Burn-out am Arbeitsplatz: 20% der Schulleitungen zeigen Symptome
05.06.2026 - 06:34:01 | boerse-global.de
Besonders Führungskräfte im Bildungssektor und Beschäftigte in Veränderungsprozessen leiden massiv.
Schulleitungen im Dauerstress
Der Schulleitungsmonitor der Wübben-Stiftung liefert alarmierende Zahlen. Rund 20 Prozent der befragten Schulleitungen zeigen Burn-out-Symptome. Mehr als 1.300 Personen in leitenden Funktionen nahmen an der Befragung teil, die am 3. Juni veröffentlicht wurde.
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Die Arbeitszeit ist der größte Belastungsfaktor. Über die Hälfte der Befragten arbeitet 41 bis 50 Stunden pro Woche. 43 Prozent kommen regelmäßig auf mehr als 50 Stunden. Ganze 86 Prozent klagen über akuten Zeitmangel für ihre Kernaufgaben.
Trotz allem: 81,6 Prozent haben weiterhin Freude an ihrer Arbeit. Ein ambivalentes Bild – hohe Identifikation trifft auf physische und psychische Erschöpfung.
Österreichische Lehrkräfte stark beansprucht
Eine Studie des öbv und der JKU Linz bestätigt den Trend für Österreich. 52 Prozent der Lehrkräfte fühlen sich psychisch stark beansprucht. Hauptursachen: administrative Aufgaben und zu große Klassen.
Auch hier zeigt sich der Widerspruch: 71 Prozent der Befragten sind mit ihrem Leben zufrieden. Die Studie wurde am 4. Juni publiziert.
„Transformation Fatigue“ als neues Phänomen
Ständiger Veränderungsdruck macht krank. Die TU Dresden befragte 2.808 Angestellte – das Ergebnis: Mehr als jeder Dritte leidet unter Erschöpfung durch permanente Veränderungen im Unternehmen. Die Folge ist oft Motivationsverlust.
Der öffentliche Sektor und das Gesundheitswesen sind besonders betroffen. Im Bundeswirtschaftsministerium wurde Anfang Juni Kritik an hoher Arbeitsbelastung und intransparenter Personalpolitik laut. Der AOK-Fehlzeitenreport und der DAK-Psychreport zeigen überdurchschnittlich viele Fehltage wegen Burn-out in sozialen Berufen. Kinderbetreuung und Altenpflege leiden besonders unter Personalmangel und emotionaler Dauerbelastung.
Frühwarnsignale erkennen
Gernot Langs, Facharzt für Psychiatrie, warnt: Burn-out ist eine Erschöpfungsdepression. Das wichtigste Frühwarnzeichen? Zunehmende Reizbarkeit. Das Tückische: Betroffene verdrängen die Symptome oft lange.
Neue Messgrößen für Mitarbeitergesundheit
In Fachbeiträgen vom 3. Juni wurde die Einführung von Health KPIs vorgeschlagen. Statt nur Krankenstände zu erfassen, könnten biologische Daten und Effizienzkennzahlen helfen, gezielter zu intervenieren. Voraussetzung: Datensouveränität und Freiwilligkeit der Mitarbeiter.
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Homeoffice und KI als neue Risikofaktoren
Die Digitalisierung verändert das Belastungsprofil. Eine Studie von TK und IFBG zeigt: Rund 50 Prozent der Beschäftigten gehen krank zur Arbeit – aus Rücksicht auf Kollegen oder wegen Termindruck. Homeoffice kann dieses Verhalten sogar verstärken.
Und dann ist da noch die KI. Der SPS-Arbeitsplatz-Trendreport 2026 belegt: 75 Prozent der Beschäftigten nutzen bereits KI-Tools. Doch ein Drittel der Unternehmen hat keine klaren Richtlinien für den Umgang damit. Die Folge: Verunsicherung in der Belegschaft.
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