Canva kauft Leonardo.AI: 19-Millionen-Nutzer-Plattform integriert
29.05.2026 - 09:49:10 | boerse-global.de
Die Plattform erweitert ihr Angebot um Zahlungsfunktionen, Offline-Nutzung und direkte Schnittstellen zu Drittanbietern.
Vom Entwurf zur Abrechnung
Canva will den Weg vom Design zur kommerziellen Nutzung drastisch verkürzen. Neu ist die Integration von PayPal, mit der Nutzer direkt in der Plattform zahlungspflichtige Designs erstellen können. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Freelancer und kleine Unternehmen – vom Rechnungsentwurf bis zum bezahlpflichtigen Download.
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Ergänzt wird das Angebot durch spezielle Apps für HubSpot, TikTok Ads, Meta Ads, Mailchimp und Klaviyo. Wer seine Designs direkt veröffentlichen will, kann das nun bei Facebook, Pinterest, Google Drive, Dropbox und OneDrive tun.
Kreativ-Werkzeuge der nächsten Generation
Die heutigen Updates umfassen einen verbesserten Magic Eraser sowie ein neues Image-to-Video-Tool, das Gesichter animieren kann. Für mobile Nutzer gibt es Live-Vorschauen, und KI-generierte Präsentationsnotizen erleichtern das Vortragen.
Besonders spannend: Canva führt einen Offline-Modus ein. Nutzer können Designs ohne Internetverbindung erstellen und bearbeiten – die Synchronisation erfolgt automatisch, sobald die Verbindung wieder steht. Während einfache Funktionen wie Magic Resize und der Hintergrundentferner nun lokal auf dem Gerät laufen, benötigen aufwendigere KI-Tools wie Magic Write weiterhin eine Internetverbindung.
Übernahme von Leonardo.AI
Bereits am 27. Mai kündigte Canva die Übernahme des australischen KI-Startups Leonardo.AI an. Das Unternehmen zählt über 19 Millionen registrierte Nutzer und hat in den vergangenen 18 Monaten mehr als eine Milliarde Bilder generiert. Besonders das Phoenix-Modell von Leonardo überzeugt durch präzise Prompt-Umsetzung und die Fähigkeit, Text in Bilder zu integrieren.
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Leonardos 120-köpfiges Team wird in Canva integriert, die Plattform soll aber als eigenständiges Angebot bestehen bleiben. Die Technologie fließt in Canvas Magic Studio ein, das seit seinem Start 2023 bereits über sieben Milliarden Mal genutzt wurde.
Canva AI 2.0: Der Dialog mit dem Designer
Am 28. Mai stellte Canva zudem die nächste Generation seiner KI vor: Canva AI 2.0. Der Fokus liegt auf konversationellem Design und der Erzeugung mehrschichtiger, vollständig bearbeitbarer Ausgaben. Die neue Version integriert Web-Recherche-Funktionen, Content-Planung und Marken-Intelligenz, die visuelle Konsistenz über große Kampagnen hinweg sicherstellt.
Wettbewerb verschärft sich
Canva ist nicht allein: Der gesamte Markt für kreative Produktivitätstools erlebt einen KI-Schub. Miro präsentierte auf seiner Canvas-26-Veranstaltung am 27. Mai "Agentic Sidekicks" für die Projektplanung und KI-gesteuerte Workflows. Figma startete am 20. Mai eine geschlossene Beta seines Design Agent, der native KI-Assistenz für Screens und Komponenten bietet.
Im Bereich Videobearbeitung veröffentlichte Blackmagic Design am 28. Mai DaVinci Resolve 21 Public Beta 4 mit verfeinerter KI-Farbkorrektur. Canva selbst signalisiert verstärktes Interesse an diesem Segment: Am 28. Mai schrieb das Unternehmen eine Stelle für einen Senior Research Engineer aus, der in San Francisco generative Video- und Audio-Agenten entwickeln soll.
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