Burnout bei Unternehmern: 52 Prozent der Befragten stark erschöpft
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deAktuelle Untersuchungen weisen auf erhebliche emotionale Belastungen und Erschöpfungsrisiken in verschiedenen Berufsgruppen hin. Erhebungen unter Lehrkräften sowie bei Selbstständigen und Unternehmern verdeutlichen, wie stark dauerhafter Druck, administrative Hürden und knappe Ressourcen die psychische Gesundheit beeinträchtigen. Auf Basis der gewonnenen Daten werden nun gezielte Maßnahmen zur Entlastung und zur Förderung des Wohlbefindens im Arbeitsalltag diskutiert.
Mehrheit der befragten Unternehmer von starkem Burnout betroffen
Eine Befragung des Institut de Recerca de l'Hospital del Mar im Auftrag der Fundación Pimec, von MGC Mútua und der Fundación Salud y Persona beleuchtet die Situation von 962 Unternehmern und Selbstständigen in Katalonien.
Den Ergebnissen zufolge weisen 52 Prozent der Befragten ein hohes Burnout-Niveau auf. Weitere 21 Prozent zeigen moderate und 23 Prozent leichte Anzeichen von Erschöpfung, während lediglich 4 Prozent der Teilnehmer keinerlei Symptome erkennen lassen.
Als wesentliche Stressfaktoren im Handelssektor hebt die Fundación Pimec unter anderem Fehlzeiten, bürokratische Vorgaben sowie die Herausforderungen des Generationenwechsels hervor. Um Betroffenen konkrete Hilfestellungen an die Hand zu geben, veröffentlichten die beteiligten Organisationen den Leitfaden Guia Burnout, der Handlungsempfehlungen zur frühzeitigen Erkennung und Bewältigung von chronischer Überlastung bündelt.
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Ressourcenmangel belastet Lehrkräfte im Schulalltag
Auch im Bildungsbereich steht die psychische Belastung im Fokus wissenschaftlicher Erhebungen. Eine am 21. Oktober 2026 vorgestellte Studie des Psychologenverbands COP Bizkaia und der Universität des Baskenlandes (EHU) analysiert die Situation von 908 Lehrkräften über alle Bildungsstufen hinweg.
Auf einer Skala bis fünf Punkten stuften die Pädagogen ihr Stressniveau im Durchschnitt moderat bei 2,94 ein, während der Wert für Burnout bei 3,14 lag. Das allgemeine psychische Wohlbefinden wurde mit durchschnittlich 2,69 Punkten bewertet.
Als primäre Ursache für die bestehenden Belastungen nannten die Befragten einen Mangel an Ressourcen und Arbeitsmitteln. Zudem verzeichneten Lehrkräfte, die Schüler mit speziellem Bildungsbedarf (NEAE) unterrichten, im Durchschnitt ein höheres Burnout-Niveau und ein geringeres persönliches Wohlbefinden.
Gleichzeitig verweist die Untersuchung auf die Bedeutung professioneller Weiterbildung: Lediglich 21 Prozent der befragten Lehrkräfte hatten Zugang zu sozioemotionalen Fortbildungen. Innerhalb dieser Gruppe fielen die Belastungswerte für Stress und Burnout signifikant geringer aus als beim Rest des Kollegiums.
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Gezielte Unterstützung und Prävention als Lösungsansätze
Als Konsequenz aus den Studienergebnissen fordert der COP Bizkaia eine feste institutionelle Verankerung schulpsychologischer Fachkräfte, um das pädagogische Personal im Unterrichtsalltag wirksamer zu begleiten und präventive Strukturen zu schaffen.
Um die spezifischen Problemlagen noch detaillierter zu erfassen, setzt der Verband das Projekt mit einer zweiten qualitativen Forschungsphase fort, in der Fokusgruppen vertiefte Einblicke in die Belastungsfaktoren der Lehrkräfte liefern sollen.
Die Befunde aus beiden Erhebungen verdeutlichen, dass chronische Erschöpfung in unternehmerischen wie in pädagogischen Berufen eng mit strukturellen Rahmenbedingungen verknüpft ist. Neben individuellen Bewältigungsstrategien gewinnen institutionelle Hilfsangebote, organisatorische Entlastungen und verlässliche Ressourcen zunehmend an Bedeutung, um Fachkräfte langfristig vor Überlastungsschäden zu schützen.
