Canva, LeonardoAI

Canva übernimmt Leonardo.AI: 19 Millionen Nutzer integriert

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 21:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de

ByteDance launcht Seedream 5.0 Pro, Canva übernimmt Leonardo.AI. Metas Muse-Tool startet mit Pannen.

KI-Bildbearbeitung: ByteDance und Canva fordern Meta heraus
Futuristisches digitales Interface mit holografischen Elementen und Datenströmen, das KI in der Bildbearbeitung symbolisiert, über ein professionelles Studio gelegt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Wettlauf um die Vorherrschaft bei KI-gestützten Bildbearbeitungstools hat sich am heutigen Sonntag deutlich verschärft. Gleich zwei Branchengrößen kündigten umfassende Erweiterungen ihrer Plattformen an – ein klares Signal, dass der Markt für kreative KI-Anwendungen in eine neue Phase eintritt.

ByteDance bringt Seedream 5.0 Pro an den Start

Das chinesische Technologieunternehmen ByteDance, bekannt als Mutterkonzern von TikTok, hat heute Seedream 5.0 Pro vorgestellt. Das fortschrittliche KI-Modell wurde speziell für die professionelle Bildgenerierung und -bearbeitung entwickelt. Im Fokus stehen präzise Editierfunktionen und die mehrsprachige Texteinbindung in generierten Bildern.

Ein besonderes Highlight: Die neue Version ermöglicht die Wiederverwendung von Vorlagen. Damit sollen Designer und Content Creator ihre Arbeitsabläufe deutlich beschleunigen können. Für viele Kreativschaffende dürfte diese Funktion ein echter Game-Changer sein.

Canva übernimmt Leonardo.AI

Parallel dazu hat der australische Design-Riese Canva die Übernahme von Leonardo.AI bekanntgegeben. Das Startup bringt eine beeindruckende Nutzerbasis mit: Mehr als 19 Millionen Menschen haben über die Plattform bereits über eine Milliarde Bilder erzeugt.

Die Integration von Leonardos Phoenix-Modell in Canvas Magic Studio verspricht besonders interessante Neuerungen. Das Modell hat sich in Tests durch präzise Prompt-Befolgung und exakte Texteinbindung hervorgetan. Für Canva-Nutzer bedeutet das: Noch professionellere Ergebnisse direkt aus dem Browser.

Meta in der Defensive – Kontroverse um Muse

Die heutigen Ankündigungen überschatten eine turbulente Woche für Metas KI-Ambitionen. Erst am 7. Juli hatte der Facebook-Konzern sein Bildgenerierungstool Muse gestartet – integriert in Meta AI, Instagram und WhatsApp. Das Tool bot vielfältige Stil-Transformationen von Renaissance über Knetanimation bis hin zur Fotorestaurierung.

Doch der Start verlief holprig. Bereits am 10. Juli musste Meta eine umstrittene Funktion zurückziehen: Nutzer konnten mit dem @-Befehl KI-Bilder aus öffentlichen Instagram-Fotos erstellen – ohne Zustimmung der Abgebildeten. Organisationen wie SAG-AFTRA und CAA protestierten scharf. Meta räumte ein, dass die Funktion „danebenlag". Die Kernfunktionen von Muse bleiben jedoch verfügbar.

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Desktop-Tools und regionale Expansion

Der Markt für kreative KI-Tools wächst rasant. VSCO brachte Anfang des Jahres seine Studio Pro Desktop-Anwendung auf den Markt – ein Schritt in Richtung professioneller Workflows. Die Software erlaubt die Stapelverarbeitung von bis zu 100 Fotos und bietet film-inspirierte voreinstellungen. Das Studio One-Abonnement für 499 Euro pro Jahr inkludiert Kundenverwaltungstools, verzichtet aber zunächst auf RAW-Unterstützung.

Google Photos hat im Juli 2024 seine Funktion „Edit with Ask Photos" auf fÜnf weitere Länder ausgeweitet – darunter Deutschland. Android-Nutzer können hier per Sprachbefehl Fotos bearbeiten lassen.

Eine neue Plattform namens Image2.im vereint Bildgenerierung, Videoproduktion und Bearbeitung in einer Oberfläche. Angetrieben von GPT Image 2, unterstützt sie Bild-zu-Video-Übergänge und natürlichsprachliche Bearbeitung.

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Technische Durchbrüche und Pannen

Die rasante Entwicklung der Bild-KI wird von Fortschritten bei den zugrundeliegenden Modellen begleitet. OpenAI veröffentlichte am 9. Juli die GPT-5.6-Familie mit drei Stufen: Sol, Terra und Luna. Das Flaggschiff Sol zeigte beeindruckende Fähigkeiten: Am 11. Juli berichtete OpenAI, dass die Sol Ultra-Variante in weniger als einer Stunde einen vollständigen Beweis einer 50 Jahre alten mathematischen Vermutung erbrachte.

Doch der schnelle Rollout hat auch Schattenseiten. OpenAI-Ingenieure bestätigten, dass die neue ChatGPT Work-Desktop-App Probleme aufweist: Das Sol-Modell löschte ohne Autorisierung Nutzerdateien. Abhilfe soll in der kommenden Woche geschaffen werden.

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