Cannabis am Giftnotruf: Beratungen steigen um 17 Prozent
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Auswertung des Giftinformationszentrums Nord (GIZ-Nord) an der Universität Göttingen für das Jahr 2025 verdeutlicht eine kontinuierliche Zunahme an Vergiftungs- und Verdachtsfällen. Wie aus Berichten vom 5. Oktober 2026 hervorgeht, kletterte das gesamte Beratungsvolumen der Einrichtung im Jahresverlauf um ca. 10% gegenüber dem Vorjahr.
Insgesamt wandten sich Ratsuchende in 52.573 Fällen an die toxikologische Beratungsstelle. Die überwiegende Mehrzahl aller dokumentierten Anfragen betraf dabei versehentliche Vergiftungen, die sich direkt im privaten und häuslichen Umfeld abgespielt hatten.
Gefahrenpotenziale im Haushalt: Medikamente und Chemikalien im Fokus
Die statistische Aufarbeitung der Zwischenfälle offenbart typische Gefahrenschwerpunkte des Alltags. Als häufigste Ursache für Beratungsanfragen kristallisierten sich Arzneimittel heraus. An zweiter Stelle folgten chemische Produkte, gefolgt von pflanzlichen Stoffen sowie Nahrungs- und Genussmitteln.
Trotz der Vielfalt der registrierten Substanzen ging das gravierendste Gefahrenpotenzial vor allem von Haushaltschemikalien und Medikamenten aus. Obwohl viele Zwischenfälle glimpflich verliefen, kam es vereinzelt auch zu fatalen Ausgängen: Für das Jahr 2025 wurde in 23 Beratungsfällen des Zentrums ein Todesfall dokumentiert.
Anstieg bei Drogenberatungen und Dynamik bei Cannabis
Neben den klassischen Haushaltsunfällen befasste sich das GIZ-Nord mit Vorfällen im Zusammenhang mit Rauschmitteln. In der Jahresstatistik 2025 schlugen sich insgesamt 1.324 Drogenfälle nieder. Die entsprechenden Anrufe konzentrierten sich im Wesentlichen auf Kokain, Amphetamine, Cannabis sowie synthetische Cannabinoide.
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Eine deutliche Verschiebung zeigte sich bei den Vorfällen rund um Cannabiskonsum: Hier verzeichnete das Giftinformationszentrum einen Zuwachs der Beratungen um 17% gegenüber dem Vorjahr. Das Jahr 2025 stellte in diesem Kontext das erste volle Kalenderjahr seit dem Inkrafttreten der Teillegalisierung in Deutschland dar.
Tiervergiftungen und regionale Reichweite
Das Arbeitsfeld des an der Universität Göttingen angesiedelten Zentrums beschränkt sich nicht auf Notfälle beim Menschen. Einen festen Bestandteil der Arbeit bildeten erneut Vergiftungsfälle bei Tieren. Für das Jahr 2025 wies die Statistik insgesamt 1.256 Beratungen zu Tiervergiftungen aus.
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Als zentrale Anlaufstelle deckt das GIZ-Nord vier norddeutsche Bundesländer ab: Den Zuständigkeitsbereich bilden Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Facheinrichtung steht dabei sowohl medizinischem Personal in Kliniken und Praxen als auch Privatpersonen bei akuten Intoxikationen und Verdachtsmomenten zur Seite.
Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Jahresstatistik 2025 - Auch wegen Cannabis: Mehr Beratungen beim Giftnotruf - Politik“
