Cerebras, KI-Chip-Hersteller

Cerebras: KI-Chip-Hersteller trotzt Margenwarnung mit 94% Umsatzwachstum

24.06.2026 - 05:53:12 | boerse-global.de

Cerebras übertrifft Umsatzerwartungen, senkt aber die Margenprognose für Q2. Die Aktie fällt nachbörslich um rund elf Prozent.

Cerebras Aktie: Starke Quartalszahlen, aber Margenausblick enttäuscht
Cerebras - A close-up of an illuminated, advanced AI chip with detailed circuits, surrounded by digital data streams and financial charts. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Doch eine gesenkte Margenprognose ließ die Aktie nachbörslich einbrechen.

Starke Zahlen, verhaltener Ausblick

Cerebras meldete am 23. Juni einen GAAP-Umsatz von 193,4 Millionen Euro für das erste Quartal 2026 – ein Plus von 94 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der operative Kernumsatz stieg um 92 Prozent auf 191,3 Millionen Euro und lag damit über den Analystenerwartungen von rund 181 Millionen Euro. Der Nettoverlust sank von 23,9 Millionen auf 14 Millionen Euro, was 22 Cent pro Aktie entspricht.

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Doch die Freude währte nicht lange. Der Ausblick auf das zweite Quartal trübte die Stimmung: Cerebras erwartet eine Kernmarge von nur 36 bis 38 Prozent – ein deutlicher Rückgang von 47 Prozent im ersten Quartal. Die Aktie fiel daraufhin um rund 11 Prozent auf etwa 201 Euro.

Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Kernumsatz zwischen 855 und 865 Millionen Euro – ein erwartetes Wachstum von 69 Prozent. Der Börsengang von Cerebras war mit einem Volumen von 6,4 Milliarden Euro der größte in der Halbleiterbranche. Seit dem ersten Handelstag hat die Aktie jedoch rund 28 Prozent an Wert verloren.

OpenAI-Deal als Wachstumstreiber

Das Wachstum von Cerebras wird maßgeblich durch eine mehrjährige Partnerschaft mit OpenAI gestützt. Der Vertrag umfasst Rechenleistung im Wert von über 20 Milliarden Euro für 750 Megawatt. Hinzu kommt eine Zusammenarbeit mit Amazon Web Services.

Die Branche insgesamt zeigte sich am 23. Juni angeschlagen. Aktien von Nvidia, Micron, Broadcom und Lam Research gaben nach. Amazon und Alphabet verloren jeweils rund fünf Prozent. Besonders stark traf es Sandisk mit minus 12,2 Prozent und Marvell mit minus 8,1 Prozent.

Korrektur oder Krise?

Branchenbeobachter sehen den Kursrutsch eher als gesunde Korrektur denn als Platzen einer Blase. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur bleibe robust, betonten Analysten von Wedbush. Zwar könnten die Kosten für Token kurzfristig steigen, langfristig sei jedoch mit sinkenden Preisen zu rechnen. Die Nachfrage nach Nvidia-Grafikprozessoren sei weiterhin überraschend stark.

Auch andere Unternehmen investieren kräftig: Micron ging am 23. Juni eine Partnerschaft mit Anthropic ein, um die hohe Nachfrage nach KI-Speicherlösungen zu bedienen. Analysten von MFC Asset Management prognostizieren, dass der globale Speicherchip-Markt von 214 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 1,68 Billionen Euro im Jahr 2028 wachsen könnte – angetrieben durch einen anhaltenden Mangel an Hochleistungsspeicher.

Milliarden für KI-Infrastruktur

Die Investitionen in den Sektor reißen nicht ab. Menlo Ventures kündigte am 23. Juni einen neuen Fonds über 3 Milliarden Euro an – der größte der Firma seit fünf Jahrzehnten. Grundlage ist eine erfolgreiche Wette auf Anthropic, deren Anteil nun auf rund 14 Milliarden Euro geschätzt wird.

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Infosys meldete am 24. Juni, dass die jährlichen KI-Dienstleistungsumsätze die Milliarden-Euro-Marke überschritten haben. Das Unternehmen peilt bis 2030 ein Gesamtmarktvolumen von 300 bis 400 Milliarden Euro an.

Auch China treibt den Ausbau voran: Geplant ist ein 295 Milliarden Euro schweres KI-Rechenzentren-Netzwerk bis 2028. Mindestens 80 Prozent der Technologie – inklusive KI-Chips – müssen aus heimischer Produktion stammen. Neun chinesische KI-Chips, darunter von Huawei und Alibaba, haben bereits die Sicherheitsprüfungen bestanden.

Zwischen Verlusten und Zuversicht

Während einige Berichte auf massive finanzielle Herausforderungen hinweisen – OpenAI soll 2025 bei einem Umsatz von 13,1 Milliarden Euro einen Verlust von 38,5 Milliarden Euro eingefahren haben – bleibt die Stimmung vieler Investoren positiv. Vermögensverwalter wie Polar Capital verweisen auf den Wandel hin zu rechenintensiven Inferenz-Workloads, die 2026 voraussichtlich zwei Drittel der KI-Rechenleistung ausmachen werden. Dies treibe die Nachfrage nach modernsten Halbleitertechnologien von Anbietern wie ASML und TSMC weiter an.

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