vermehrt cloud-native Micro-Sandboxes wie E2B, Daytona oder Modal an Bedeutung gewinnen. Ein Beleg für die Leistungsfähigkeit von Cloud-basierten Systemen war bereits im Februar zu beobachten, als 16 Instanzen von Claude in 2.000 Cloud-Sessions gemeinschaftlich einen C-Compiler erstellten.

Anzeige

Mit dem technologischen Wandel und neuen KI-Gesetzen entstehen für Betriebe auch neue digitale Risiken. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Gratis-Report zu neuen Cyberrisiken anfordern

Um die Interoperabilität solcher Systeme zu fördern, haben OpenAI, Microsoft, Amazon, Cursor und Vercel kürzlich einen offenen Standard für „Agent Plugins“ angekündigt. Dieser Standard wird bereits von sechs Clients, darunter Codex, ChatGPT, GitHub Copilot und VS Code, unterstützt. Die Ankündigung stieß in der Fachwelt auf großes Interesse und erreichte innerhalb von 24 Stunden über 1,1 Millionen Aufrufe.

Wirtschaftlichkeit und Funktionsumfang im Fokus

Neben der technologischen Entwicklung spielt die Preisgestaltung eine entscheidende Rolle im Wettbewerb. Analysen zeigen, dass das Abonnement-Modell von Codex, das für Plus-Nutzer bei 20 US-Dollar und für Pro-Nutzer ab 100 US-Dollar pro Monat liegt, bei intensiver Programmierung kosteneffizienter sein kann als tokenbasierte Abrechnungsmodelle chinesischer Anbieter. Ein Vergleich verdeutlichte dies: Während bei dem Modell GLM-5.2 bei einem extrem hohen Token-Verbrauch Kosten von über 1.000 US-Dollar pro Tag entstehen könnten, bleibt der Preis bei Codex durch die monatliche Gebühr gedeckelt. Weltweit wurden laut Daten von OpenRouter Ende Juli etwa 56,8 Billionen Token verarbeitet, wobei chinesische Modelle knapp die Hälfte des Volumens ausmachten.

Anzeige

Wer sich mit moderner IT-Infrastruktur und KI befasst, sollte auch die Sicherheit der eigenen Unternehmensdaten im Blick behalten. Erfahren Sie im kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Unternehmen proaktiv absichern. Kostenloses E-Book für IT-Sicherheit herunterladen

Parallel dazu erweitert OpenAI den Funktionsumfang seiner Plattform. Die Codex-Desktop-App für Mac erhielt kürzlich ein Update, das eine „Appshots“-Funktion für Screenshots inklusive Texterkennung sowie den /goal-Befehl für langfristige Aufgaben umfasst. Zudem ermöglicht eine neue Integration die Nutzung von über 70 Werkzeugen von Adobe, darunter Photoshop und Acrobat, direkt innerhalb der ChatGPT-Umgebung. Diese Funktionen sind primär auf die Nutzung mit Codex und der professionellen Work-Suite ausgelegt.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69929779 |