ChatGPT als Suchmaschine: EU stuft Dienst mit 159 Mio. Nutzern ein
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 10:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Europäische Kommission hat ChatGPT unter dem Digital Services Act offiziell als sehr große Online-Suchmaschine eingestuft. Wie aus einem Bericht der Rechtsplattform mondaq.com vom 15. September 2026 hervorgeht, erfolgte dieser Beschluss zur Einstufung als sogenannte Very Large Online Search Engine bereits am 31. August 2026. Zeitgleich stufte die Brüsseler Behörde auch die Plattformen Reddit und Roblox als sehr große Online-Plattformen ein.
Durch diese Entscheidung unterliegen die betroffenen Dienste künftig den besonderen regulatorischen Anforderungen des europäischen Regelwerks für digitale Dienste. Ausschlaggebend für die rechtliche Einordnung sind die von den Unternehmen selbst übermittelten Nutzerdaten für das Gebiet der Europäischen Union.
Nutzerzahlen übertreffen regulatorische Schwelle deutlich
Die Grundlage für die Entscheidung der EU-Kommission bildet das Überschreiten der im Gesetz festgelegten Schwelle von 45 Millionen aktiven monatlichen Nutzerinnen und Nutzern im EU-Raum. Den selbstgemeldeten Angaben zufolge erreicht ChatGPT allein mit seiner Suchfunktion monatlich rund 159 Millionen Nutzer in der Europäischen Union. Damit liegt der Dienst deutlich über der gesetzlichen Untergrenze für die Einstufung als VLOSE.
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Auch die beiden weiteren Dienste überschreiten das Kriterium klar. Für die Diskussionsplattform Reddit beläuft sich die selbstgemeldete Reichweite auf 57,2 Millionen monatliche Nutzer im europäischen Raum.
Die Spieleplattform Roblox kommt nach eigenen Angaben auf rund 46,6 Millionen monatliche Nutzer. Durch die Aufnahme dieser drei Angebote steigt die Gesamtzahl der von der Kommission bisher designierten sehr großen Online-Plattformen und Suchmaschinen auf nunmehr 28.
Viermonatige Compliance-Frist bis Januar 2027
Mit der Einstufung am 31. August 2026 hat für die Betreiber ein festgelegter Umsetzungszeitraum begonnen. Ab der offiziellen Notifikation gilt eine viermonatige Frist zur Erfüllung der Vorgaben, die bis Januar 2027 läuft. Innerhalb dieses Zeitfensters müssen die Anbieter die Einhaltung aller vorgeschriebenen Sorgfaltspflichten und Maßnahmen sicherstellen.
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Sollten die Unternehmen den gesetzlichen Bestimmungen nicht fristgerecht oder unvollständig nachkommen, drohen erhebliche finanzielle Konsequenzen. Bei Verstößen gegen die Vorschriften des Digital Services Act sind Bußgelder von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes der jeweiligen Konzerne möglich.
