Butter, Pflanzenöl

Butter vs. Pflanzenöl: Harvard-Studie belegt 15% höheres Sterberisiko

Veröffentlicht: 05.07.2026 um 17:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine 30-jährige Harvard-Studie zeigt: Butter erhöht die Sterblichkeit um 15%, pflanzliche Öle senken sie um 16%.

Harvard-Studie: Butter erhöht Sterberisiko, Pflanzenöle senken es
Butter - Nahaufnahme von Butter und Margarine auf zwei Scheiben Vollkornbrot mit frischen Kräutern auf einem Holzbrett. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die jahrzehntelange Debatte um den gesünderen Brotaufstrich bekommt neue Nahrung. Wissenschaftler werteten Daten von 221.000 Erwachsenen über 30 Jahre aus. Ihr Fazit: Wer täglich zweieinhalb bis drei Teelöffel Butter isst, erhöht sein Sterberisiko um 15 Prozent. Besonders die Krebssterblichkeit steigt an.

Pflanzliche Öle senken das Risiko deutlich

Ganz anders sieht es bei pflanzlichen Alternativen aus. Oliven-, Raps- oder Sojaöl senken das Sterberisiko um 16 Prozent. Schon der Ersatz von zehn Gramm Butter durch Pflanzenöl reduziert das Risiko um 17 Prozent. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal JAMA Internal Medicine.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2025 bestätigt den Trend. Pflanzenölkonsum senkt die Gesamt- und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit. Butter dagegen bleibt ein Risikofaktor.

Was empfehlen die Fachgesellschaften?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät klar zu Margarine – besonders auf Raps- oder Sojaölbasis. Der Grund: Margarine enthält weniger gesättigte, dafür mehr ungesättigte Fettsäuren. Produkte aus Raps- oder Leinöl punkten zudem mit Omega-3-Fettsäuren.

Butter besteht zu 80 Prozent aus Fett und liefert rund 750 Kilokalorien pro 100 Gramm. Sie enthält zwar die Vitamine A, D, E und K sowie Mineralstoffe. Doch die Bilanz bei den gesättigten Fettsäuren fällt negativ aus.

Auch die Umwelt spricht für Margarine. Butterproduktion verursacht 9 bis 12 Kilogramm CO2 pro Kilogramm. Margarine kommt auf nur 2 bis 3 Kilogramm.

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Vorsicht vor verarbeiteten Fetten

Kardiologe Bhaskar Semitha warnt jedoch vor bestimmten Margarinen. Teilweise gehärtete Fette können Transfettsäuren enthalten. Diese fördern das LDL-Cholesterin und begünstigen Arteriosklerose.

Auch Tiefkühlpizza, Speck und frittiertes Gebäck sind kritisch. Sie enthalten viele gesättigte Fette und Natrium.

Extra natives Olivenöl dagegen schneidet hervorragend ab. Die PREDIMED-Studie zeigt: Mediterrane Ernährung mit diesem Öl senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse um 30 Prozent. Die enthaltenen Polyphenole wirken entzündungshemmend. Ein wissenschaftlicher Beleg für den angeblichen Nutzen auf nüchternen Magen existiert allerdings nicht.

Die richtige Ernährung als Gesamtkonzept

Die Wahl des Streichfetts ist nur ein Teil der Strategie. Die ADA-Leitlinie 2026 für Typ-2-Diabetes empfiehlt eine individualisierte Ernährungstherapie. Mediterrane Kost, die DASH-Diät oder pflanzbasierte Ernährungsformen stehen im Fokus.

Diese Ansätze senken nicht nur den Blutzucker. Durch die gezielte Auswahl von Fettsäuren reduzieren sie auch Langzeitrisiken und Gesundheitskosten.

Daten der NutriNet-Santé-Kohorte zeigen zudem: Nicht nur die Fettart ist entscheidend. Bestimmte Konservierungsstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln erhöhen das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Empfehlung lautet daher: möglichst naturbelassen und pflanzenbasiert essen.

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