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Bundesheer migriert 16.000 PCs auf LibreOffice: Abschied von Microsoft

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 14:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Bundesheer hat seine Office-Umgebung auf LibreOffice migriert. Rund 16.000 Arbeitsplätze nutzen nun die Open-Source-Software, um die Abhängigkeit von proprietären Anbietern zu reduzieren.

Österreichs Heer setzt auf Open Source: 16.000 PCs auf LibreOffice umgestellt
Ein moderner Büroarbeitsplatz mit einem Computerbildschirm, auf dem eine Open-Source-Softwareanwendung zu sehen ist. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Debatte um digitale Souveränität in öffentlichen Verwaltungen und staatlichen Institutionen hat in den vergangenen Jahren deutlich an Relevanz gewonnen. Ein zentrales Fallbeispiel für die praktische Umsetzung dieser Strategie stellt das Österreichische Bundesheer dar. Durch die Migration von rund 16.000 PCs von Microsoft Office auf die Open-Source-Alternative LibreOffice wurde ein großangelegter Prozess vollzogen, der die Abhängigkeit von proprietären Softwareanbietern reduzieren und die Kontrolle über die eigene IT-Infrastruktur erhöhen soll.

Ein langfristiger Transformationsprozess seit 2020

Die Umstellung auf die quelloffene Bürosoftware war kein kurzfristiges Vorhaben, sondern das Ergebnis einer mehrjährigen Strategie. Das Projekt nahm seinen Anfang bereits im Jahr 2020. In den folgenden Jahren wurde die Migration schrittweise vorangetrieben, um die technische Stabilität und die Akzeptanz bei den Mitarbeitern sicherzustellen.

Nach einer ersten Erprobungsphase erreichte das Vorhaben im Jahr 2023 einen wichtigen Meilenstein, als die Nutzung von LibreOffice in ausgewählten Bereichen des Bundesheeres für verpflichtend erklärt wurde. Die finale Phase der flächendeckenden Einführung wurde schließlich im Dezember 2024 eingeleitet. Seit diesem Zeitpunkt ist die Migration für die gesamte Organisation verpflichtend, was den Abschluss der Übergangsphase von herkömmlichen Office-Lösungen hin zu einem Open-Source-Modell markierte.

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Freiwillige Akzeptanz und gezielte Anwenderunterstützung

Ein bemerkenswerter Aspekt der Umstellung war die Resonanz innerhalb der Belegschaft noch vor dem Inkrafttreten der allgemeinen Pflicht. Berichten zufolge stellten rund 8.000 Nutzer – und damit etwa die Hälfte der gesamten Anwenderschaft – bereits auf freiwilliger Basis auf die neue Software um. Dies deutet darauf hin, dass die Vorzüge der digitalen Souveränität und die Funktionalität der Open-Source-Lösung von einem signifikanten Teil der Organisation frühzeitig erkannt wurden.

Um den Übergang für die rund 16.000 betroffenen Arbeitsplätze so reibungslos wie möglich zu gestalten, setzte das Österreichische Bundesheer auf ein specifiches Schulungskonzept. Anstatt auf langwierige Fortbildungen zu setzen, wurden die Mitarbeiter durch 15-minütige Schnellkurse an die neue Benutzeroberfläche und die Funktionen von LibreOffice herangeführt. Ergänzt wurde diese Maßnahme durch wöchentliche Tipps, die den Anwendern halfen, die Software im Arbeitsalltag effizient zu nutzen.

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Strategische Bedeutung der Open-Source-Migration

Der Erfolg dieses Projekts wird innerhalb der Organisation als wesentlicher Sieg für die digitale Souveränität gewertet. Durch den Einsatz von LibreOffice entfällt die Notwendigkeit für teure Lizenzmodelle, während gleichzeitig die Transparenz und Sicherheit der verwendeten Software erhöht wird. Das Beispiel des Österreichischen Bundesheeres zeigt, dass auch in sicherheitskritischen und administrativ komplexen Bereichen eine Abkehr von marktführenden Standardprodukten möglich ist, sofern die Migration strategisch geplant und durch niederschwellige Bildungsangebote unterstützt wird.

Analysten beobachten solche Entwicklungen genau, da sie als Blaupause für andere europäische Behörden dienen könnten, die ebenfalls eine stärkere Unabhängigkeit von internationalen Softwarekonzernen anstreben. Die Erfahrungen aus dem Zeitraum zwischen 2020 und dem Abschluss der verpflichtenden Phase Ende 2024 belegen, dass eine schrittweise Einführung kombiniert mit hoher Transparenz gegenüber den Nutzern ein entscheidender Erfolgsfaktor für IT-Großprojekte dieser Art ist.

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