Calix-Router: Kritische Lücke gefährdet 6,9 Mio. Internetanschlüsse
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 20:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine schwerwiegende Sicherheitslücke in Netzwerkgeräten des Herstellers Calix bedroht derzeit die Integrität von Millionen Internetanschlüssen weltweit. Die Schwachstelle ermöglicht es nicht authentifizierten Angreifern, Sicherheitsmechanismen wie Firewalls und Network Address Translation (NAT) aus der Ferne zu umgehen.
Da für das Problem zum jetzigen Zeitpunkt kein Software-Update bereitsteht, sind Nutzer und Internetdienstleister auf manuelle Sicherheitsmaßnahmen angewiesen.
Technische Details der Schwachstelle CVE-2026-75501
Die als CVE-2026-75501 identifizierte Schwachstelle betrifft Calix-Router des Typs GS5239XG, die auch unter der Bezeichnung GigaSpire 7u10txg geführt werden.
Voraussetzung für die Anfälligkeit ist der Einsatz der Firmware-Version EXOS/6.6.47. Experten bewerten den Schweregrad der Lücke mit einem CVSS-Score von 9.1, was eine kritische Bedrohungslage signalisiert.
Das Kernproblem liegt in der Implementierung des Dienstes MiniUPnPd in der Version 2.3.7. Dieser Dienst wird fälschlicherweise auf dem WAN-seitigen TCP-Port 5000 gegenüber dem öffentlichen Internet offengelegt.
Normalerweise dient das Universal Plug and Play (UPnP) dazu, Geräten im lokalen Netzwerk die automatisierte Konfiguration von Port-Freigaben zu ermöglichen. Durch den Fehler können jedoch externe Angreifer über das Wide Area Network (WAN) manipulierte SOAP-Anfragen an den Router senden.
Diese unberechtigten Anfragen erlauben es Dritten, Port-Forwarding-Regeln nach Belieben zu erstellen, zu löschen oder bestehende Mappings aufzulisten. Zudem bietet die Schwachstelle die Möglichkeit, die öffentliche IP-Adresse des Geräts abzurufen. Damit erhalten Angreifer die Kontrolle über den eingehenden Datenverkehr und können direkt auf Dienste im internen Heimnetzwerk zugreifen, die eigentlich durch die Firewall geschützt sein sollten.
Massive Reichweite bei Internetdienstleistern
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Die Entdeckung der Sicherheitslücke hat weitreichende Konsequenzen für die Kundenbasis großer Internetdienstanbieter (ISPs), die Calix-Hardware als Standard-Endgeräte an ihre Abonnenten ausliefern. In den Vereinigten Staaten ist insbesondere der Anbieter Cox betroffen, der über rund 6,9 Millionen Abonnenten verfügt.
Ebenfalls als Nutzer der anfälligen Hardware werden die Unternehmen Brightspeed, ALLO und Conexon genannt. Auch europäische Infrastrukturen sind betroffen; so setzt unter anderem der britische Anbieter CityFibre die entsprechenden Geräte ein.
Die formelle Offenlegung der Schwachstelle erfolgte am 21. August 2026 durch die Koordinierungsstelle CERT/CC unter der Kennung VU#756733. Als Entdecker der Lücke wurde der Sicherheitsforscher Brian Khan Quintana identifiziert, der die Details zur fehlerhaften UPnP-Konfiguration analysierte.
Empfohlene Schutzmaßnahmen mangels Patch
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Aktuell existiert kein offizieller Patch von Calix, um die Schwachstelle dauerhaft zu beheben. Experten und Sicherheitsbehörden empfehlen betroffenen Nutzern daher dringend einen Workaround. Um die Gefahr zu bannen, sollte die UPnP-Funktionalität in den Geräteeinstellungen manuell deaktiviert werden. Dieser Menüpunkt findet sich üblicherweise unter dem Pfad für fortgeschrittene Sicherheitseinstellungen.
In Fällen, in denen die Benutzeroberfläche des Routers durch den Internetdienstleister eingeschränkt wurde und die UPnP-Option nicht zugänglich ist, sollten sich Kunden direkt an ihren jeweiligen ISP wenden, um eine Deaktivierung aus der Ferne zu erwirken. Als zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen wird dazu geraten, Firewall-Regeln streng zu überwachen und bestehende Port-Forwarding-Einträge regelmäßig auf unbekannte Änderungen zu prüfen.
Obwohl zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine aktiven Ausnutzungen der Schwachstelle in freier Wildbahn gemeldet wurden, mahnen Sicherheitsverantwortliche zur Eile. Die Veröffentlichung der technischen Details erhöht das Risiko für automatisierte Angriffe auf die betroffene Infrastruktur erheblich. Eine dauerhafte Lösung wird erst mit einer aktualisierten Firmware-Version erwartet, deren Veröffentlichungstermin jedoch noch nicht feststeht.
