Celler Vorsorgetag: Beratung zu Vollmachten und Patientenverfügung am 24. Oktober
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deRegionale Veranstaltungen, Informationsabende und praxisnahe Schulungen vermitteln älteren Menschen sowie deren Angehörigen zunehmend praxisorientiertes Wissen zur alltäglichen Gesunderhaltung, zur gezielten Krisenvorsorge und zur Bewältigung von Pflegefällen.
Bundesweit setzen Kommunen, Wohlfahrtsverbände und ehrenamtliche Initiativen auf dezentrale Formate, um Betroffenen Orientierung im Gesundheitssystem zu bieten und die Handlungsfähigkeit im Notfall zu sichern.
Praktische Schulungen für Notsituationen und Krisenvorsorge
Ein Schwerpunkt zahlreicher regionaler Initiativen liegt auf Kursen, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Bürgerinnen und Bürger zugeschnitten sind.
Das Seniorenbüro und die Feuerwehr der Stadt Hattingen veranstalten am 29. Oktober in der örtlichen Feuer- und Rettungswache einen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs für Senioren. Mit einer Begrenzung auf 20 Plätze umfasst das Programm Inhalte von der Rettungskette und Notrufen über Erste-Hilfe-Maßnahmen bei plötzlichen Erkrankungen bis hin zur Sturzvermeidung.
Ähnliche Kurse startete der Arbeiter-Samariter-Bund unter der Leitung von Frau von Tadden in Engern mit 26 Teilnehmenden; weitere Termine zur Auffrischung der Ersten Hilfe und zur Vorratshaltung für Notlagen finden am 7. November in Steinbergen und am 14. November in Schaumburg statt.
Auch der Bevölkerungsschutz rückt verstärkt in den Fokus kommunaler Bildungsangebote. Am 21. November richtet die Stadt Arnsberg in der Schützenhalle Breitenbruch eine Auftaktveranstaltung zur Eigen- und Krisenvorsorge aus, die unter anderem Notfalltreffpunkte und das Pilotprojekt „Mobile Helfer“ thematisiert.
Der Erste Beigeordnete Christopher Hilverling betonte, dass gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit die Vernetzung aller Akteure sowie die Selbsthilfefähigkeit jedes Einzelnen erfordere.
Wer sich mit Vorsorge und der eigenen Absicherung im Ernstfall befasst, sollte auch die rechtliche Seite nicht vernachlässigen. Dieser kostenlose Ratgeber bietet geprüfte Vorlagen für Testament und Patientenverfügung, um die Familie rechtssicher abzusichern. Nachlass-Ratgeber mit Vorlagen kostenlos sichern
Der BRK-Kreisverband Fürth bietet zudem am 28. November einen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe finanzierten, sechsstündigen Kurs zu Erster Hilfe mit Selbstschutzinhalten für außergewöhnliche Lagen wie Stromausfälle oder Unwetter an.
In Gunningen organisiert die Nachbarschaftshilfe „Wir für Sie“ e. V. zusammen mit dem Roten Kreuz am 18. und 19. November eine Schulung zu Wundversorgung, Eigenschutz und Sofortmaßnahmen.
Beratung zu Pflegeleistungen und rechtlicher Absicherung
Neben der Notfallkompetenz bleibt die frühzeitige Aufklärung über Pflegeansprüche ein zentrales Element kommunaler Daseinsvorsorge. Der Senioren- und Pflegestützpunkt Celle lädt gemeinsam mit regionalen Betreuungsvereinen am 24. Oktober zum Celler Vorsorgetag 2026 ein.
Das Programm umfasst Infostände, Podiumsdiskussionen zur Betreuungs- und Notfallvorsorge sowie Fachvorträge zu Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen. Am selben Tag veranstaltet der Verein CURANDUM in Wiesbaden-Medenbach einen Gesundheitstag mit über 25 regionalen Organisationen, kostenlosen Tests und Vorträgen zu Demenzprävention sowie Palliativversorgung.
Für pflegebedürftige Personen und deren Familien richtet der BRK-Kreisverband Ingolstadt am 27. Oktober eine kostenlose Informationsrunde zu Pflegegraden, Pflegegeld und Entlastungsangeboten aus.
Dezentrale Sprechstunden schließen Versorgungslücken auf dem Land: Das Netzwerk Velten organisiert in Kooperation mit der Stadt und dem Märkischen Sozialverein Vor-Ort-Termine am 28. Oktober und 25. November, während der Landkreis Unterallgäu über den November verteilt Sprechtage in Benningen, Mindelheim, Babenhausen, Bad Grönenbach, Markt Wald und Kirchheim anbietet.
Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema Gesundheit beinhaltet oft auch die gezielte Prävention im Alltag. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie mit speziellen Übungen und einfachen Tipps Ihre geistige Fitness bis ins hohe Alter erhalten können. 7 Geheimnisse für lebenslange geistige Fitness entdecken
Der Pflegestützpunkt Günzburg sichert die Beratung seit Oktober 2026 durch einen monatlichen Sprechtag im Bahnhof Offingen ab, der nächste folgt am 10. November 2026.
Neue Wege in Prävention und Primärversorgung
Flankierend zu analogen Angeboten entstehen digitale und strukturelle Ansätze. Im Oberbergischen Kreis läuft bis zum 13. November 2026 eine Erhebung unter pflegenden Angehörigen zur App TeReS, die einen anonymen Zugang zu Beratungsstellen eröffnet und durch Landes- sowie EU-Mittel bis Juni 2027 erprobt wird. Vor Ort setzt der Landkreis Emsland seit Anfang 2026 mit EmslandCare auf Lotsen in den Rathäusern aller 19 Kommunen.
Auf systemischer Ebene mahnte der Wissenschaftsrat bei einer Fachtagung im Oktober 2026 an der HAW Hamburg verlässliche Rahmenbedingungen für das sogenannte Community Health Nursing an; Ratsvorsitzender Wolfgang Wick unterstrich das Potenzial spezialisierter Pflegefachpersonen im direkten Wohnumfeld für einen Kulturwandel im Gesundheitswesen.
Auf übergeordneter verbandlicher Ebene formulierte der Verbandsrat des Paritätischen in einem Beschluss vom September 2026 Kernpunkte für ein interprofessionelles, barrierefreies Primärversorgungssystem im Sozialraum, um ärztliche Behandlung, Pflege und gesundheitliche Prävention strukturell zu verbinden.
Den praktischen Ausgleich bieten Initiativen wie das Programm „Fit im Dorf und auf dem Hof“ des Netzwerks Alma, das im Raum Dörverden durch regelmäßige Bewegungseinheiten die alltagsnahe Mobilität von Senioren fördert.
Mehr zum Thema bei Augsburger Allgemeine: „Geltendorf: Erste Hilfe für Senioren“
