Burnout-Prävention: Sarah Oelschig rät, Aufgaben zu streichen statt neue Routinen
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Klassische Ratschläge zur Vorbeugung von Erschöpfungszuständen setzen häufig auf zusätzliche Routinen für die persönliche Selbstfürsorge. Ob Meditation, Sporteinheiten oder Achtsamkeitsübungen – der Versuch, Erholung aktiv in bereits überfüllte Kalender zu integrieren, erzeugt bei Betroffenen bisweilen zusätzlichen Druck.
Burnout-Coach Sarah Oelschig wirbt vor diesem Hintergrund für einen anderen Ansatz: Statt den Alltag um neue Maßnahmen zu erweitern, setzt sie auf das Prinzip der Subtraktion. Im Mittelpunkt steht dabei die konsequente Verringerung von Belastungen, indem bestehende Verpflichtungen aktiv reduziert, an andere delegiert oder bewusst abgelegt werden.
Entlastung durch Streichen und Delegieren
Nach den Ausführungen von Sarah Oelschig, die ihre Erfahrungen und Ratschläge in dem Buch mit dem Titel Unburned: A Slightly Messy, Mostly Honest Guide to Life After Burnout zusammenfasst, scheitern herkömmliche Entlastungsstrategien oft an der schieren Menge der täglichen Anforderungen. Wenn ein Arbeitstag bereits lückenlos verplant ist, wird selbst die wohlgemeinte Selbstfürsorge zu einem weiteren To-do auf der Liste.
Die von ihr vertretene Methode zielt daher darauf ab, das tägliche Pensum systematisch zu verkleinern. Anstatt zu fragen, was noch getan werden kann, um die eigene Widerstandskraft zu steigern, stehe die Frage im Vordergrund, welche Aufgaben ersatzlos entfallen können.
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Dieser Prozess erfordere es, Prioritäten kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, welche Projekte tatsächlich zwingend erledigt werden müssen und welche abgegeben werden können. Erst durch das Loslassen von Aufgaben entstehe der notwendige Freiraum, der für eine nachhaltige Regeneration erforderlich sei.
Schrittweise Grenzsetzung im Berufsalltag
Die Notwendigkeit wirksamer Entlastungsstrategien verdeutlichen auch aktuelle Erhebungen zur Arbeitsbelastung. Laut Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Gallup fühlten sich im Jahr 2026 27 Prozent der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer in den USA sehr oft oder immer ausgebrannt. Die chronische Überlastung betrifft damit einen erheblichen Teil der Erwerbsbevölkerung.
Um der Erschöpfung wirksam entgegenzutreten, vermittelt Oelschig das Setzen von Grenzen in kleinen Schritten. Für viele Beschäftigte sei ein radikaler Kurswechsel im Berufs- und Privatleben mit großen Hemmschwellen verbunden, insbesondere aus Angst vor Konflikten oder negativen Konsequenzen.
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Eine graduelle Grenzziehung ermögliche es hingegen, die Fähigkeit zum Neinsagen kontrolliert einzuüben. Indem Betroffene zunächst bei weniger kritischen Anforderungen beginnen, Verpflichtungen abzuweisen oder Termine zu kürzen, lasse sich die persönliche Belastung schrittweise reduzieren, ohne das berufliche Umfeld zu überfordern.
