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Card Stop 078 170 170: So reagieren Betroffene auf Kartenbetrug

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 16:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle erschleichen Bankdaten per Telefon und holen Karten teils an der Haustür ab; Behörden nennen konkrete Schutzmaßnahmen.
Ein dunkler, menschenleerer Hausflur in einem Wohngebäude mit einer leicht geöffneten Wohnungstür und langen Schatten. Illustration mit AI erstellt.

Belgische Polizeibehörden warnen vor einer perfiden Betrugsmasche über das Telefon: Beim sogenannten Vishing geben sich Kriminelle als Bankmitarbeiter, IT-Sicherheitsexperten oder Angehörige von Anti-Fraud-Diensten aus. Ihr Ziel ist es, vertrauliche Zugangsdaten zu erbeuten und Geld von den Konten der Betroffenen abzuzweigen.

Zweistufige Masche und gezielte Verunsicherung

Wie die belgische Polizei beschreibt, verläuft der Betrug häufig mehrstufig. Zunächst erhalten die Opfer eine gefälschte Benachrichtigung per E-Mail oder SMS über eine angebliche Paketzustellung.

Haben die Empfänger auf solchen Phishing-Seiten bereits sensible Bankinformationen preisgegeben, schalten sich die Täter telefonisch ein. Sie geben sich als Betrugsbekämpfungsdienst der jeweiligen Bank aus und täuschen vor, unberechtigte Kontobewegungen abwehren zu wollen.

Die Polizei warnt davor, persönliche Identifikationsnummern (PIN), Passwörter oder Validierungscodes am Telefon zu nennen. Zudem sollten Bürger keine Links aus SMS oder E-Mails anklicken. Bei entsprechenden Anrufen wird geraten, das Gespräch sofort zu beenden und das Geldinstitut eigenständig über eine bekannte, offizielle Rufnummer zu kontaktieren.

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Keinesfalls dürfen ungewollte Bankoperationen bestätigt werden. Geschädigte sollten unverzüglich den Sperrnotruf Card Stop unter der Telefonnummer 078 170 170 verständigen, ihre Bank informieren, Anzeige bei der lokalen Polizei erstatten und vorhandene Beweise sichern.

Hohe Schäden durch Abholer an der Haustür

Dass Kriminelle mit ähnlichen Methoden agieren, zeigen aktuelle Berichte deutscher Dienststellen. Die Polizei Bergisch Gladbach und Overath registrierte mehrere Fälle falscher Bankmitarbeiter, bei denen Täter zusätzlich Boten zur Haustür schickten. In Heidkamp nannte eine 83-Jährige um 11:50 Uhr ihre PIN, ehe eine Nachbarin die Abholung der Zahlungskarte verhinderte.

Eine 71-jährige Anwohnerin übergab ihre Karte gegen 13:00 Uhr an eine unbekannte Abholerin im Alter von etwa 35 bis 45 Jahren und einer Größe von 1,60 bis 1,70 Metern; kurz darauf wurde ein mittlerer dreistelliger Betrag abgebucht, ehe die Karte gesperrt werden konnte.

Gegen 15:15 Uhr gab ein 83-jähriger Senior in Overath nach der Behauptung einer offenen Forderung über mehrere tausend Euro seine PIN preis und händigte seine Karte einer etwa 40 Jahre alten, schlanken Frau mit schulterlangen schwarzen Haaren aus.

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In Karben brachten falsche Bankmitarbeiter einen Senior telefonisch dazu zu glauben, seine Zahlungskarte sei kopiert worden. Ein Bote nahm Karte sowie Geheimzahl an der Wohnanschrift entgegen, woraufhin Abbuchungen über 6.000 Euro vom Konto des Mannes erfolgten. Die Polizei Karben rät, am Telefon keinerlei Auskünfte zu Vermögensverhältnissen zu geben, das Gespräch zu beenden und selbst die Bank oder die Notrufnummer 110 zu kontaktieren.

Manipulation offizieller Notfallnummern

Zusätzlich nutzen Angreifer technische Manipulationen, um ihre Anrufe glaubwürdig erscheinen zu lassen. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen meldet Betrugsversuche, bei denen Täter über Call-ID-Spoofing die Notfallnummer 116117 vortäuschen.

Die Anrufer geben sich als Ärzte oder Mitarbeiter des ärztlichen Bereitschaftsdienstes aus und verlangen telefonisch Finanzdaten. Der echte Bereitschaftsdienst frage jedoch niemals nach Bankdaten; bei entsprechenden Aufforderungen solle sofort aufgelegt werden.

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