CAR-T-Therapie: Phase-II-Studie zeigt ambulante Lupus-Behandlung
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 14:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die klinische Anwendung von CAR-T-Zell-Therapien weitet sich zunehmend von der Onkologie auf den Bereich der Autoimmunerkrankungen aus. Ein zentrales Projekt in diesem Sektor ist die klinische Erprobung von FT819, einer sogenannten Off-the-Shelf-CAR-T-Therapie des US-Biotech-Unternehmens Fate Therapeutics.
Mitte August 2026 markierte das Unternehmen mit dem Beginn der Phase-II-Studie RECLAIM-LN einen weiteren Fortschritt in der Behandlung der Lupusnephritis der Klassen III und IV. Ein wesentlicher Aspekt dieses Verfahrens ist die ambulante Behandlung des ersten Patienten, was auf eine potenzielle Vereinfachung der bisher oft komplexen stationären CAR-T-Prozesse hindeutet.
Details zur RECLAIM-LN-Studie bei Lupusnephritis
Die aktuelle Phase-II-Untersuchung von Fate Therapeutics ist darauf ausgelegt, die Wirksamkeit und Sicherheit einer Einzeldosis von 900 Millionen Zellen zu prüfen. Insgesamt sollen etwa 53 Teilnehmer an der Studie mitwirken.
Vor der Zellinfusion durchlaufen die Patienten eine sogenannte Bendamustin-Konditionierung, um das Immunsystem auf die Therapie vorzubereiten. Als primärer Endpunkt der Studie wurde die komplette renale Response nach einem Zeitraum von 26 Wochen definiert.
Ergebnisse aus der vorangegangenen Phase-I-Studie lieferten bereits erste Anhaltspunkte für das Potenzial der Therapie; hierbei wurde eine Reduktion des SLEDAI-2K-Scores beobachtet, einem Index zur Messung der Krankheitsaktivität bei systemischem Lupus erythematodes.
Die Durchführung der aktuellen Forschung wird durch das California Institute for Regenerative Medicine unterstützt. Mit einem endgültigen Abschluss der Studie wird in der ersten Jahreshälfte 2028 gerechnet.
Erweiterung des therapeutischen Spektrums bei Myositis und Lymphomen
Parallel zu den Entwicklungen bei Lupusnephritis zeigen auch andere Unternehmen Erfolge bei der Bekämpfung von Autoimmunphänomenen und verwandten Erkrankungen.
Das Unternehmen argenx gab Mitte August 2026 bekannt, dass eine Phase-III-Studie zu Vyvgart Hytrulo (Efgartigimod) bei autoimmuner Myositis ihren primären Endpunkt erreicht hat. Nach einer Behandlungsdauer von 52 Wochen verbesserte sich der Total Improvement Score im Vergleich zu Placebo um 15,4 Punkte (47,95 gegenüber 32,56).
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Insbesondere bei der immunvermittelten nekrotisierenden Myopathie (IMNM) wurde ein statistisch signifikanter Vorteil von 14,8 Punkten gemessen. Diese klinischen Daten führten an den Finanzmärkten zu einem Kursanstieg der Aktie um etwa 8,31 bis 8,35 Prozent auf rund 790,70 bis 791,00 EUR.
Im Bereich der bispezifischen CAR-T-Therapien erhielt AbelZeta von der US-Gesundheitsbehörde FDA die IND-Zulassung für C-CAR039 (Prizlon-cel), das auf CD19 und CD20 abzielt.
Nachdem J&J (Janssen) im Juli 2026 die globalen Rechte an AbelZeta zurückgegeben hatte, plant das Unternehmen nun eine Phase-2-Studie in den USA für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem großzelligem B-Zell-Lymphom (LBCL).
Langzeitdaten aus dem Frühjahr 2026 belegen für diesen Wirkstoff eine Gesamtansprechrate (ORR) von 91,5 Prozent und eine Rate an kompletten Remissionen (CR) von 85,1 Prozent bei einem medianen progressionsfreien Überleben von 60,1 Monaten.
Markttrends und regulatorische Rahmenbedingungen
Die Dynamik im Sektor der biomedizinischen Techniken wird durch umfangreiche Investitionen und globale Forschungsaktivitäten unterstrichen. J&J investierte Mitte August 2026 bis zu 785 Mio. USD in Sail Biomedicines, um die Entwicklung von In-vivo-CAR-T-Therapien voranzutreiben.
In China waren zum Stand vom 11. August 2026 bereits 93 klinische Studien zu biomedizinischen Techniken registriert, die neben CAR-T auch TCR-T, CAR-NK und Stammzellansätze umfassen und sich auf Tumore sowie neurologische und Autoimmunerkrankungen konzentrieren.
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Begleitet werden diese Entwicklungen von wissenschaftlichen Publikationen und Leitlinien. So zeigten Ergebnisse einer Phase-2b-Studie zu Duvakitug (RELIEVE UCCD) im Juli 2026 eine höhere klinische Remissionsrate bei Colitis ulcerosa im Vergleich zu Placebo.
Zudem präzisierte die European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR) in einer Stellungnahme aus dem Jahr 2024 die Präferenzen für medikamentöse Therapien nach Krebserkrankungen, wobei unter anderem die B-Zell-Depletion nach Lymphomen hervorgehoben wurde.
