CaptiveCrunch, Microsoft

CaptiveCrunch: Microsoft warnt vor Malware in Hotel-WLANs

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 19:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft warnt vor der Kampagne CaptiveCrunch: Russische Angreifer manipulieren Hotelnetzwerke, um an Zugangsdaten von Geschäftsreisenden zu gelangen.

Hotel-WLAN-Kompromittierung: Russische Hacker zielen auf Geschäftsreisende
Ein Laptop auf einem Hoteltisch symbolisiert Cybersicherheitsrisiken in öffentlichen WLAN-Netzen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine russische Hackergruppe hat es auf Geschäftsreisende abgesehen – und nutzt dafür manipulierte Hotel-Netzwerke. Microsoft schlägt nun Alarm.

Die als Storm-2945 bekannte Gruppe, ein Ableger der berüchtigten Hackergruppe Midnight Blizzard (APT29), ist seit Anfang Mai weltweit aktiv. Die Kampagne trägt den Namen CaptiveCrunch. Die Angreifer kompromittieren die Internetzugänge von Hotels und Konferenzzentren, um an Zugangsdaten von Geschäftsreisenden zu gelangen.

Manipulierte Login-Seiten und gefälschte Browser-Updates

Die Angreifer nutzen manipulierte DNS- und HTTP-Einstellungen, um Nutzer auf betrügerische Websites umzuleiten. Reisende werden dabei mit gefälschten Browser-Updates oder nachgeahmten Microsoft-365-Loginseiten konfrontiert. Sicherheitsforscher von ReliaQuest identifizierten mehrere betrügerische Domains wie m365-owa[.]com und ms365-live[.]com.

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Seit dem 16. Juli setzen die Angreifer verstärkt auf Device-Code-Phishing. Diese Methode umgeht effektiv die Zwei-Faktor-Authentifizierung, indem Nutzer dazu gebracht werden, einen Code auf einer täuschend echt aussehenden Website einzugeben. Die Taktik wurde in mehreren US-Städten und gehobenen Hotels weltweit beobachtet – potenziell zehntausende Gäste könnten betroffen sein.

Spezialisierte Schadsoftware im Einsatz

Microsofts Untersuchungen zeigen: Die Angreifer nutzen gleich mehrere Schadprogramme. Der Trojaner CornFlake, geschrieben in der Programmiersprache Go, kann Tastatureingaben aufzeichnen sowie Webcam und Mikrofon infizierter Geräte anzapfen. Er tarnt sich als Dienst mit dem Namen „Cloud Sync Service“, um auf Windows-PCs unentdeckt zu bleiben.

Ein zweites Werkzeug namens ChocoShell ist ein Datendiebstahl-Programm, das Microsoft-365-Tokens und andere sensible Daten abgreift. Damit verschaffen sich die Angreifer langfristigen Zugang zu Unternehmensnetzwerken. Auch Android-Geräte sind im Visier, die Steuerung erfolgt über ein Kommando-Panel namens FruitStone.

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Schutzmaßnahmen für Geschäftsreisende

Microsoft rät dringend, öffentliche und Hotel-WLAN-Netze grundsätzlich als unsicher zu behandeln. Reisende sollten wann immer möglich auf den mobilen Hotspot ihres eigenen Smartphones zurückgreifen. Unternehmen wird empfohlen, den Device-Code-Flow für die Authentifizierung zu blockieren, um die Phishing-Angriffe zu erschweren.

Sicherheitsanalysten empfehlen zudem die Nutzung eines VPN mit vollständigem Tunnel, um den gesamten Datenverkehr zu verschlüsseln und Manipulationen auf Netzwerkebene zu verhindern. Microsoft arbeitete bei der Identifizierung der Bedrohung mit den KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI zusammen.

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