Burnout bei CISOs: 67% zeigen Symptome, 40% wollen kündigen
Veröffentlicht: 01.07.2026 um 17:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Arbeitgeber sitzen auf einem Kostenberg, der sich kaum noch ignorieren lässt.
Psychische Störungen waren 2024 für 16,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich. Das zeigt das 11. Präventionsforum der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) vom Sommer 2026. Damit sind sie die dritthäufigste Ursache für krankheitsbedingte Fehlzeiten.
Noch alarmierender: Psychische Leiden sind mit 42 Prozent der häufigste Grund für den Bezug einer Erwerbsminderungsrente. Die Weltgesundheitsorganisation beziffert die globalen Kosten durch Depressionen und Angstzustände auf rund eine Billion US-Dollar jährlich.
Führungskräfte kündigen innerlich
Manager stehen besonders unter Druck. Der Gallup-Engagement-Index zeigt eine sinkende emotionale Bindung von Führungskräften seit 2020. Experten sprechen von „Quiet Quitting“ in der Führungsebene.
Die Ursachen: permanente Transformationsdynamik, fehlende Rückendeckung und ein schleichender Sinnverlust. Besonders krass ist die Lage bei Cybersecurity-Verantwortlichen. Eine Splunk-Untersuchung ergab: 67 Prozent der CISOs zeigen Burnout-Symptome, 40 Prozent erwägen den Ausstieg aus dem Berufsfeld. Die durchschnittliche Verweildauer? Nur 18 bis 26 Monate.
Neue Regeln zwingen Unternehmen zum Handeln
Der Gesetzgeber reagiert. Ein Entwurf zur Revision der ISO-Norm 45001 vom Juni 2026 legt den Fokus auf Resilienz und psychosoziale Belastungen. Unternehmen sollen ihre Sicherheitsmanagementsysteme anpassen.
Psychische Fehlzeiten kosten Unternehmen Milliarden. 67 % der CISOs zeigen Burnout-Symptome. Die neue ISO 45001 verlangt ein strukturiertes psychosoziales Risikomanagement. Fordern Sie jetzt die kostenlose Checkliste an – mit konkreten Handlungsschritten für Ihr Führungsteam. Risiko-Checkliste per E-Mail sichern
International gibt es ähnliche Tendenzen. In Brasilien trat Ende Mai 2026 eine aktualisierte NR-1-Norm in Kraft. Sie verpflichtet Firmen, psychosoziale Risiken strukturiert zu erfassen und Präventionsmaßnahmen zu dokumentieren. Psychologische Sicherheit wird messbar.
KI bringt Zeit – aber keine Anleitung
Künstliche Intelligenz verändert die Anforderungen an Beschäftigte massiv. Ein BCG-Bericht vom Juni 2026 zeigt: 72 Prozent der Mitarbeiter nehmen veränderte Rollenanforderungen durch KI wahr. 42 Prozent sparen etwa einen Arbeitstag pro Woche ein.
Doch zwei Drittel dieser Gruppe erhalten keine Anleitung, wie sie die gewonnene Zeit sinnvoll nutzen sollen. Experten betonen: Ein „High-Agency-Mindset“ – Eigeninitiative und Selbstwirksamkeit – wird zum entscheidenden Karrierefaktor.
Onboarding als entscheidender Hebel
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Prävention beginnt früh. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) identifizierte das Onboarding als strategischen Hebel. Ein erfolgreicher Integrationsprozess in den ersten Tagen entscheidet über langfristige Bindung und psychische Stabilität – besonders in hybriden Arbeitsmodellen.
Bildungsinstitutionen reagieren mit neuen Kursen zur Gesprächsführung bei psychischen Belastungen. Fachleute sind sich einig: Wellbeing ist kein optionales Extra mehr. Es ist notwendiger Bestandteil des Personalwesens. Die Leistungsfähigkeit der Belegschaft steht auf dem Spiel.
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