Burnout, Risiko-Zone

Burnout bei Eltern: 10,1% in Risiko-Zone, 3,8% manifest betroffen

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine isländische Studie bestätigt die hohe Zuverlässigkeit des PBA-IS und grenzt Risiko- sowie kritische Burnout-Werte bei Eltern ab.

Universität Akureyri bestätigt PBA-IS zur Burnout-Erfassung
Ein Stapel leerer, weißer Papierbögen auf einem hellen Holztisch in einer ruhigen, hellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

In der psychologischen Forschung gewinnt das Phänomen des elterlichen Burnouts zunehmend an Bedeutung. Wissenschaftler der Universität Akureyri in Island haben in diesem Zusammenhang eine umfassende Validierungsstudie zu einem spezifischen Messinstrument durchgeführt.

Die Untersuchung befasst sich mit der Wirksamkeit und Zuverlässigkeit des sogenannten PBA-IS, eines Instruments, das speziell zur Erkennung von Erschöpfungszuständen bei Eltern entwickelt wurde. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Arbeit wurden im „Scandinavian Journal of Occupational Therapy“ veröffentlicht und basieren auf einer detaillierten statistischen Auswertung.

Methodische Grundlagen und Validierung im skandinavischen Kontext

Die wissenschaftliche Untersuchung der Universität Akureyri stützt sich auf eine breite Datenbasis, um die Belastbarkeit des PBA-IS-Instruments zu prüfen. Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 1.110 Eltern befragt.

Für die abschließende statistische Analyse konnten die Daten von 1.063 Teilnehmern herangezogen werden. Ein markantes Merkmal der Stichprobe war die Geschlechterverteilung: Mit einem Anteil von 88,9 % stellten Mütter den überwiegenden Teil der Probanden dar.

Ein zentraler Aspekt der Studie war die Prüfung der internen Konsistenz des Messinstruments. Die Forscher stellten hierbei eine hohe Zuverlässigkeit fest. Der berechnete Wert für Cronbachs Alpha lag bei 0,96, was in der psychometrischen Forschung als Beleg für eine sehr hohe Zuverlässigkeit der Skala gewertet wird. Die Datenerhebung für diese Untersuchung wurde bereits im Frühjahr, konkret in den Monaten März und April 2023, durchgeführt.

Statistische Einordnung der Prävalenzraten und Cut-off-Werte

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Die Universität Akureyri hat erstmals klare Grenzwerte für elterliches Burnout definiert: 10,1 % der befragten Eltern liegen in der Risiko-Zone, 3,8 % erreichen bereits den kritischen Schwellenwert. Wer die Frühwarnzeichen kennt, kann gegensteuern, bevor die Erschöpfung manifest wird. Kostenlosen Eltern-Leitfaden mit Selbsttest anfordern

Ein wesentliches Ziel der Validierung bestand darin, klare Grenzwerte (Cut-off-Werte) zu definieren, um klinisch relevante Zustände von allgemeiner Belastung abgrenzen zu können. Die Wissenschaftler der Universität Akureyri legten dabei fest, dass eine Punktzahl zwischen 53 und 85 Punkten auf ein erhöhtes Risiko für ein Eltern-Burnout hindeutet. Den Studienergebnissen zufolge fielen 10,1 % der untersuchten Personen in diese Risikokategorie.

Als kritisches Stadium für ein manifestes Burnout wurde ein Wert ab 86 Punkten definiert. Laut der Analyse erreichte ein Anteil von 3,8 % der Befragten diesen Schwellenwert. Diese Differenzierung ermöglicht es Fachkräften im Gesundheitswesen, frühzeitig präventive Maßnahmen einzuleiten, bevor sich eine Risikosituation zu einem klinisch manifesten Burnout entwickelt.

Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Belastung

Die Studie der Universität Akureyri liefert zudem detaillierte Einblicke in die Verteilung der Burnout-Prävalenz unter Berücksichtigung des Geschlechts. Obwohl die Stichprobe mehrheitlich aus weiblichen Teilnehmern bestand, ließen sich spezifische Raten für beide Gruppen ermitteln. Demnach wiesen 3,6 % der Mütter die Kriterien für ein elterliches Burnout auf. Bei den Vätern lag dieser Wert mit 2,7 % etwas niedriger.

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Die Veröffentlichung dieser Daten unterstreicht die Notwendigkeit, standardisierte Instrumente wie das PBA-IS einzusetzen, um die psychische Gesundheit von Eltern objektiv messbar zu machen. Die vorliegende Validierung bietet eine wissenschaftlich fundierte Basis, um die psychische Belastung in Familienstrukturen besser zu verstehen und gezielte Unterstützungsangebote zu entwickeln.

Wie aus einem Bericht vom 12.09.2026 hervorgeht, liefert die Arbeit der isländischen Wissenschaftler damit einen wichtigen Beitrag zur skandinavischen Forschung im Bereich der Ergotherapie und Psychologie.

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