Burnout, Hohe

Burnout: Hohe Einkommen schützen nicht vor Erschöpfung

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 16:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studie zeigt: 43,8 Prozent der Gutverdiener leiden unter Burnout-Symptomen. Überlastung und Zeitdruck sind die Hauptursachen.

Psychische Erschöpfung: Hohes Einkommen als Risikofaktor
Eine Person in einem Geschäftsanzug, erschöpft am Schreibtisch in einem luxuriösen Büro, mit den Händen den Kopf haltend. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Erhebung der Organisation Amilon vom Juni 2026 zeigt: Besonders betroffen sind Menschen mit hohem Einkommen. In der Gruppe der Bezieher von mehr als 15.000 Z?oty monatlich liegt der Anteil bei 43,8 Prozent.

Hohes Gehalt allein schützt also nicht vor Überlastung. Im Gegenteil.

Die wahren Stress-Treiber

Was treibt Menschen in den Burnout? Die Studienautoren nennen klare Ursachen: Ein Übermaß an Verpflichtungen (22,7 Prozent), hoher Zeitdruck und übersteigerte Anforderungen (13,7 Prozent) sowie organisatorisches Chaos (10,5 Prozent).

Finanzielle Sorgen spielen als direkte Auslöser dagegen eine untergeordnete Rolle. Nur etwa fünf Prozent der Befragten nannten sie als Grund für ihre Erschöpfung.

Atemtechniken gegen die Stress-Spirale

Chronische Aktivierung der Stressachse kann langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Mediziner empfehlen deshalb evidenzbasierte Methoden zur Gegensteuerung. Atemtechniken etwa senken den Cortisolspiegel um 20 bis 30 Prozent.

Prof. Mark Williams, ehemals Leiter des Oxford Mindfulness Centre, betont die Wirksamkeit von Achtsamkeitspraktiken. Wer seinen eigenen Zustand bewusst wahrnimmt, reduziert innere Spannung und erhält kognitive Flexibilität.

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Bewegung als Medizin

Im Trend liegen Konzepte, die Bewegung in den Alltag integrieren. Ein Beispiel: der Achtsamkeitspfad bei der Burg Windeck in Baden-Württemberg. An verschiedenen Stationen fördern Übungen die bewusste Wahrnehmung.

Das British Journal of Sports Medicine untermauert den Effekt mit Zahlen: Rund 600 Minuten moderate bis intensive Aktivität pro Woche senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant. Das belegt eine Studie mit über 17.000 Teilnehmern.

Pflanzliche Helfer auf dem Prüfstand

Der Markt für Anti-Stress-Technologien wächst. Neurostimulatoren, Neurofeedback-Geräte und PEMF-Technologien (pulsierende elektromagnetische Felder) sollen zur Entspannung beitragen. Parallel dazu rücken pflanzliche Wirkstoffe in den Fokus.

Eine randomisierte klinische Studie mit 186 Probanden untersuchte über 60 Tage die Wirkung von Adaptogenen. Das Ergebnis: Kombinationen aus Rhodiola rosea (Rosenwurz), Basilikum und Schisandra sowie Vollspektrum-Extrakte aus Ashwagandha verbessern Stresswahrnehmung und Schlafqualität signifikant.

Gleichzeitig warnen Forscher der University of Massachusetts Amherst vor Alkohol als Bewältigungsstrategie. Besonders in jungen Jahren führt das zu dauerhaften kognitiven Einbußen.

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Besser schlafen, besser arbeiten

Fürs Homeoffice wird die akustische Gestaltung immer wichtiger. Experten raten, 20 bis 30 Prozent der Wandflächen mit schallabsorbierenden Materialien wie Akustikpaneelen oder weichen Textilien auszustatten. Das steigert die Konzentrationsfähigkeit.

Auch die Abendgestaltung beeinflusst die Erholung. Fischsorten wie Lachs oder Makrele liefern Omega-3-Fettsäuren und Tryptophan. Diese unterstützen die Serotoninbildung und stabilisieren den Cortisolspiegel.

Bei akutem Schlafmangel zeigt sich ein überraschender Effekt: Kurze Bewegungseinheiten wie Treppensteigen wirken energetisch besser als 50 mg Koffein.

Die Kunst des Abschaltens

Psychologin Prof. Ma?gorzata Dobrowolska warnt vor dem sogenannten „Let-down-Effekt“. Damit ist gemeint, dass Menschen genau zu Urlaubsbeginn krank werden. Ursache: fehlende psychologische Ablösung von der Arbeit.

Ihr Rat: Naturerfahrung suchen und nach der Rückkehr eine „weiche Landung“ einplanen. Statt direkt in eine Hochbelastungsphase zu starten, sollte der Wiedereinstieg sanft erfolgen.

Auch Langeweile hat ihren Wert. Wer Phasen der Unterforderung akzeptiert, baut die Reizüberflutung des Berufsalltags ab.

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