Burnout-Prävention: Tiefe Atmung reguliert Vagusnerv nachweislich
06.06.2026 - 02:06:29 | boerse-global.de
Immer mehr Beschäftigte klagen über zu lange Arbeitszeiten, zu wenig Erholung und wachsenden Druck.
Besonders Schulleitungen sind betroffen. Laut dem Schulleitungsmonitor Deutschland 2025/2026 arbeiten 43,1 Prozent der Schulleiter mehr als 50 Stunden pro Woche. Im Durchschnitt sind es 52 Stunden. Viele klagen darüber, zu wenig Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben zu haben.
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Arbeitszeitgesetz sorgt für Streit
Der DGB-Index Gute Arbeit zeigt: Nur rund 40 Prozent der Beschäftigten sind mit ihrer Arbeitszeit zufrieden. Besonders hart trifft es Frauen. In dieser Gruppe berichten 80 Prozent von Erschöpfung nach der Arbeit. Hauptgrund sind Vereinbarkeitsprobleme zwischen Beruf und Privatleben.
Eine geplante Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes könnte die Lage verschärfen. Arbeitstage von bis zu 13 Stunden wären dann möglich. Arbeitnehmervertreter kritisieren das scharf – die Erholungsphasen würden weiter schrumpfen.
Der Vagusnerv als Stressregler
Die Forschung rückt einen bestimmten Nerv in den Fokus: den Vagusnerv. Seine Stimulation hilft nachweislich bei Epilepsie und therapieresistenten Depressionen. Invasive Verfahren sind klinisch etabliert.
Bei nicht-invasiven Methoden warnt Prof. Dr. Thomas Schläpfer von der Universitätsklinik Freiburg. Die Heilsversprechen in sozialen Medien seien oft nicht wissenschaftlich belegt.
Ein einfaches Mittel wirkt sofort: tiefe Atmung. Sie beruhigt das Nervensystem nachweislich. Für die Burn-out-Prävention ist die Früherkennung entscheidend. Gernot Langs von der Schön Klinik Bad Bramstedt erklärt: Betroffene bemerken Erschöpfungsanzeichen oft spät. Das Umfeld sieht dagegen schon eine gesteigerte Reizbarkeit. Ein dauerhafter Verlust an Lebensqualität gilt als klares Warnsignal.
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Bewegung als Medizin
Der Körper braucht körperliche Forderung – doch die moderne Lebensweise wird dem nicht gerecht, betont Thomas Wessinghage. Besonders Menschen über 50 müssen dem natürlichen Muskelabbau aktiv entgegenwirken.
Die Rentenversicherung erkennt den Wert der Prävention. Die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover gab in den ersten fünf Monaten 2026 rund 158 Millionen Euro für Leistungen zum Erhalt der Erwerbsfähigkeit aus. Das sind 17 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Geld fließt in medizinische Rehabilitation, Nachsorge und Präventionsprogramme.
Digitale Hilfe bei chronischen Schmerzen
Die HanseMerkur geht neue Wege. Als erste private Krankenversicherung integriert sie eine Schmerztherapie-App in ihr Angebot. Die App richtet sich an Menschen mit chronischen Schmerzen ohne klaren körperlichen Befund. Basis ist unter anderem die Pain Reprocessing Therapy. Tägliche kurze Übungseinheiten sollen neurologische Schmerzmuster verändern.
Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Fachleute nennen Vitamin D, B-Vitamine, Zink und Magnesium als kritische Nährstoffe für das Nervensystem. Ballaststoffreiche Kost und fermentierte Lebensmittel unterstützen das Darmmikrobiom – und damit die allgemeine Vitalität.
Beratungsbranche kämpft mit Fluktuation
In der Beratungsbranche wird die hohe Arbeitsintensität zum Problem. Eine Lünendonk-Studie aus dem Jahr 2022 zeigte: Fast die Hälfte der befragten Firmen sieht die Fluktuation als erhebliches Hindernis. In rund 30 Prozent der Beratungshäuser liegt die Rate bei über 15 Prozent.
Gefordert wird eine Anpassung der Führungskultur. Mehr Empathie und Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse sollen junge Fachkräfte langfristig binden – und der psychischen Belastung in Hochleistungsbereichen entgegenwirken.
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