ChatGPT auf WhatsApp: 500 Millionen nutzen KI wieder seit Juli
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 17:58 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Nach einer seltenen Kartellrechts-Intervention der EU-Kommission ist OpenAI's ChatGPT wieder auf WhatsApp nutzbar. Rund 500 Millionen Menschen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) können den KI-Assistenten seit dem 13. Juli 2026 wieder über eine verifizierte Kontaktnummer erreichen – ohne dafür ein eigenes ChatGPT-Konto zu benötigen.
EU-Kommission greift durch
Der Schritt folgt auf eine einstweilige Verfügung der Europäischen Kommission vom 9. Juni 2026. Gestützt auf Artikel 8(1) der Verordnung 1/2003 griff die Behörde zu einem selten genutzten Instrument: Nur zwei- oder dreimal in den letzten 25 Jahren kamen solche Maßnahmen zum Einsatz – zuletzt 2019 im Fall Broadcom. Ziel ist es, „irreparablen Schaden für den Wettbewerb" zu verhindern, während die Hauptuntersuchung läuft.
Die Kommission ordnete an, dass Meta rivalisierenden KI-Assistenten binnen fünf Werktagen wieder Zugang gewähren muss. Bis zum Abschluss des formellen Kartellverfahrens, das im Dezember 2025 eingeleitet wurde, gelten die gleichen Bedingungen wie vor Oktober 2025.
Eskalation und De-facto-Verbot
Der Streit zwischen Meta und den KI-Entwicklern eskalierte Anfang des Jahres. Meta hatte zunächst Drittanbieter-Chatbots von seiner Business-API ausgeschlossen – mit der Folge, dass ChatGPT, Microsoft Copilot und Perplexity ab dem 15. Januar 2026 gesperrt wurden.
Im März 2026 legte Meta ein neues Preismodell vor: Zwischen 0,049 und 0,13 Euro pro Nachricht sollten Entwickler zahlen. Die EU-Kommission wertete dies jedoch als De-facto-Verbot – die Gebühren würden konkurrierende KI-Dienste wirtschaftlich unmöglich machen.
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Funktionen und Risiken
Der wiederhergestellte ChatGPT-Dienst auf WhatsApp bietet Bildgenerierung, Sprachunterstützung, mehrsprachige Funktionen und Websuche. Allerdings berichten Nutzer von inkonsistenter Leistung: Mal ist der Kontakt sichtbar, liefert aber keine Antworten. Vereinzelt sollen sogar WhatsApp-Konten gesperrt worden sein, nachdem Nutzer versuchten, den KI-Assistenten zu kontaktieren.
Für Meta steht finanziell viel auf dem Spiel. Bei Verstößen gegen die Kartellverfügung drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
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Weitere Verfahren gegen Meta
Parallel dazu verschärft die EU-Kommission den Druck in einer zweiten Sache: Mitte Juli 2026 wurde Meta vorgeworfen, gegen den Digital Services Act (DSA) zu verstoßen. Im Fokus steht das suchtfördernde Design von Facebook und Instagram – etwa der unendliche Feed und die automatische Videowiedergabe. Sollten die Vorwürfe bestätigt werden, drohen Strafen von bis zu sechs Prozent des globalen Umsatzes. Meta hat nun Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen und seine Plattform-Designs zu verteidigen.
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