Bundestariftreuegesetz ab Mai: Öffentliche Aufträge ab 50.000 Euro
14.06.2026 - 05:33:58 | boerse-global.de
Rund 19 Prozent der Unternehmen, die KI einsetzen, halten es für möglich, Akademiker durch geringer Qualifizierte zu ersetzen – vorausgesetzt, diese werden von KI-Systemen unterstützt. Weitere 15 Prozent sehen Chancen, erfahrene Mitarbeiter durch weniger erfahrene mit KI-Know-how zu ersetzen.
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Besonders betroffen ist der Handel: Hier halten 28,6 Prozent der Firmen einen solchen Austausch für machbar. Im Dienstleistungssektor sind es 19,7 Prozent, im verarbeitenden Gewerbe 14,6 Prozent.
Doch die Mehrheit der Unternehmen (55,4 Prozent) glaubt nicht daran, Fachkräfte einfach durch KI-gestützte Hilfskräfte zu ersetzen. Die Forscher betonen: Formale Qualifikationen lassen sich durch Technik teilweise kompensieren, Berufserfahrung aber kaum.
Regierungen und Konzerne setzen auf Bildung
Vietnam hat einen Fünfjahresplan zur Fachkräfteförderung gestartet. Ziel: Die Produktivität soll jährlich um 8,5 Prozent steigen, die Einkommen um acht bis zwölf Prozent. Bis 2030 sollen 65 Prozent der Beschäftigten eine anerkannte Qualifikation haben.
Auch die Industrie reagiert. Der indische Mischkonzern Larsen & Toubro baut einen Pool von über 1.000 zertifizierten KI-Ingenieuren auf. Ein vierstufiges Modell soll helfen, Spezialisten gezielt einzusetzen und die Produktivität zu steigern.
Tarifabschlüsse in Österreich, neues Gesetz in Deutschland
In Österreich haben die Tarifparteien neue Abschlüsse erzielt. Im Baugewerbe und der Holzindustrie gibt es für rund 250.000 Beschäftigte 3,5 Prozent mehr Lohn. In der Chemie steigen die Ist-Löhne um 1,8 Prozent (maximal 100 Euro), dazu kommen 300 Euro Einmalzahlung oder ein freier Tag.
In Deutschland gilt seit dem 1. Mai 2026 das Bundestariftreuegesetz. Öffentliche Aufträge ab 50.000 Euro werden bevorzugt an tarifzahlende Unternehmen vergeben. Die Gewerkschaften loben den Schritt. Kritik kommt wegen Ausnahmen für große Forschungseinrichtungen und bestimmte Bildungsanbieter.
Sozialsysteme unter Druck – Arbeitszeitdebatte neu entfacht
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