Chatbot-Regeln in New York: Bis zu 3.500 Dollar Strafe bei Verstößen
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 21:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas New Yorker Department of Consumer and Worker Protection hat neue Vorschriften für automatisierte Kundenservice-Systeme vorgeschlagen. Der Vorstoß unter Behördenleiter Samuel A.A. Levine zielt sowohl auf künstliche Intelligenz als auch auf regelbasierte Chatbots ab.
Verbraucher sollen vor sogenannten Endlosschleifen geschützt werden, in denen automatisierte Systeme Kundenanliegen nicht lösen und den Kontakt zu menschlichen Mitarbeitern erschweren.
Vorgaben für Erreichbarkeit und Transparenz
Die geplanten Regelungen sollen für alle Unternehmen gelten, die in New York City geschäftlich tätig sind. Nach Angaben der Verwaltung handelt es sich um die erste derartige Maßnahme in den Vereinigten Staaten.
Der Entwurf sieht vor, dass Betriebe den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Kundendienst künftig offenlegen müssen. Zudem müssen die Systeme eine Ein-Klick-Option enthalten, über die Nutzer direkt an eine menschliche Ansprechperson weitergeleitet werden können.
Die Unterstützung muss den Bestimmungen zufolge in angemessener und zeitnaher Weise erfolgen. Die Behörde stellte klar, dass Unternehmen ihre Verantwortung nicht durch Automatisierung umgehen dürfen und tatsächliche Hilfe leisten müssen, sofern eine solche beworben wird.
Bei Verstößen gegen die neuen Richtlinien drohen finanzielle Sanktionen. Für ein erstes Vergehen ist ein Bußgeld in Höhe von 525 US-Dollar vorgesehen. Bei einer zweiten Verletzung steigt die Strafe auf 1.050 US-Dollar, während für ein drittes sowie jedes weitere Vergehen jeweils 3.500 US-Dollar fällig werden.
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Öffentliche Anhörung und Branchenreaktionen
Vor einem möglichen Inkrafttreten steht ein öffentliches Beteiligungsverfahren an. Für den 19. November 2026 hat die Behörde eine öffentliche Anhörung angesetzt. Darüber hinaus gilt eine 30-tägige Frist für schriftliche Stellungnahmen der Öffentlichkeit.
Die Initiative reiht sich in eine breitere regulatorische Dynamik ein. Laut dem Future of Privacy Forum haben Gesetzgeber in 37 Bundesstaaten bereits über 120 Chatbot-Gesetze eingebracht. Auch Marktforscher weisen auf die Grenzen der Technik hin: Wie Erhebungen von Gartner zeigen, lösen Chatbots Kundenprobleme bei Abrechnungsstreitigkeiten nur zu 17 Prozent, während die Quote bei Rücksendungen und Kündigungen bei bis zu 58 Prozent liegt.
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Gleichzeitig regt sich in der Branche Widerstand gegen lokale Sonderwege. Julie Samuels, Präsidentin der Interessenvertretung Tech:NYC, äußerte Bedenken mit Blick auf zehn Gesetzesvorschläge des Stadtrats von New York City rund um künstliche Intelligenz.
Die Organisation initiierte ein Schreiben von 115 Start-ups und Investoren. Samuels forderte, Vorgaben zur KI-Sicherheit nicht auf lokaler Ebene, sondern auf bundesstaatlicher, föderaler oder internationaler Ebene zu vereinheitlichen.
