BYD-Roboter: Chinesischer Autobauer plant 20.000 Units bis Ende 2026
06.06.2026 - 23:30:38 | boerse-global.de
Das Projekt mit dem Codenamen „Yao-Shun-Yu" läuft seit 2022 und wird nun öffentlich gemacht.
Vom Elektroauto zum Laufroboter
BYD will seine Erfahrungen aus dem Elektrofahrzeugbau nutzen, um einen neuen Markt zu erobern. Das Unternehmen sieht in der Robotik eine logische Erweiterung seiner Kernkompetenzen. Executive Vice President Li Ke bestätigte, dass das Projekt in der 15. Geschäftseinheit angesiedelt ist, die sich mit Elektronikintegration und Intelligenz beschäftigt.
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Die Entwicklung zielt auf Roboter ab, die fortschrittliche kognitive Fähigkeiten mit leistungsstarker Hardware verbinden. Laut Li Ke haben internationale Wettbewerber oft Vorteile bei der Software-Intelligenz, während ihnen die hardware-seitige Beweglichkeit fehlt. Bei vielen chinesischen Robotern sei es genau umgekehrt. BYD soll beide Bereiche durch seine industriellen Fertigungsstärken abdecken.
Technologische Synergien nutzen
Das humanoide Roboterprogramm stützt sich massiv auf die Technologien aus dem Elektroautogeschäft. BYD nutzt sein Know-how bei Batterien, Sensoren, Motoren, Steuerungen und Prozessoren, um die Entwicklungskosten niedrig zu halten. Die künstliche Intelligenz und Hardware-Architektur des autonomen Fahrens haben große Überschneidungen mit den Anforderungen humanoider Robotik.
Das Unternehmen hat bereits beachtliche Fortschritte erzielt. Der siebte Prototyp ist fertig, die aktuellen Testmodelle erreichen eine Effizienz von rund 80 Prozent eines menschlichen Arbeiters. BYD hat umgerechnet rund 12,8 Milliarden Euro in KI-bezogene Fahrzeugtechnologien investiert. Allein in der Abteilung für intelligentes Fahren arbeiten 4.000 Ingenieure – genauso viele wie im Robotik-Team, von dem über 30 Prozent promoviert sind.
Einsatz in der eigenen Produktion
Die „Yao-Shun-Yu"-Roboter sollen zunächst in der Industrie eingesetzt werden. BYD, das allein im April 2026 über 321.000 Fahrzeuge verkaufte, ist ein Großabnehmer von Industrieautomation. Bereits 150 Roboter testet das Unternehmen in seinen Fertigungsanlagen.
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Bis Ende 2026 sollen 20.000 Roboter auf den Produktionslinien und in den globalen „4S"-Händlerbetrieben arbeiten. In den Verkaufsräumen könnten sie als Einkaufsberater oder Assistenten fungieren. Li Ke deutete an, dass BYD langfristig eine offene Plattform-Strategie verfolgen könnte – etwa durch Kooperationen mit anderen Firmen oder den Verkauf von Robotern für den Haushalt über das eigene Händlernetz.
Strategische Investitionen und Wettbewerb
BYD hat seine Robotik-Sparte durch gezielte Beteiligungen gestärkt. 2023 investierte das Unternehmen in Zhiyuan Robot (auch bekannt als Agibot), 2025 folgte eine strategische Beteiligung an Pasini Perception Technology. Zudem arbeitet BYD mit UBTech Robotics zusammen, um die Walker-S-Roboter in der eigenen Montage zu testen.
Mit der Bestätigung des BYD-Programms reiht sich der Konzern in eine wachsende Liste von Autobauern ein, die im humanoide Robotik einen „zweiten Wachstumspfad" jenseits des umkämpften EV-Marktes suchen:
- Tesla testet 50 Einheiten des Optimus Gen-3 im Shanghai-Werk. Die Massenproduktion soll bereits im zweiten Quartal 2026 beginnen, die Kosten pro Einheit werden auf 18.000 bis 27.000 Euro geschätzt.
- XPeng plant die Serienproduktion des „IRON"-Roboters für das dritte Quartal 2026.
- Chery hat den Mornine M1 vorgestellt, der ab umgerechnet rund 37.000 Euro erhältlich sein soll.
- GAC will den GoMate Mini Anfang 2026 auf den Markt bringen.
Analysten von Morgan Stanley prognostizieren einen massiven Markt für humanoide Roboter: Bis 2036 könnten weltweit 24,4 Millionen Einheiten im Einsatz sein, bis 2050 sogar eine Milliarde. Das entspräche einem Marktvolumen von rund 6,9 Billionen Euro. China soll daran etwa 30 Prozent Anteil haben.
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