CADA: ECIPE schätzt Kosten des EU-Cloudgesetzes auf 115 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 22:07 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas geplante europäische Cloud-Souveränitätsgesetz CADA könnte für die Wirtschaft und die öffentlichen Haushalte in Europa mit erheblichen finanziellen Belastungen einhergehen.
Laut einer Untersuchung des Brüsseler Think Tanks ECIPE belaufen sich die Kosten für den Zeitraum von 2027 bis 2036 in einem mittleren Szenario auf 115 Milliarden Euro. Finanziert wurde die Studie von dem Branchenverband CCIA Europe, zu dessen Mitgliedern Technologiekonzerne wie Amazon, Google und Meta zählen.
In der Analyse zum sogenannten Cloud and AI Development Act werden unterschiedliche Reichweiten der Regulierung modelliert. Während die Berechnungen in einem engen Szenario von Mehrausgaben in Höhe von 35,6 Milliarden Euro ausgehen, könnten die Belastungen in einem weiten Szenario auf bis zu 233 Milliarden Euro anwachsen.
Die Prognosen des Think Tanks liegen damit deutlich über den Erwartungen der EU-Kommission. Deren eigene Höchstschätzung veranschlagt für die Gesetzesinitiative Kosten von bis zu 18 Milliarden Euro.
Hohe Ausgaben für Softwareanpassungen und Migration
Den Berechnungen von ECIPE zufolge machen technische Umstellungen den größten Teil der geschätzten Gesamtsumme aus. Rund 69 Prozent der 115 Milliarden Euro im mittleren Szenario entfallen auf die Software-Migration sowie die Neuschreibung bestehender Anwendungen. Weitere rund 30 Prozent der Mehrausgaben führt der Think Tank auf allgemeine Preissteigerungen bei Cloud-Diensten zurück.
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Auf die Haushalte der Mitgliedstaaten kämen laut der Untersuchung direkte Kosten in Höhe von etwa 33,3 Milliarden Euro zu. Den größeren Anteil der kalkulierten Belastungen sieht die Studie beim privaten Sektor: Rund 80 Milliarden Euro sollen demnach von Unternehmen aus Branchen wie Energie, Bankenwesen, Verkehr und Gesundheit getragen werden. Dies basiert auf der Annahme, dass die geplanten Vorgaben etwa ein Viertel der Cloud-Ausgaben in diesen Sektoren erfassen.
Belastungen pro Erwerbstätigem variieren regional stark
Bei der Umlegung auf die arbeitende Bevölkerung ergeben sich nach den Berechnungen des Think Tanks deutliche Unterschiede innerhalb der Europäischen Union. In Luxemburg lägen die kalkulierten Kosten bei rund 1.711 Euro pro Erwerbstätigem.
Für Staaten wie Dänemark, Österreich, Finnland und Irland beziffert ECIPE den Betrag auf eine Spanne zwischen 856 und 905 Euro pro Erwerbstätigem. In Deutschland fällt der rechnerische Wert mit etwa 396 Euro geringer aus.
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Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die Analyse rein finanzielle Mehrausgaben und wirtschaftliche Reibungsverluste erfasst. Mögliche qualitative Vorteile des Gesetzesvorhabens, wie ein höheres Sicherheitsniveau oder ein Zuwachs an europäischer digitaler Autonomie, werden in der Untersuchung monetär nicht bewertet.
