Burnout, Arbeitsplatz

Burnout am Arbeitsplatz: HZJZ veröffentlicht Handreichung mit Selbsttest

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die HZJZ-Handreichung verbindet Selbstfürsorge mit betrieblichen Ansätzen zur Vorbeugung chronischer Arbeitsbelastung.
Ein minimalistischer, ruhiger Arbeitsplatz mit einem leeren Holztisch vor einem Fenster, das sanftes Tageslicht einlässt. Illustration mit AI erstellt.

Chronische Erschöpfung und berufsbedingte Überlastung stellen moderne Arbeitswelten vor wachsende Herausforderungen. Das Kroatische Institut für öffentliche Gesundheit (HZJZ) hat mit der Arbeitsbilanz unter dem Titel „Kako raditi, a ne sagorjeti“ eine fachliche Handreichung veröffentlicht, die praxisnahe Strategien zur Prävention sowie zum Umgang mit Burnout-Symptomen bereitstellt.

Das Dokument wurde im Oktober im Rahmen des Fachgesprächs „Dobrobit radnika u modernim uvjetima rada“ vorgestellt und ist über die Website des Instituts öffentlich zugänglich.

Belastungsfaktoren im veränderten Arbeitsalltag

Als wesentlicher Auslöser für die Ausarbeitung gilt die EWCTS-Telefonumfrage aus dem Jahr 2024. In dieser Erhebung gaben 35 % der befragten Personen an, sich am Ende eines Arbeitstages häufig erschöpft zu fühlen.

Das HZJZ weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass diese Erhebung lediglich das Erschöpfungsmaß erfasste und somit eine unvollständige Messung des komplexen Burnout-Geschehens darstellt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Burnout bereits seit 2019 als berufsbedingtes Phänomen ein, welches sich stufenweise infolge von chronischem Arbeitsstress entwickelt.

Neben anhaltendem Leistungsdruck identifiziert die Arbeitsbilanz vor allem strukturelle Veränderungen in den Betrieben als Treiber der Entwicklung. Der Wandel der Arbeitsplätze durch die fortschreitende Digitalisierung, die zunehmende Intensivierung der Aufgaben sowie die Ausweitung von Arbeitsleistungen außerhalb der regulären Arbeitszeiten verstärken das Risiko einer dauerhaften Überbeanspruchung spürbar.

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Instrumente für individuelle Selbstfürsorge

Das von Barbara Raguž Pe?ur, Petra Bekavac, Helena Koren und Vik Bubaš verfasste Dokument liefert Betroffenen konkrete Methoden zur Selbsthilfe. Neben einer detaillierten Erfassung typischer Symptome und Mechanismen zur gezielten Erholung beinhaltet die Veröffentlichung einen Selbsttest zur ersten Orientierung.

Ergänzend umfasst das Material präventive Handlungsempfehlungen, strukturierte Problemlösungstechniken sowie Anleitungen für einen persönlichen Selbstfürsorgeplan. Ziel dieser Werkzeuge ist es, Warnsignale frühzeitig sichtbar zu machen und individuelle Gegenmaßnahmen im Alltag zu verankern.

Betriebliche Verantwortung und organisatorische Rahmenbedingungen

Die Verfasser betonen jedoch ausdrücklich, dass Maßnahmen gegen Überlastung nicht ausschließlich auf die individuelle Ebene der Beschäftigten abgewälzt werden dürfen. Wirksame Prävention müsse maßgeblich an den organisatorischen Strukturen eines Unternehmens ansetzen.

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Zu den entscheidenden Hebeln gehören laut der Analyse eine ausgewogene Steuerung der Arbeitslast, klare Definitionen von Rollen und Zuständigkeiten sowie ausreichende Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter. Ebenso bilden verlässliche betriebliche Unterstützungsangebote eine unverzichtbare Voraussetzung, um chronischem Stress am Arbeitsplatz vorzubeugen und die psychische Gesundheit der Belegschaft nachhaltig zu sichern.

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