Carta, Claude-KI

Carta: Claude-KI automatisiert Fondsverwaltung für 1.500 Firmen

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 08:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Carta öffnet seine Claude-basierten KI-Plugins für alle Private-Capital-Kunden. Über 1.500 Firmen automatisieren damit bereits Fondsverwaltung und Reporting.

Carta macht KI-Plugins für Private-Capital-Firmen allgemein verfügbar
Modernes Büro-Boardroom mit digitalen Datenvisualisierungen zu finanzieller KI-Integration und privatem Kapital. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Finanztechnologie-Konzern Carta hat seine auf Claude basierenden KI-Plugins für Private-Capital-Firmen allgemein verfügbar gemacht. Die Integration soll Verwaltungsaufgaben automatisieren und Daten direkt mit KI-Modellen verbinden.

Automatisierung von Fondsverwaltung und Reporting

Die neue Schnittstelle erlaubt Investmentfirmen, den Claude-KI-Modell direkt mit Daten auf der Carta-Plattform zu verknüpfen. Bereits mehr als 1.500 Unternehmen nutzen die Werkzeuge, um Kernfunktionen wie Fondsabstimmung, Cap-Table-Analysen und die Erstellung von Investorenberichten zu automatisieren.

Carta-CEO Henry Ward betont, dass die Entwicklung darauf abzielt, manuelle Datenschnittstellen überflüssig zu machen. KI sei inzwischen fester Bestandteil des täglichen Plattformbetriebs. Durch die Anbindung der KI-Agenten an verifizierte Daten soll der Zeitaufwand für manuelle Dateneingaben und Abgleiche zwischen verschiedenen Finanzsystemen deutlich sinken.

Zu den ersten Anwendern gehören Delta-v Capital, das 28 Fonds mit 1,6 Milliarden Euro verwaltet, sowie Tribe Capital, das fast 100 Fonds und mehr als zwei Milliarden Euro betreut.

Ausbau der Private-Market-Infrastruktur

Die Erweiterung der KI-Funktionen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Cartas Plattform rund 55.000 Unternehmen und 1,8 Millionen Anteilseigner unterstützt. Das System verwaltet etwa 10.000 Fonds und Zweckgesellschaften mit einem kombinierten Vermögen von rund 250 Milliarden Euro.

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Der Schritt ist Teil eines breiteren Trends: Immer mehr Finanzdienstleister setzen auf KI-Lösungen. Erst diese Woche kündigte Bloomberg die Übernahme von Canoe Intelligence an, einem Unternehmen, das KI zur Automatisierung von Datenmanagement für institutionelle Kunden mit über elf Billionen Euro verwaltetem Vermögen einsetzt.

Wachsende Investitionen in KI-gestützte Finanzlösungen

Der Sektor erlebt einen regelrechten Boom spezialisierter KI-Plattformen. Anfang August meldeten mehrere Firmen bedeutende Fortschritte bei der Modernisierung ihrer Back-Office-Systeme:

  • LemonEdge sicherte sich 21 Millionen Euro in einer Serie-A-Finanzierung unter Führung von Blackstone Innovations Investments. Das Geld fließt in die Weiterentwicklung der Fondsbuchhaltungssoftware und die Automatisierung finanzieller Arbeitsabläufe.
  • Ellis, ein Startup für KI-native Operationsplattformen im Private-Credit-Bereich, startete mit mehr als zehn Millionen Euro Seed-Finanzierung. Die von First Round Capital geführte Plattform verbindet Daten aus Bankkonten, Hauptbüchern und Kreditplattformen.
  • Mercer Advisors führte seine Aspen-2.0-KI-Plattform ein und stellt die Technologie mehr als 1.100 Beratern zur Verfügung, die Kunden mit über 110 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen betreuen.
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Branchenbeobachter sehen auch den Sekundärmarkt für Private Equity im Wandel. Neue Technologien beschleunigen demnach den Underwriting-Prozess für Continuation Vehicles und Evergreen-Fonds. Einige Prognosen gehen davon aus, dass sich der Markt bis Ende des Jahrzehnts verdoppeln könnte.

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