C2C Lab 2.0 Berlin: 100+ nachhaltige Lösungen nach EU-Taxonomie
09.06.2026 - 12:52:04 | boerse-global.de
Fachleute beobachten einen Trend zu zeitlosen Wohnkonzepten mit klaren Linien, offenen Raumstrukturen und integrierten Homeoffice-Lösungen. Farblich dominieren warme Naturtöne, Sandfarben und gedeckte Grüntöne, ergänzt durch gezielte Lichtzonen.
Geometrische Klarheit im Neubau
Architekten setzen im privaten Wohnbau vermehrt auf geometrische Klarheit und die Einbeziehung der Topografie. In Prag-?akovice realisierte das Büro edit! ein Einfamilienhaus als funktionalistischen grauen Kubus. Eine Galerie fungiert als vertikale Achse und verbindet den Wohnbereich im Erdgeschoss mit den Schlafräumen im Obergeschoss.
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Einen materialorientierten Ansatz verfolgt die Villa Jevany in Tschechien von David Kraus und Miroslav Styk. Rote Stahlelemente, Beton und Holz kommen zum Einsatz, die unregelmäßige Fensteraufteilung nimmt gestalterische Anleihen an der klassischen Moderne.
In der Slowakei zeigt die Villa VICUS von Sebastian Nagy eine Architektur, die sich durch Travertin und Lehmputz in die Hanglage des Berges Zobor einfügt. Die 158 Quadratmeter Wohnfläche werden durch eine hölzerne Pergola und weite Ausblicke ergänzt. Die passive Nutzung von Solarenergie ist Teil des Konzepts.
Das Büro Woonpioniers realisierte in den Niederlanden das „Light House“ – ein Holzhaus in Nigtevecht. Eine offene Raumgestaltung mit Antresolen und einem Firstlichtband sorgt auf begrenztem Grundstück für maximale Lichtausbeute.
Umbau statt Abriss
Die Umnutzung bestehender Bausubstanz bildet einen weiteren Schwerpunkt. Beim Häuser-Award 2026 wurden kürzlich herausragende Umbauten prämiert. Den ersten Preis erhielt ein Bauernhaus im burgundischen La Grange von Erwan Bouroullec und LVA. Weitere Auszeichnungen gingen an Projekte in Tübingen, Karlsruhe und Gerlingen.
In ?eský Krumlov verwandelte das Büro Architéka ein Wirtschaftsgebäude aus dem späten 18. Jahrhundert in die Pension „Clementine House“. Eine dunkelblaue Stahltreppe und flexible Schiebepaneele treffen auf historische Substanz aus Naturstein und Holz.
Bereits 2020 wurde ein Umbau in ?roda Wielkopolska abgeschlossen. Ein konventionelles Wohnhaus wurde für eine dreiköpfige Familie entkernt. Auf 238 Quadratmetern entstand ein offener Grundriss mit einer markanten Treppe als Ankerpunkt und einer dreigeschossigen Spielstruktur im Kinderzimmer.
Cradle to Cradle in Berlin
Ein bedeutendes Referenzprojekt für nachhaltige Innenarchitektur wurde im März 2026 in Berlin fertiggestellt. Das „C2C Lab 2.0“ im Stadtteil Prenzlauer Berg dient als Reallabor für die Cradle-to-Cradle-Philosophie. In der ehemaligen Apotheke wurden über 100 Lösungen verbaut, die der EU-Taxonomie entsprechen – darunter modulare Holzkuben und Akustikpaneele aus recycelten Materialien.
Technische Aspekte des sommerlichen Wärmeschutzes gewinnen parallel an Bedeutung. Experten betonen die Wirksamkeit außen liegender Markisen und Rollläden gegenüber Innenraumlösungen. Sie minimieren die Wärmeübertragung durch die Glasscheibe bereits im Vorfeld.
Modulare Möbel und strategische Partnerschaften
Im Möbeldesign zeigt sich eine Entwicklung hin zu modularen und skulpturalen Formen. Für Juni 2026 ist die weltweite Einführung des Bézier-Sofas angekündigt. Sein Design basiert auf mathematischen Kurven, Bouclé-Stoffe und metallene Akzente prägen die Optik.
Im Fertighausbau startete eine strategische Partnerschaft zwischen FingerHaus und Sally Özcan. Das erste gemeinsame Projekt, ein Musterhaus-Bungalow der Edition „NIVO“, soll im Juli 2026 in Frankenberg/Eder eröffnet werden. Der Entwurf umfasst spezifische Anpassungen in Grundrissplanung und Ausstattung.
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In Warschau zeigen Apartment-Projekte von RUUM Studio oder BajerSokó? eine Verbindung hochwertiger Materialien mit moderner Haustechnik. In einem Entwurf wurde eine verschiebbare Marmorkonsole integriert, die über ein KNX-System gesteuert wird. Sie verbirgt flexibel funktionale Bereiche von Küche und Wohnraum.
Wettbewerbssaison für Architekten
Die sechste Edition des „Simon Architecture Prize 2026“ lädt zur Einreichung von Projekten aus den Jahren 2024 und 2025 ein. Der Fokus liegt auf kollektiven und persönlichen Lebensräumen. Die Registrierungsphase läuft bis Mitte September 2026, die finale Preisverleihung ist für Februar 2027 angesetzt.
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