Burnout-Prävention, Workshops

Burnout-Prävention: Neue Workshops ab Juli vermitteln Selbststeuerung

05.06.2026 - 20:50:20 | boerse-global.de

Hoher Druck und Erschöpfung belasten 43 Prozent der Beschäftigten. Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm, Arbeitgeber müssen handeln.

Burnout-Krise: Hoher Druck und Milliardenkosten für Unternehmen
Burnout-Prävention - Eine Person sitzt in einem modernen Büro, das Gesicht in den Händen vergraben, wirkt überfordert und erschöpft. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sie kosten Milliarden und zwingen Unternehmen zum Umdenken.

Rund 43 Prozent der Beschäftigten in Deutschland stehen regelmäßig unter hohem Druck. 15 Prozent berichten von einer sehr regelmäßigen Belastung. Hauptursachen: Zeitknappheit, hohe Dringlichkeit und Versagensängste.

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Die schleichende Erschöpfung

Burn-out ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Syndrom der Erschöpfungsdepression. Das betonen Mediziner der Schön Klinik Bad Bramstedt. Die Entwicklung verläuft oft über mehrere Jahre – in fünf bis zehn Stufen.

Die zentralen Warnsignale: anhaltende Erschöpfung, Schlafstörungen, Appetitverlust. Dazu kommen körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen, Tinnitus oder Herzrasen.

Ein wesentliches Merkmal ist die zunehmende Entfremdung von der eigenen Arbeit. Der Leistungsabfall ist die Folge. Dabei sind nicht nur berufliche Faktoren ausschlaggebend. Auch private Belastungen, etwa bei Alleinerziehenden, können zur Entstehung beitragen.

Der erste Schritt zur Besserung? Die Einsicht der Betroffenen. Danach folgt die medizinische Abklärung beim Hausarzt. Oder eine stationäre Auszeit.

Die Freizeitkrankheit

72 Prozent der Beschäftigten leiden unter der sogenannten Freizeitkrankheit. Das zeigt eine Untersuchung der IU Internationalen Hochschule. Die Symptome stellen sich unmittelbar nach Beginn von Erholungsphasen ein.

Nur jeder fünfte Befragte fühlt sich nach einem Urlaub tatsächlich erholt.

Die ökonomischen Folgen sind enorm. Für 2025 wurde eine durchschnittliche Krankschreibungsdauer von 14,5 Tagen verzeichnet. Das Forschungszentrum Jülich beziffert die jährlichen Kosten durch Schlafmangel auf rund 630 Milliarden Euro.

Gleichzeitig wächst der globale Gesundheitsmarkt massiv. Für 2024 wurde ein Volumen von bis zu 6,3 Billionen Euro geschätzt. Die Prognose für das Ende des Jahrzehnts: über 8 Billionen Euro.

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Lehrer besonders betroffen

Eine Studie des öbv und der JKU Linz belegt: 52 Prozent der Lehrkräfte in Österreich fühlen sich psychisch stark beansprucht. Die größten Belastungsfaktoren sind administrative Aufgaben (68 Prozent), große Klassen (64 Prozent) und heterogene Lerngruppen (63 Prozent).

Trotzdem: 71 Prozent der Befragten gaben an, grundsätzlich mit ihrem Leben zufrieden zu sein. Die Selbstwirksamkeit gilt als wichtigste Ressource.

Auch in der Unternehmensberatung zeichnet sich ein tiefgreifender Wandel ab. Eine Lünendonk-Studie zeigt: 49 Prozent der Beratungsfirmen bereitet die Fluktuation Sorgen. Es gibt einen Konflikt zwischen der traditionellen Erwartung ständiger Verfügbarkeit und dem Wunsch der jüngeren Generation nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance.

Experten sehen in der Projektleitung den zentralen Hebel für die Mitarbeiterbindung. Gefordert sind neue Führungskompetenzen – basierend auf Empathie und Akzeptanz.

Was Arbeitgeber tun müssen

Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, psychische Belastungen zu berücksichtigen. Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) wurde bereits 2013 konkretisiert. Weitere Grundlagen finden sich in der Arbeitsstättenverordnung und der Betriebssicherheitsverordnung.

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) empfiehlt:

  • Handlungsspielräume und klare Aufgabenstrukturen schaffen
  • Angemessenes Verhältnis zwischen Arbeitsmenge und Zeit
  • Pausen und soziale Unterstützung im Team sicherstellen
  • Schutz der Beschäftigten vor Gewalt

Unternehmen setzen vermehrt auf Präventivmaßnahmen. Die SPÄH Unternehmensgruppe veranstaltet Mitte Juni einen Gesundheitstag mit Fokus auf Bewegung und Entspannung. Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) plant Ende Juni in Erkner eine Fortbildung zum Umgang mit eigenen Krisenerfahrungen in psychosozialen Berufen.

Digitale Workshop-Angebote zur Burnout-Prävention sind für Juli 2026 angekündigt. Sie sollen Beschäftigten Werkzeuge für eine verbesserte Selbststeuerung und innere Klarheit vermitteln.

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