Cannabis, Krebs

Cannabis bei Krebs: Tumorvolumen um bis zu 980 mm³ reduziert

04.06.2026 - 22:48:44 | boerse-global.de

Die gleichzeitige Einnahme von Ibuprofen und Cannabis birgt erhöhte Nebenwirkungen. Experten raten zur Vorsicht bei der Kombination.

Ibuprofen und Cannabis: Risiken der Kombinationstherapie
Cannabis - Abstrakte Darstellung von medizinischem Cannabis, das mit einem mikroskopischen Tumor interagiert, symbolisiert durch grüne Linien und Lichteffekte. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Medizinisches Cannabis wird immer häufiger parallel zu klassischen NSAR wie Ibuprofen eingesetzt. Aktuelle Analysen aus dem Frühjahr 2026 zeigen jetzt die Risiken dieser Kombination.

Kaymer enthüllt: 3.500 mg Ibuprofen täglich

Ein prominenter Fall aus dem Profisport rückt die Gefahren hochdosierter Schmerzmittel in den Fokus. Der 41-jährige Golfprofi Martin Kaymer gab am 3. Juni zu, über lange Zeiträume bis zu 3.500 mg Ibuprofen täglich konsumiert zu haben. Die medizinisch empfohlene Höchstdosis liegt bei 2.400 mg.

Die Folgen einer solchen Langzeitanwendung sind gravierend. Zu den Risiken zählen Magenreizungen, Nierenschäden und erhöhter Blutdruck. Besonders gefährdet sind Patienten über 65 Jahre oder solche, die zusätzlich Blutverdünner einnehmen.

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Leber unter Druck: So reagieren die Enzyme

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Ibuprofen und Cannabisprodukten ist Vorsicht geboten. Beide Substanzen werden in der Leber über das gleiche Enzymsystem Cytochrom P450 abgebaut. Die Folge: Die Wirkstoffe werden entweder schneller oder langsamer verstoffwechselt.

Zwar beobachten Ärzte eine mögliche Verstärkung der Schmerzlinderung. Die Nebenwirkungen steigen jedoch ebenfalls. Dazu gehören verstärkte Müdigkeit, ein höheres Blutungsrisiko und Magen-Darm-Reizungen. Da klinische Langzeitstudien zur Kombination fehlen, raten Experten zur Zurückhaltung.

Cannabis in der Krebstherapie: Neue Hoffnung?

Die Forschung zeigt differenzierte Ergebnisse. Eine Meta-Analyse der Semmelweis-Universität Budapest und der Universität Pécs, veröffentlicht im Mai im Fachjournal Pharmaceuticals, untersuchte die Effekte bei Krebserkrankungen. In präklinischen Modellen zeigten sich konsistente Anti-Tumor-Effekte bei Glioblastomen und Brustkrebs.

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Die Forscher beobachteten eine Reduktion des Tumorvolumens um 980,58 mm³ beim Glioblastom und 402,64 mm³ bei Brustkrebs. In Kombination mit dem Chemotherapeutikum Doxorubicin lag die Reduktion sogar bei 1.295,19 mm³. Dabei wies CBD ein breiteres Wirkprofil auf als THC.

Strengere Regeln für Medizinalcannabis in Europa

Parallel zur Forschung verschärfen sich die regulatorischen Bedingungen. In Deutschland fordern die Bundesländer verstärkte Kontrollen. Ziel ist es, Rezepte aus dem EU-Ausland auszuschließen und eine persönliche ärztliche Konsultation zwingend vorzuschreiben.

Online-Verschreibungen und der Versandhandel sollen unterbunden werden. In Frankreich wurden CBD-Lebensmittel Mitte Mai untersagt, da sie kein entsprechendes Zulassungsverfahren durchlaufen hatten.

Ultraschall statt Tabletten: Neue Wege gegen Schmerzen

Am LMU Klinikum München startete im Juni die „NeuroPain“-Studie. Hierbei wird personalisierter, fokussierter Ultraschall eingesetzt, um spezifische Hirnregionen der Schmerzverarbeitung bei chronischen Rückenschmerzen zu behandeln. Dieser Ansatz der Präzisionsmedizin könnte künftig die Abhängigkeit von hochdosierten Schmerzmitteln reduzieren.

Dieser Ansatz der Präzisionsmedizin könnte künftig die Abhängigkeit von hochdosierten Schmerzmitteln reduzieren.

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