Cannabis-Politik, Rückhalt

Cannabis-Politik verliert Rückhalt: Zustimmung fällt von 73 auf 48 Prozent

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 13:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die geplante Neuklassifizierung von medizinischem Cannabis in den USA kommt nicht voran. Eine Klage droht den Prozess zu stoppen und Unternehmen in Steuerprobleme zu stürzen.

Cannabis-Neuklassifizierung in den USA: Verfahrensstau und Klagen
Nahaufnahme von Cannabisblättern mit verschwommenen juristischen Dokumenten und einer US-Flagge im Hintergrund, die die Neuklassifizierung symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Seit April 2026 hat Generalstaatsanwalt Todd Blanche die Anordnung unterschrieben: Cannabis für medizinische Zwecke wandert von Schedule I (strengste Kategorie) in Schedule III des Controlled Substances Act. Die versprochenen steuerlichen Erleichterungen für Unternehmen lassen aber noch auf sich warten.

DEA-Anhörungen abgeschlossen – Entscheidung offen

Die öffentlichen Anhörungen der US-Drogenbehörde DEA endeten Mitte Juli 2026. Jetzt haben die beteiligten Parteien bis zum 17. August Zeit, Schriftsätze und Korrekturen einzureichen. Danach gibt Verwaltungsrichter Derek Julius eine beratende Empfehlung ab.

Die finale Entscheidung liegt bei DEA-Administrator Terry Cole. Eine gesetzliche Frist dafür gibt es nicht – niemand weiß, wann der Prozess abgeschlossen ist. Fachleute betonen: Selbst nach der Neuklassifizierung bleibt Cannabis auf Bundesebene eine kontrollierte Substanz.

Gerichtsklage gegen die Umstufung

Das Unternehmen MMJ International Holdings zog Mitte Juli vor das Berufungsgericht in Washington D.C. Die Kläger fordern eine Aussetzung der Neuklassifizierung. Ihre Begründung: Die Regierung habe notwendige Verfahrensschritte übersprungen.

Sollte das Gericht die Klage annehmen, fällt Cannabis rechtlich zurück in Schedule I. Die Folgen wären massiv: Die Steuerregelung 280E würde wieder greifen. Sie verbietet Unternehmen, die mit Substanzen der Kategorien I oder II handeln, Geschäftsausgaben steuerlich geltend zu machen. MMJ International Holdings verweist auf Investitionen von über zehn Millionen Dollar und einen jahrelangen FDA-Zulassungsprozess – beides durch die Unsicherheit gefährdet.

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Steuerliche Entlastung als Hoffnungsträger

Für lizenzierte Cannabis-Unternehmen geht es vor allem ums Geld. Der Wegfall der 280E-Steuerlast könnte den gesamten Sektor profitabel machen. Analysten von Cantor Fitzgerald bewerteten die Aussichten für Marktführer wie Trulieve Cannabis im Juli positiv und setzten hohe Kursziele.

Auch internationale Player schauen genau hin. Europäische Betreiber sehen Chancen für mehr Kapitalzufluss und mögliche Exporte von medizinischem Cannabis nach EU-GMP-Standard. In Guam wurde Mitte Juli die erste Lizenz für kommerziellen Anbau an Erwachsene vergeben – sieben Jahre nach der dortigen Legalisierung 2019.

Politische Initiativen und sinkende Zustimmung

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Die Senatoren Booker, Schumer und Wyden brachten erneut Gesetze ein, die das Bundesverbot für Cannabis komplett kippen sollen. Beobachter halten eine Verabschiedung in der laufenden Sitzungsperiode für unwahrscheinlich – die Initiative dient eher als strategische Grundlage für die Zeit nach den Wahlen.

Die Unterstützung für die Cannabis-Politik der Trump-Administration bröckelt unterdessen. Eine Umfrage unter 510 Konsumenten im Juli 2026 zeigt: Nur 48 Prozent stimmen den Maßnahmen zu – im Vorquartal waren es noch 73 Prozent. Die Mehrheit rechnet nicht mit einem Abschluss der Neuklassifizierung in diesem Jahr. 54 Prozent fordern eine vollständige Legalisierung statt der bloßen Umstufung.

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