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CEVA Logistics: Cyberangriff auf europäische Einzelhandelsketten

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 20:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hacker erbeuten bei CEVA Logistics sensible Kundendaten europäischer Händler. Die Ransomware-Gruppe Coinbasecartel bietet die Informationen im Darknet an.

CEVA Logistics: Cyberangriff legt Kundendaten offen und stört Lieferketten
Modernes Logistikverteilzentrum mit digitalen Datenüberlagerungen, die einen Cyberangriff darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein massiver Cyberangriff auf den Logistikdienstleister CEVA Logistics erschüttert den europäischen Einzelhandel. Kundendaten großer niederländischer Händler wie der E-Commerce-Plattform Bol und der Kaufhauskette De Bijenkorf wurden gestohlen und zum Verkauf angeboten. Auch deutsche Verbraucher könnten betroffen sein, da CEVA Logistics zahlreiche internationale Lieferketten betreut.

Datenleck: Was bisher bekannt ist

Der Einbruch bei CEVA Logistics, einem der weltweit größten Logistikkonzerne mit mehr als 1.700 Verteilzentren, wurde am 1. August entdeckt. Das Unternehmen informierte seinen Partner Bol umgehend über den unbefugten Zugriff. Bereits zwei Tage später meldete Bol den Vorfall der niederländischen Datenschutzbehörde, am 5. August folgte die Benachrichtigung betroffener Kunden per E-Mail.

Die Angreifer erbeuteten eine breite Palette persönlicher Daten: Namen, Adressen, Postleitzahlen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie konkrete Bestelldetails. Beide betroffenen Unternehmen betonen jedoch, dass besonders sensible Informationen wie Passwörter, Bankverbindungen und direkte Zahlungsdaten nicht kompromittiert wurden.

Erpresserbande bekennt sich zur Tat

Die Ransomware-Gruppe Coinbasecartel hat die Verantwortung für den Angriff übernommen und bietet die gestohlenen Daten auf Dark-Web-Foren zum Verkauf an. Neben Bol und De Bijenkorf gelten auch die niederländische Großbank ING und der Fußballclub Ajax als mögliche Opfer. ING warnte speziell Kunden seines Treueprogramms „Puntenwinkel“ vor möglichen Folgen.

Lieferketten im Ausnahmezustand

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Die Folgen des Angriffs sind für Verbraucher unmittelbar spürbar. Bol hat den Datenaustausch mit CEVA Logistics vorübergehend eingestellt, was zu einem Stopp des Betriebs im Verteilzentrum in Waalwijk führte. Kunden müssen mit erheblichen Verzögerungen oder sogar Stornierungen ihrer Bestellungen rechnen.

Die Händler rufen zugleich zur Wachsamkeit gegenüber Phishing-Versuchen auf. Die geleakten Kontaktdaten und Bestellhistorien könnten von Betrügern genutzt werden, um täuschend echte Fake-Nachrichten zu erstellen. De Bijenkorf hat eine externe Untersuchung beauftragt, um das volle Ausmaß der Auswirkungen zu ermitteln.

Angriffswelle auf Lieferketten

Der Vorfall bei CEVA Logistics ist kein Einzelfall. Bereits im Frühsommer hatten Sicherheitsforscher die Ausnutzung einer kritischen Sicherheitslücke in den Plattformen PTC Windchill und FlexPLM aufgedeckt. Die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-12569 und einem CVSS-Score von 9,8 wurde am 17. Juni gepatcht – doch schon einen Tag später begann die aktive Ausnutzung.

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Hinter diesen Angriffen wird die Gruppe Cl0p vermutet, die statt klassischer Ransomware auf den Diebstahl von Ingenieurs- und Produktdaten setzt. Bis Ende Juli sollen Hunderte Unternehmen aus Luftfahrt, Automobilindustrie, Fertigung und Handel Erpressungsmails erhalten haben.

Experten warnen vor Systemrisiko

Die zeitgleichen Vorfälle verdeutlichen einen besorgniserregenden Trend: Angreifer zielen zunehmend auf Dienstleister und Softwareplattformen, um über diese Umwege an die Daten großer Konzerne zu gelangen. Für Unternehmen bedeutet das: Die Sicherheit der eigenen Systeme ist nur so stark wie das schwächste Glied in der Lieferkette. Europäische Aufsichtsbehörden dürften die Vorfälle zum Anlass nehmen, die Anforderungen an Lieferanten und Subunternehmer weiter zu verschärfen.

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