ChatGPT Business: OpenAI senkt Preis auf 20 Euro pro Nutzer
20.06.2026 - 17:25:10 | boerse-global.de
ChatGPT Business kostet ab sofort nur noch 20 Euro pro Nutzer.
Preisoffensive im Enterprise-Geschäft
OpenAI hat die Preise für seinen Business-Tarif drastisch gesenkt. Statt bisher höherer Kosten zahlen Unternehmen ab dem heutigen Samstag nur noch umgerechnet 20 Euro pro Sitzplatz. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Strategie, die den Konzern im hart umkämpften Markt für Geschäftskunden positionieren soll.
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Parallel dazu wächst das Entwickler-Ökosystem rasant. Die Zahl der wöchentlichen Nutzer des Codex-Tools ist auf zwei Millionen gestiegen – ein sechsfacher Anstieg. Für diese Zielgruppe führt OpenAI nun ein Pay-as-you-go-Modell ein.
Neue Kontrollmöglichkeiten für Unternehmen
Bereits am vergangenen Donnerstag führte OpenAI erweiterte Analyse- und Ausgabenkontrollen für ChatGPT Enterprise ein. Eine zentrale Global Admin Console bietet nun Dashboards zur Überwachung des Guthabenverbrauchs über ChatGPT und Codex hinweg. Administratoren können Budgets festlegen und den Verbrauch nach Nutzer, Produkt oder KI-Modell verfolgen.
Der Bedarf an solchen Kontrollen ist enorm. Bei Uber etwa war das KI-Budget für 2026 bereits im April aufgebraucht – die Nutzung durch Entwickler war von 32 auf 84 Prozent gestiegen. Laut Daten des Finanzdienstleisters Ramp zahlte das durchschnittliche Unternehmen im April 2026 monatlich umgerechnet rund 2.100 Euro für KI-Token, der Spitzenwert lag bei über 130.000 Euro.
Neue Automatisierungsfunktionen – mit Einschränkungen
Für macOS-Nutzer hat OpenAI die „Record & Replay“-Funktion für Codex veröffentlicht. Das Tool erlaubt es, einen digitalen Arbeitsablauf einmal vorzuführen – etwa das Hochladen von Videoinhalten mit bestimmten Metadaten. Codex wandelt die Aktion dann in eine wiederverwendbare Fähigkeit um, die autonom wiederholt werden kann.
Doch Vorsicht: Während die „Computer Use“-Funktion seit dem 16. Juni in der EU verfügbar ist, bleibt die neue Record & Replay-Funktion in der Europäischen Union, Großbritannien und der Schweiz vorerst gesperrt. Das neueste Update, Version 26.616, bringt zudem Stapelaktionen für die Automatisierungshistorie und die Möglichkeit, Threads zwischen lokalen und entfernten Hosts zu übergeben.
Milliardenmarkt KI: Der Wettlauf um Standards
Die technischen Neuerungen kommen nicht von ungefähr. Die Analysten von Gartner prognostizieren für 2026 globale KI-Ausgaben von umgerechnet rund 2,4 Billionen Euro – ein Anstieg um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um die Komplexität dieser Ausgaben zu bewältigen, hat die Linux Foundation Anfang Juni die Tokenomics Foundation ins Leben gerufen. Ihr Ziel: branchenweite Standards für die Messung des KI-Token-Verbrauchs.
Steht ein neues KI-Modell bevor?
Zwischen dem 18. und 19. Juni berichteten Nutzer von plötzlichen Leistungsveränderungen bei ChatGPT und Codex – schärfere Ausgaben bei längeren Antwortzeiten. Branchenbeobachter vermuten, dass OpenAI A/B-Tests für ein neues Modell durchführt. In technischen Logs tauchen die Codenamen „kindle-alpha“ oder „iris-alpha“ auf.
Das neue Modell soll einen aktualisierten Wissensstand von Dezember 2025 und erweiterte Reasoning-Funktionen bieten. OpenAIs Chefwissenschaftler Jakub Pachocki soll dem Team mitgeteilt haben, dass das nächste Modell eine „bedeutende Verbesserung“ gegenüber der GPT-5.5 Pro-Version darstellt. Prognosemärkte setzen inzwischen hohe Wahrscheinlichkeiten auf eine offizielle Markteinführung noch vor Ende Juni.
