Bundesdruckerei und ZenDiS: openDesk soll VS-NfD-Dokumente absichern
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesdruckerei-Gruppe und das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) bündeln ihre Kräfte zur Stärkung der informationstechnischen Unabhängigkeit des öffentlichen Sektors.
Wie aus Berichten vom 29. September 2026 hervorgeht, haben beide Organisationen eine strategische Partnerschaft über einen Letter of Intent vereinbart. Im Fokus der Zusammenarbeit stehen souveräne IT-Infrastrukturen, zeitgemäße Betriebsmodelle sowie die gezielte Weiterentwicklung der Arbeitsplatzsuite openDesk für sicherheitssensible behördliche Anwendungen.
Sichere Arbeitsplätze für Verschlusssachen
Ein zentraler Schwerpunkt der Vereinbarung ist die gemeinsame Erprobung und Skalierung von Verwaltungslösungen, die hohen Geheimhaltungsanforderungen genügen. Konkret soll ein openDesk-Arbeitsplatz mit entsprechenden Sicherheitstechnologien ausgestattet werden, um den vorschriftsmäßigen Umgang mit Dokumenten der Einstufung „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“ (VS-NfD) zu ermöglichen.
Den sicheren Zugriff auf openDesk für diese Schutzklasse soll die VS-NfD-konforme genusecure Suite des IT-Sicherheitsunternehmens genua gewährleisten. Die Softwarelösung bündelt einen VPN-Client, Festplattenverschlüsselung und eine Smartcard-Middleware für Windows-Arbeitsplätze. Zur Absicherung und Isolierung der Infrastruktur dient das System genuscreen, das die Segmentierung des VS-NfD-Netzes übernimmt.
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Showcase in Berlin und BSI-Zulassungen für weitere Betriebssysteme
Ihre gemeinsamen Ansätze wollen die Partner zeitnah in der Praxis vorführen. Auf der Smart Country Convention, die vom 13. bis zum 15. Oktober 2026 in Berlin stattfindet, ist die Präsentation eines Showcase geplant, der openDesk im Zusammenspiel mit der genusecure Suite zeigt.
Gleichzeitig arbeiten die Beteiligten daran, die Palette der nutzbaren Betriebssysteme zu erweitern. Für macOS befindet sich die Lösung genuconnect gegenwärtig im Zulassungsverfahren beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI); der Abschluss dieses Verfahrens wird bis Ende 2026 erwartet. Für Linux-Systeme wird eine entsprechende BSI-Zulassung für das Jahr 2027 angestrebt.
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Skalierung für die öffentliche Hand
Mit der strategischen Kooperation verbinden beide Institutionen das Ziel, praxistaugliche Open-Source-Alternativen für die Verwaltung bereitzustellen und technologische Abhängigkeiten zu verringern.
Die Bundesdruckerei-Gruppe bringt in die Partnerschaft eine breite industrielle Basis ein: Das Unternehmen beschäftigte im Jahr 2026 rund 4.700 Mitarbeitende und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro.
Die Verknüpfung von behördlich initiierten Open-Source-Plattformen mit etablierten Verschlüsselungstechnologien soll den Weg für einen breiteren Rollout souveräner Arbeitsplatzlösungen in der Bundes- und Landesverwaltung ebnen.
