Cetoleinsäure aus Heringsöl: LDL-Cholesterin sinkt um 7 Prozent
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Versorgung des menschlichen Körpers mit bestimmten mehrfach ungesättigten Fettsäuren beruht traditionell auf marinen Quellen. Neue wissenschaftliche Untersuchungen liefern nun differenzierte Erkenntnisse darüber, wie pflanzliche Alternativen gezielt eingesetzt werden können und welche Rolle weitere ungesättigte Fettsäuren für den Lipidstoffwechsel spielen.
Im Fokus steht dabei insbesondere die pflanzliche Stearidonsäure (SDA), deren Verstoffwechselung im Organismus neue Perspektiven für funktionelle Formulierungen eröffnet.
Stearidonsäure als effektiver Baustein für Gewebe-EPA
Eine im Jahr 2026 im Fachjournal Lipids erschienene Untersuchung der Universität São Paulo analysierte das Potenzial von SDA-reichen Pflanzenölen. Das Forscherteam untersuchte dabei die Verabreichung von Ölen aus der Acker-Steinsame (Buglossoides arvensis, bekannt als Ahiflower) sowie aus dem Wegerichblättrigen Natternkopf (Echium plantagineum) über einen Zeitraum von 8 Wochen an Mäusen.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass diese pflanzlichen Öle die Werte der Eicosapentaensäure (EPA) in verschiedenen Geweben der Tiere deutlich ansteigen ließen. Dabei zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen der Dosis und dem gemessenen Effekt: Eine höhere Zufuhr von Stearidonsäure führte zu entsprechend stärkeren Zuwächsen der EPA-Konzentrationen.
Der biochemische Hintergrund liegt im Stoffwechselpfad begründet, da SDA im Vergleich zur herkömmlichen Alpha-Linolensäure (ALA) dem EPA-Molekül strukturell näher steht und die geschwindigkeitsbestimmenden Umwandlungsschritte teilweise umgeht. Die Docosahexaensäure (DHA) hingegen verzeichnete in der Untersuchung lediglich in den roten Blutkörperchen einen nennenswerten Anstieg.
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Branchenvertreter leiten aus diesen Ergebnissen eine strategische Neuausrichtung ab. Andrew Hebard vom Unternehmen Nature's Crops International stellte fest, dass sich die Industrie zunehmend von einer strikten Gegenüberstellung von Fisch und Pflanze verabschiede.
Während SDA-reiche Öle eine verlässliche Grundlage für reine EPA-Formulierungen bieten könnten, bleibe für den gezielten DHA-Bedarf weiterhin der Rückgriff auf marine Quellen oder Algenpräparate relevant.
Parallele Forschung zu mariner Cetoleinsäure
Neben pflanzlichen Alternativen erforscht die Wissenschaft auch bislang weniger beachtete marine Fettsäurekomponenten. Eine im British Journal of Nutrition veröffentlichte Studie der Universität Bergen untersuchte unter der Leitung von Professorin Oddrun Anita Gudbrandsen die Wirkung von Cetoleinsäure. An der Untersuchung nahmen erwachsene Personen mit Übergewicht oder Adipositas teil.
Die Probanden erhielten über einen Zeitraum von 8 Wochen eine tägliche Dosis eines aus Heringsöl gewonnenen Cetoleinsäure-Konzentrats. Am Ende des Intervalls verzeichneten die Forschenden eine Senkung des LDL-Cholesterinspiegels um 7 Prozent.
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Auf Basis der erhobenen Parameter errechnete das Studienteam eine geschätzte Verringerung des Koronarrisikos um 15 Prozent. Das Unternehmen Epax stellt in diesem Zusammenhang einen direkten Bezug zu seinen Konzentraten im Bereich der Omega-11-Fettsäuren her.
